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Wirtschaft · Humanitäre Hilfe

UN-Programm kürzt Ernährungshilfe in Gaza deutlich

Das Welternährungsprogramm reduziert seine Unterstützung im Gazastreifen. Rund 500.000 Menschen erhalten wegen fehlender Mittel keine Hilfe mehr.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Lebensmittelhilfe in einem neutralen Lager steht für die Versorgung in Krisengebieten.
Symbolbild: Lebensmittelhilfe in einem neutralen Lager steht für die Versorgung in Krisengebieten. KI-generiert

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen schränkt seine Ernährungshilfe im Gazastreifen deutlich ein. Wegen fehlender Finanzierung werden rund eine halbe Million Palästinenserinnen und Palästinenser nicht mehr versorgt. Auch für Familien, die weiterhin Unterstützung bekommen, fallen die Leistungen geringer aus. Die Organisation hatte seit Beginn der Waffenruhe-Vereinbarung im Oktober 2025 monatlich rund 1,6 Millionen Menschen erreicht.

Finanzierung reicht nicht aus

Als Grund nennt das Welternährungsprogramm erhebliche Lücken im Budget. Für Einsätze in den Palästinensergebieten habe die Organisation 2026 weniger als die Hälfte der Mittel erhalten, die in früheren Jahren zur Verfügung standen. Das bisherige Hilfsniveau könne deshalb nicht aufrechterhalten werden.

Die Kürzung betrifft sowohl die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger als auch den Umfang der einzelnen Hilfspakete. Nach Angaben des Programms wird die Unterstützung um etwa ein Drittel zurückgefahren. Familien, die weiter berücksichtigt werden, erhalten künftig nur noch ein Lebensmittelpaket statt bislang zwei. Zudem wird der Umfang der Mehlversorgung reduziert.

Auch bei der Ausgabe warmer Mahlzeiten gibt es Einschnitte. Die tägliche Zahl sinkt von 250.000 auf 150.000. Damit trifft die Sparmaßnahme nicht nur Haushalte, die vollständig aus der Versorgung fallen, sondern auch Menschen, deren Versorgung bereits vorher von Hilfslieferungen abhing.

Unterschiedliche Bewertungen der Lage

Das Welternährungsprogramm beschreibt die Ernährungslage im Gazastreifen weiterhin als äußerst angespannt. Nach seinen Angaben leiden rund 67 Prozent der Bevölkerung unter akutem Hunger oder noch schwereren Formen von Ernährungsnot. Die Organisation warnt damit vor einer anhaltenden Versorgungskrise, die sich durch die Kürzungen weiter verschärfen kann.

Die internationale IPC-Initiative, die Ernährungskrisen weltweit einordnet, bewertet die Lage etwas anders. Sie sieht den Gazastreifen derzeit nicht mehr als Gebiet, das von einer Hungersnot betroffen ist. Zugleich verweist auch diese Einstufung auf schwere Mangelernährung und verbreitete Ernährungsunsicherheit in der Bevölkerung.

Die für Palästinenserangelegenheiten zuständige israelische Behörde Cogat weist Darstellungen einer akuten Ernährungskrise zurück. Sie erklärt, die Menge der Hilfslieferungen übersteige den Ernährungsbedarf der Bevölkerung. Nach ihrer Darstellung gibt es im Gazastreifen keine akute Ernährungsunsicherheit.

Folgen nach der Waffenruhe

Die Hilfsorganisation hatte seit der Waffenruhe-Vereinbarung im Oktober 2025 monatlich Lebensmittelpakete, Brot und Bargeldleistungen verteilt. Diese Unterstützung war für viele Familien ein zentraler Bestandteil der Versorgung. Mit der jetzt angekündigten Einschränkung verändert sich die Lage für Hunderttausende unmittelbar.

Die Lebensbedingungen im Gazastreifen bleiben nach den Kämpfen und den Zerstörungen der vergangenen Jahre schwierig. Im Sommer setzte Israel seine Angriffe wieder fort. Für die Zivilbevölkerung kommen zu beschädigter Infrastruktur und eingeschränkter medizinischer Versorgung nun geringere Hilfsleistungen hinzu.

Die Kürzung zeigt zugleich, wie abhängig humanitäre Programme von regelmäßigen internationalen Finanzzusagen sind. Wenn zugesagte oder erwartete Mittel ausbleiben, werden Hilfen oft nicht nur langsamer verteilt, sondern erreichen weniger Menschen. Im Gazastreifen trifft dies eine Bevölkerung, die nach Einschätzung internationaler Organisationen weiterhin stark auf Unterstützung angewiesen ist.

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