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Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Volkswagen-Sparkurs

Volkswagen prüft Gehaltsstopp bis 2030

Volkswagen will die Personalkosten offenbar weiter senken. Interne Vorgaben sehen für viele der rund 600.000 Beschäftigten weltweit bis 2030 keine Lohnerhöhungen vor.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Volkswagen prüft im Zuge seines Sparkurses weitere Einschnitte bei den Personalkosten.
Symbolbild: Volkswagen prüft im Zuge seines Sparkurses weitere Einschnitte bei den Personalkosten. KI-generiert

Volkswagen bereitet offenbar einen neuen Schritt im Konzernumbau vor: Für viele Beschäftigte weltweit könnten die Gehälter bis 2030 nicht weiter steigen. Grundlage sind interne Unterlagen zum Zukunftsplan des Vorstands, der im internationalen Management erläutert wird. Betroffen wäre ein erheblicher Teil der weltweit rund 600.000 Beschäftigten. Wegen weiter steigender Preise würde ein mehrjähriger Verzicht auf Lohnerhöhungen für die Betroffenen einen spürbaren Kaufkraftverlust bedeuten.

Vorgaben für Tarifrunden

Die neuen Leitlinien sollen ab dem vierten Quartal für Verhandlungen gelten. In den Unterlagen ist demnach ein Gehaltsstopp bis 2030 vorgesehen, umgesetzt durch das Aussetzen von Lohnerhöhungen. Zudem werden weitere Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten genannt. Dazu zählen geringere variable Vergütungen, weniger Sonderzahlungen und Einschnitte bei Zusatzleistungen. Auch Stellenabbau gehört zu den vorgesehenen Instrumenten.

Die Pläne betreffen nicht zwingend alle Konzernbereiche in gleicher Weise. Bei einer Umsetzung sollen die jeweiligen Bedingungen in Marken, Regionen und Betrieben berücksichtigt werden. Gleichwohl sollen alle Teile des Konzerns einen Beitrag zu den Sparzielen leisten. Für die 275.000 Beschäftigten in Deutschland könnten sich damit zusätzliche Einschränkungen ergeben.

Volkswagen äußerte sich inhaltlich nicht zu den Angaben. Ein Sprecher verwies auf einen laufenden Prozess und darauf, dass die kommende Verhandlungsrunde zunächst für interne betriebliche Absprachen vorgesehen sei.

Kaufkraft könnte deutlich sinken

Ein Einfrieren der Löhne über mehrere Jahre würde nicht bedeuten, dass Beschäftigte nominal weniger verdienen. Real hätten sie aber weniger Geld zur Verfügung, wenn Verbraucherpreise weiter steigen. Bei einer üblichen Preisentwicklung wird ein Kaufkraftverlust von bis zu rund zehn Prozent genannt. Er könnte höher ausfallen, falls die Inflation in den kommenden Jahren stärker bleibt. Konjunkturforschende erwarten für dieses und das nächste Jahr Preissteigerungen von etwa drei Prozent.

In Deutschland haben die rund 130.000 Beschäftigten, für die der Haustarifvertrag gilt, bereits im Rahmen des Sparpakets 2024 eine vereinbarte Lohnerhöhung von 5,5 Prozent zunächst nicht erhalten. Der nun diskutierte Schritt würde den Druck auf die Belegschaft deutlich verlängern und auf weitere Teile des Konzerns ausweiten.

Für Arbeitnehmervertretungen dürfte eine mehrjährige Nullrunde schwer vermittelbar sein. Konkrete Reaktionen aus Verhandlungen liegen dazu bislang nicht vor. Entscheidend wird sein, ob Volkswagen die Vorgaben in den einzelnen Ländern und Unternehmensteilen tatsächlich durchsetzen kann.

Konzern unter hohem Kostendruck

Volkswagen steht seit längerem unter Druck. Der Konzern kämpft mit schwächerer Nachfrage in China, Belastungen durch US-Zölle und Problemen bei wichtigen Konzerntöchtern wie Audi und Porsche. Der Umstieg auf Elektromobilität bindet zusätzlich hohe Mittel. Gleichzeitig muss der Autobauer in Software, neue Modelle und effizientere Produktion investieren.

Der Sparkurs reicht bereits weit über einzelne Gehaltsfragen hinaus. Der Aufsichtsrat beschloss Anfang September, in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen abzubauen. Dieser Schritt kommt zusätzlich zu bereits vereinbarten Einschnitten in ähnlicher Größenordnung. Außerdem stehen in Deutschland vier Werke für die Jahre 2031 bis 2034 zur Disposition.

Der mögliche Gehaltsstopp fügt sich damit in eine breitere Neuordnung des Konzerns ein. Volkswagen versucht, Kosten dauerhaft zu senken und die Rendite zu verbessern. Für die Beschäftigten bedeutet der Kurs jedoch wachsende Unsicherheit: Neben Arbeitsplatzfragen rücken nun auch Einkommen, Sonderzahlungen und Zusatzleistungen stärker in den Fokus.