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Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Fußball und Kapital

Viessmann kauft Anteilspaket beim FC Bayern

Die Viessmann Generations Group steigt bei der FC Bayern München AG ein. Der Klub erhält eine dreistellige Millionensumme, die Eigentümerstruktur ist damit ausgeschöpft.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein modernes Fußballstadion steht für die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Profifußballs.
Symbolbild: Ein modernes Fußballstadion steht für die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Profifußballs. KI-generiert

Der FC Bayern München holt mit der Viessmann Generations Group einen vierten Minderheitsaktionär in seine Profifußballgesellschaft. Das Familienunternehmen übernimmt das letzte noch vorgesehene Anteilspaket an der FC Bayern München AG. Für den Klub bedeutet der Einstieg eine dreistellige Millionensumme; eine offizielle Bezifferung des Kaufpreises gibt es nicht. Im Umfeld der Transaktion war über eine Größenordnung von rund 250 Millionen Euro spekuliert worden.

Mutterverein behält klare Mehrheit

Die Struktur des Klubs bleibt trotz des neuen Investors unverändert von der Mehrheit des Vereins geprägt. Nach der Satzung müssen 70 Prozent der Anteile beim Mutterverein bleiben. Die übrigen 30 Prozent verteilen sich künftig auf vier Minderheitsaktionäre: Adidas, Audi, Allianz und Viessmann.

Viessmann übernimmt dabei nicht einfach ein Paket, das am Ende exakt fünf Prozent entspricht. Der Einstieg wird als Kapitalerhöhung umgesetzt. Dadurch hält die Viessmann Generations Group nach Abschluss der Transaktion knapp 6,7 Prozent an der FC Bayern München AG. Die drei bisherigen externen Anteilseigner kommen anschließend jeweils auf etwas weniger als 7,8 Prozent. Zusammengenommen ist der für Investoren vorgesehene Anteil damit vollständig vergeben.

Für den FC Bayern ist der Schritt wirtschaftlich bedeutsam. Das zusätzliche Eigenkapital erweitert den finanziellen Spielraum des Vereins in einem Markt, in dem Spitzenklubs hohe Summen für Transfers, Gehälter, Infrastruktur und internationale Wettbewerbsfähigkeit aufbringen müssen. Präsident Herbert Hainer erklärte, der Einstieg stärke die Eigentümerbasis und verbessere die Kapitalausstattung der AG.

Viessmann erhält Sitz im Aufsichtsrat

Mit dem Anteilskauf wird Viessmann auch stärker in die Gremienstruktur des Klubs eingebunden. Max Viessmann, Vorstandschef der Viessmann Generations Group, soll in den Aufsichtsrat der FC Bayern München AG einziehen. Er gehört bereits dem Verwaltungsbeirat des Vereins an.

Für seinen Einzug wird das Kontrollgremium vergrößert. Statt bislang neun soll der Aufsichtsrat künftig zehn Mitglieder umfassen. Damit erhält der neue Anteilseigner einen formellen Platz in jenem Gremium, das die Arbeit des Vorstands überwacht und zentrale strategische Fragen begleitet.

Viessmann und der FC Bayern arbeiten bereits seit 2018 zusammen. Aus einer Partnerschaft wird nun eine Beteiligung am operativen Fußballgeschäft. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Bedeutung des Vereins im europäischen Fußball und dessen gesellschaftlicher Rolle. Max Viessmann betonte, man wolle zum weiteren Erfolg des Klubs beitragen.

Familienholding sucht neue Anlagen

Hinter dem Einstieg steht die Viessmann Generations Group, in der die Unternehmerfamilie ihre Beteiligungen bündelt. Die Familie hatte 2023 ihr Kerngeschäft mit Heiz- und Klimatechnik an den US-Konzern Carrier verkauft. Der Kaufpreis lag bei zwölf Milliarden Euro. Seither richtet die Familie ihr Kapital verstärkt auf neue Beteiligungen aus.

Der Einstieg beim FC Bayern passt in diese Phase der Neuaufstellung. Für die Münchner ist die Beteiligung zugleich der Abschluss eines seit Jahren angelegten Modells. Der Verein hatte bereits zuvor Minderheitsanteile an strategische Partner abgegeben, ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben. Die Mehrheit bleibt durch die 70-Prozent-Regel fest beim Mutterverein.

Einordnung für Klub und Branche

Der Anteilskauf zeigt, wie stark Profifußball und Kapitalmärkte inzwischen verbunden sind. Auch traditionell vereinsgeprägte Klubs benötigen hohe finanzielle Reserven, um im internationalen Wettbewerb Schritt zu halten. Der FC Bayern nutzt dafür ein Modell, das externe Partner einbindet, aber die vereinsrechtliche Kontrolle begrenzt abgibt.

Mit Viessmann ist das dafür vorgesehene Beteiligungsfenster ausgeschöpft. Weitere Minderheitsanteile können nach der aktuellen Struktur nicht ohne Änderung der Vorgaben vergeben werden. Für den Klub ist der Deal deshalb nicht nur eine Finanzspritze, sondern auch ein markanter Abschluss seiner bisherigen Anteilspolitik.