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Wissen & Technik · Ebola-Ausbruch in Afrika

Kenia meldet zweiten Ebola-Toten

In Kenia ist eine zweite infizierte Person gestorben. Zugleich steht Nigeria nach seinem ersten bestätigten Fall unter erhöhter Beobachtung.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein vorbereiteter Behandlungs- und Testraum steht für die medizinische Reaktion auf Ebola-Fälle.
Symbolbild: Ein vorbereiteter Behandlungs- und Testraum steht für die medizinische Reaktion auf Ebola-Fälle. KI-generiert

In Kenia ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Nairobi eine weitere an Ebola erkrankte Person gestorben. Die Frau gehörte zum engen familiären Umfeld des ersten Todesfalls im Land und war seit dem 13. Oktober isoliert. Insgesamt bestätigten die Behörden in Kenia bislang neun Infektionen. Zugleich hat Nigeria in dieser Woche seinen ersten Ebola-Fall gemeldet. Der größere Ausbruch geht weiter von der Demokratischen Republik Kongo aus, wo die Epidemie Mitte Mai offiziell festgestellt wurde.

Kenia bestätigt neun Infektionen

Der zweite Todesfall in Kenia erhöht die Sorge, dass sich das Virus über die bisherigen Schwerpunkte hinaus weiter ausbreiten könnte. Die nun gestorbene Frau stand bereits unter Quarantäne, weil sie engen Kontakt zu dem ersten in Kenia gestorbenen Patienten hatte. Dieser hatte sich zuvor in Uganda aufgehalten.

Auch Nigeria reagiert auf den ersten bestätigten Fall. Rund 44 Kontaktpersonen befinden sich dort in Quarantäne. Die Suche nach weiteren möglichen Kontaktpersonen läuft. Die erkrankte Patientin hatte sich mutmaßlich während einer Reise in Uganda infiziert und erst nach ihrer Rückkehr Symptome entwickelt. Eine Reise in die Demokratische Republik Kongo wurde bei ihr nicht bestätigt.

Der Fall gilt auch deshalb als heikel, weil er eine mögliche Verbindung zu Bewegungen zwischen Uganda, Kenia und Nigeria aufzeigt. Nach Angaben von Wessam Mankoula von der afrikanischen Seuchenkontrollbehörde Africa CDC hatten sowohl die später in Nigeria erkrankte Person als auch der erste kenianische Todesfall Uganda am 3. Oktober verlassen. Ob es dabei zu einer Begegnung und einer Ansteckung kam, wird weiter untersucht. Mankoula warnte vor vorschnellen Schlussfolgerungen.

Nigeria erhöht die Vorsicht

Nigeria ist damit das vierte afrikanische Land, das im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch Fälle gemeldet hat. Uganda verzeichnete während des Geschehens 20 Erkrankungen, überwiegend nach Einschleppungen aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo. Im August erklärte die Weltgesundheitsorganisation Uganda für Ebola-frei.

Die neuen Fälle in Kenia und Nigeria zeigen nach Einschätzung der Africa CDC, wie wichtig Kontrollen an Grenzen und eine schnelle Reaktion der Gesundheitsbehörden sind. Besonders entscheidend ist die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, weil Ebola nicht über die Luft übertragen wird, sondern über engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen.

Bei der Entwicklung der Fallzahlen gibt es zugleich vorsichtige Signale der Entspannung. Mankoula sprach von einem leichten Rückgang bei den Neuinfektionen, betonte aber, es müsse sich erst zeigen, ob dieser Trend stabil sei. In 15 der insgesamt 66 betroffenen Gesundheitszonen wurden demnach in den vergangenen 21 Tagen keine neuen Fälle registriert. Rückgänge wurden vor allem in Bunia, Mongbwalu, Katwa und Butembo festgestellt.

Kongo bleibt Zentrum des Ausbruchs

Am stärksten betroffen bleibt die Demokratische Republik Kongo. Die Angaben zum Ausmaß schwanken: Für das Land werden mehr als 9.000 Fälle und rund 4.400 bis 4.687 Todesfälle genannt. Africa CDC bezifferte die Gesamtzahl seit Beginn des Ausbruchs in den betroffenen Ländern auf 9.735 Infektionen und etwa 4.690 Todesfälle. Der weit überwiegende Teil entfällt auf die Demokratische Republik Kongo.

Besonders schwer trifft der Ausbruch die Provinzen Ituri und Nord-Kivu. Dort liegen nach Angaben der Africa CDC 94,7 Prozent der Fälle. Die Eindämmung wird durch anhaltende Unsicherheit, Streiks und Widerstand in Teilen der Bevölkerung erschwert. In solchen Situationen ist es schwieriger, Erkrankte rasch zu erreichen, Kontakte zu finden und Infektionsketten zu unterbrechen.

Ein weiteres Problem sind verspätete Meldungen. Bei etwa 70 Prozent der bestätigten Fälle kommt es zu Verzögerungen. Im Durchschnitt suchen Erkrankte vier Tage nach den ersten Symptomen ein Gesundheitszentrum auf; bei etwa jedem zehnten Fall dauert es elf Tage oder länger. Mankoula betonte, anders als bei Covid-19 seien Ebola-Erkrankte erst ansteckend, wenn Symptome auftreten. Umso wichtiger sei es, spätestens zwei Tage nach Krankheitsbeginn medizinische Hilfe zu bekommen.

Übertragung und Krankheitsbild

Ebola verbreitet sich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen. Die Erkrankung kann mit Fieber beginnen und in schweren Fällen zu inneren Blutungen sowie Organversagen führen. Für die Eindämmung sind schnelle Diagnosen, Isolation, sichere Behandlung und die lückenlose Nachverfolgung von Kontakten zentral.

Eine zugelassene Impfung oder ein spezifisches Medikament steht für diesen Ausbruch nach Angaben der Africa CDC nicht zur Verfügung; Tests laufen. Damit bleibt die Kontrolle der Infektionsketten der wichtigste Hebel. Die jüngsten Fälle außerhalb des bisherigen Zentrums zeigen, dass auch Länder mit wenigen bestätigten Infektionen wachsam bleiben müssen.