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Wirtschaft · Industriearbeitsplätze

Trumpf kürzt Belegschaft und baut Chipgeschäft aus

Der Maschinenbauer Trumpf beschäftigt weltweit 720 Menschen weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig entstehen im Geschäft mit Ausrüstung für die Chipproduktion mehr als 200 neue Jobs.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: In der Industrie entstehen neue Jobs in Zukunftsfeldern, während andere Bereiche Stellen abbauen.
Symbolbild: In der Industrie entstehen neue Jobs in Zukunftsfeldern, während andere Bereiche Stellen abbauen. KI-generiert

Der Maschinenbauer Trumpf hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich weniger Menschen beschäftigt als ein Jahr zuvor. Zum 30. Juni arbeiteten weltweit 17.583 Beschäftigte für das Unternehmen, 720 weniger als im Vorjahr. In Deutschland sank die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 7,1 Prozent auf 8.675. Gleichzeitig baut Trumpf das Geschäft mit Technik für die Halbleiterindustrie aus und schafft dort mehr als 200 zusätzliche Stellen.

Weniger Beschäftigte trotz Gewinn

Trumpf hatte die Personalzahlen bereits im Oktober mitgeteilt. Die Entwicklung zeigt, dass der Konzern trotz besserer Ertragslage weiter unter dem Druck des schwächeren Industrieumfelds steht. Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte Trumpf unter dem Strich 393,5 Millionen Euro. Im vorherigen Zeitraum hatten eine schwache Weltkonjunktur sowie Kosten im Zusammenhang mit Stellenabbau das Ergebnis belastet.

Der Rückgang der Beschäftigtenzahl betrifft den Konzern insgesamt und fällt in Deutschland prozentual besonders deutlich aus. Trumpf zählt zu den wichtigen deutschen Maschinenbauunternehmen. Der Konzern stellt unter anderem Laser, Werkzeugmaschinen und Elektronikkomponenten her. Die Entwicklung passt zu einer Lage, in der viele Industrieunternehmen Personal genauer planen, Kosten senken und zugleich einzelne Wachstumsfelder gezielt ausbauen.

Fokus auf Halbleitertechnik

Das Chipgeschäft ist für Trumpf ein solcher Bereich. Das Unternehmen liefert nach eigenen Angaben Technik an wichtige Ausrüster von Chipfabriken. Dazu zählen Plasmageneratoren, die in Produktionsanlagen für Halbleiter eingesetzt werden. Außerdem stellt Trumpf hochpräzise Lasersysteme her, die bei Maschinen für besonders feine Chipstrukturen benötigt werden.

Diese Technik ist relevant für leistungsstarke Halbleiter, wie sie etwa bei Anwendungen der Künstlichen Intelligenz eingesetzt werden. Bei modernen Chips geht es um Strukturen von weniger als sieben Nanometern. Für deren Herstellung sind extrem genaue Maschinen und Zulieferkomponenten notwendig. Trumpf arbeitet zudem an neuen Generatoren, mit denen sehr dünne Schichten bearbeitet werden können.

Der Aufbau zusätzlicher Stellen in diesem Segment steht damit neben dem Stellenrückgang im Gesamtkonzern. Das zeigt einen Umbau innerhalb des Unternehmens: Während die Gesamtbelegschaft schrumpft, fließt Personal in Bereiche, die stärker von langfristiger Nachfrage profitieren könnten.

Umbau statt breiter Expansion

Für die deutsche Industrie ist diese Mischung aus Abbau und gezieltem Aufbau ein wichtiges Signal. Der Maschinenbau leidet seit längerem unter einer schwächeren Nachfrage in Teilen der Weltwirtschaft. Gleichzeitig entstehen in bestimmten Technologien neue Absatzchancen, etwa bei Halbleitern, Energietechnik oder Automatisierung.

Bei Trumpf ist der Personalabbau nicht mit einem vollständigen Rückzug verbunden. Vielmehr verschiebt das Unternehmen Kapazitäten in Richtung Geschäftsfelder, die eng mit globalen Investitionen in Chipfabriken verbunden sind. Für Beschäftigte bedeutet das dennoch Unsicherheit: Neue Arbeitsplätze entstehen nicht zwangsläufig dort, wo zuvor Stellen weggefallen sind, und sie verlangen oft andere Qualifikationen.

Die Zahlen verdeutlichen zudem, dass ein Gewinnanstieg allein nicht automatisch zu steigenden Beschäftigtenzahlen führt. Unternehmen können profitabler werden und zugleich Personal abbauen, wenn sie Kosten senken, Prozesse verändern oder Investitionen stärker bündeln.

Einordnung

Die Entwicklung bei Trumpf steht für einen breiteren Strukturwandel in Teilen der deutschen Industrie. Klassische Industriekonzerne müssen mit schwacher Nachfrage, hohem Kostendruck und internationalem Wettbewerb umgehen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Technologien, die für Digitalisierung, Chipproduktion und Künstliche Intelligenz benötigt werden.

Damit verschiebt sich auch der Arbeitsmarkt innerhalb der Industrie. Gefragt sind zunehmend Tätigkeiten in spezialisierten technischen Bereichen. Der Stellenabbau in einem Teil des Unternehmens und der Aufbau in einem anderen Bereich können deshalb parallel stattfinden. Für die Industriepolitik und die Tarifparteien bleibt entscheidend, ob aus solchen Wachstumsfeldern langfristig ausreichend Beschäftigung entsteht, um Rückgänge in anderen Bereichen aufzufangen.