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Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Börse vor Midterms

Dax bleibt vor US-Wahlen anfällig

Der Dax schwankt zum Wochenstart nach dem Rücksetzer vom Freitag. Vor den US-Zwischenwahlen und weiteren Tech-Bilanzen bleiben Anleger vorsichtig.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: An den Aktienmärkten sorgt die Unsicherheit vor den US-Zwischenwahlen für Zurückhaltung.
Symbolbild: An den Aktienmärkten sorgt die Unsicherheit vor den US-Zwischenwahlen für Zurückhaltung. KI-generiert

Der Dax hat sich am Montag nach einem verhaltenen Start stabilisiert. Am Vormittag lag der deutsche Leitindex 0,5 Prozent höher bei 25.912 Punkten. Die Erholung bleibt jedoch fragil: Vor den US-Zwischenwahlen am Dienstag, nach schwachen Technologiewerten in den USA und Asien sowie angesichts unsicherer Ölpreise meiden viele Anleger größere Risiken.

Erholung nach schwächerem Freitag

Zum Auftakt hatte der Dax zeitweise leicht nachgegeben, bevor Käufer wieder stärker wurden. Am Freitag war die Serie von vier Gewinntagen gerissen. Der Index verlor 0,9 Prozent und ging bei rund 25.810 Punkten aus dem Handel. Noch am Donnerstag hatte er erstmals seit Anfang September wieder die Marke von 26.100 Punkten überschritten.

Trotz des Rückschlags fällt die Bilanz der vergangenen Tage nicht einheitlich negativ aus. Auf Wochensicht stand zuletzt ein Plus von 2,5 Prozent. Auch im Oktober legte der deutsche Leitindex um 2,5 Prozent zu. Die aktuelle Bewegung wirkt daher eher wie eine Phase der Zurückhaltung als wie ein klarer Stimmungsumschwung.

Belastend war vor allem die Schwäche im Technologiesektor. Enttäuschende Quartalszahlen von Amazon und Intel hatten am Freitag an der Wall Street Verkaufsdruck ausgelöst. Besonders stark traf es die technologielastigen US-Indizes. Der Nasdaq 100 verzeichnete den schwächsten Handelstag seit Juni und zugleich einen der schlechtesten Tage des Jahres.

US-Wahl und Iran-Risiko im Blick

Im Mittelpunkt steht nun die politische Unsicherheit in den USA. Bei den Zwischenwahlen am Dienstag geht es auch um die Mehrheitsverhältnisse im Kongress. Marktbeobachter verweisen zudem auf die Frage, ob sich die US-Außenpolitik nach der Wahl im Iran-Konflikt verschärfen könnte.

Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht deshalb eine erhöhte Anspannung an den Märkten. Mit dem Votum sei nicht nur die Kontrolle des Kongresses verbunden, sondern auch die Frage eines möglichen Vorgehens von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran. Die Nervosität sei daher groß.

Für die Finanzmärkte wäre eine Eskalation vor allem über den Ölpreis relevant. US-Leichtöl verteuerte sich im Oktober um rund 14 Prozent. Höhere Energiepreise belasten Unternehmen über steigende Kosten und können zugleich die Inflation antreiben. Damit würden sie auch die Erwartungen an die Geldpolitik beeinflussen.

Am Montag gaben die Ölpreise allerdings nach. Als Gründe gelten Gespräche zwischen dem Iran und Vermittlern aus Katar über eine Beilegung des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran. Auch das Ausbleiben einer neuen militärischen Eskalation am Wochenende minderte den Risikoaufschlag am Ölmarkt. Analysten der ING sehen die kommenden Tage als entscheidend dafür an, ob dieser Aufschlag bestehen bleibt oder wieder abgebaut wird.

Tech-Zahlen bleiben Kurstreiber

Neben Politik und Rohstoffen richtet sich der Blick weiter auf Unternehmensgewinne. Nach den jüngsten Enttäuschungen bei US-Technologiekonzernen fragen sich Anleger verstärkt, ob die hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur zu ausreichend Erträgen führen. Apple legt nach US-Börsenschluss Zahlen vor. Starke Ergebnisse könnten die Sorgen im Technologiesektor zumindest vorübergehend dämpfen.

Auch in Deutschland setzt sich die Berichtssaison fort. Am Dienstag veröffentlichen unter anderem Bayer und die Deutsche Lufthansa ihre Zahlen zum dritten Quartal. Später in der Woche folgen BMW, Deutsche Telekom, Commerzbank und DHL. Für den Dax könnten diese Berichte neue Impulse bringen, zumal die makroökonomischen Risiken bereits hoch bleiben.

Hintergrund: Vorsicht vor Richtungsentscheidungen

Die aktuelle Börsenlage wird von mehreren Faktoren gleichzeitig geprägt. Der Dax kommt aus einer starken Oktoberphase, trifft nun aber auf politische Unsicherheit in den USA, schwankende Energiepreise und Zweifel an der Bewertung großer Technologiekonzerne. Das macht die Märkte anfälliger für abrupte Bewegungen.

Für Anleger bedeutet das: Einzelne Unternehmenszahlen können kurzfristig stark wirken, doch die größere Richtung dürfte vorerst von der US-Wahl, der Lage im Nahen Osten und den Ölpreisen abhängen. Solange diese Fragen offen sind, bleibt der deutsche Aktienmarkt trotz zwischenzeitlicher Erholung nervös.