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Wirtschaft · Tech-Konzerne

Tesla und SpaceX prüfen möglichen Zusammenschluss

Tesla und SpaceX haben Sonderausschüsse für eine mögliche Fusion eingesetzt. Starke SpaceX-Zahlen machen den Schritt finanziell plausibler, doch Hürden bleiben hoch.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein möglicher Zusammenschluss von Tesla und SpaceX würde Autoindustrie, Raumfahrt, Satellitenkommunikation und KI-Infrastruktur enger verbinden.
Symbolbild: Ein möglicher Zusammenschluss von Tesla und SpaceX würde Autoindustrie, Raumfahrt, Satellitenkommunikation und KI-Infrastruktur enger verbinden. KI-generiert

Tesla und SpaceX prüfen formell einen möglichen Zusammenschluss. Elon Musk bestätigte in einer Videokonferenz, dass beide Unternehmen auf Wunsch von Aktionärinnen und Aktionären Sonderausschüsse eingesetzt haben. Musk selbst nimmt wegen möglicher Interessenkonflikte nicht an den Beratungen teil. Der Schritt fällt in eine Phase, in der SpaceX deutlich bessere Geschäftszahlen vorlegt und damit als finanziell stärkerer Partner erscheint.

SpaceX legt stark zu

SpaceX meldete für das abgelaufene Quartal einen Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Verlust von gut einer Milliarde Dollar ausgewiesen. Der Umsatz stieg um 161 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar. Besonders kräftig wuchs das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz und Rechenkapazitäten. Dieser Bereich erzielte 7,56 Milliarden Dollar Umsatz und legte damit um 830 Prozent zu.

Auch Starlink bleibt ein wichtiger Wachstumstreiber. Der Satelliteninternet-Dienst kam auf 5,2 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 69 Prozent im Jahresvergleich. Ende September nutzten 13,6 Millionen Kundinnen und Kunden den Dienst. Starlink ist zudem bereits in 3.800 Flugzeugen verfügbar. Zugleich sank der durchschnittliche Monatsumsatz je Nutzer erneut, weil SpaceX in neuen Märkten günstigere Einstiegstarife anbietet.

Die Expansion ist teuer. SpaceX investierte 16,4 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Die Ausgaben für neue Rechenzentren haben sich nach Unternehmensangaben in den vergangenen Monaten nahezu verdreifacht. Musk sagte bei der Vorstellung der Zahlen, die Bereiche Raketenstarts, Vernetzung und KI stünden an einem Wendepunkt.

Musk hält sich aus Gremien heraus

Musk bezeichnete eine Fusion von Tesla und SpaceX als „gute Idee“. Zugleich dämpfte er Erwartungen an einen schnellen Abschluss. Die Ausschüsse hätten noch keine Bedingungen vereinbart, und ein Zusammengehen sei nicht sicher. Für einen solchen Schritt wäre mindestens die Zustimmung von 50 Prozent der Tesla-Aktionärinnen und -Aktionäre erforderlich.

Die Beratungen könnten nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Person auch auf eine Übernahme von Tesla durch SpaceX hinauslaufen. Tesla lässt sich demnach von einer Investmentbank beraten. Musk ist bei beiden Unternehmen Großaktionär. Bei Tesla hält er knapp ein Fünftel der Anteile, bei SpaceX verfügt er über stimmrechtliche Kontrolle.

Für Musk hätte ein Zusammenschluss strategische Bedeutung. Er betont seit Langem, dass er bei Tesla mehr Einfluss brauche, um Pläne in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik umzusetzen. Eine gemeinsame Konzernstruktur könnte seinen Zugriff auf Kapital, Entwicklungsteams und Produktionskapazitäten ausweiten.

Mögliche Synergien und Risiken

Ein fusionierter Konzern käme auf eine Bewertung von rund 3,5 Billionen Dollar. Die Geschäftsfelder würden Elektroautos, Batterien, Robotik, KI, Satellitenkommunikation, Raketenstarts und Rechenzentren umfassen. Tesla arbeitet an selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern. SpaceX verdient inzwischen vor allem mit Starlink und KI-Rechenzentren Geld.

Die möglichen Überschneidungen sind erheblich. Starlink könnte die Datenverbindungen für Robotaxis und Roboter bereitstellen. Teslas Batterietechnik könnte SpaceX beim Energiebedarf künftiger Rechenzentren helfen. Beide Unternehmen haben zudem ein gemeinsames Projekt zur Produktion von KI-Chips angekündigt. Teslas Erfahrung mit automatisierter Fertigung könnte SpaceX bei der Industrialisierung der Starship-Produktion nutzen.

Für Anlegerinnen und Anleger wäre der Zusammenschluss ambivalent. Tesla-Investoren erhielten Zugang zu Starlink, Raumfahrt und KI-Infrastruktur. SpaceX-Anteilseigner würden am Auto-, Energie- und Robotikgeschäft von Tesla beteiligt. Befürworter sehen die Chance, Kapital und Talente effizienter einzusetzen. Kritiker verweisen auf ein breiteres Bündel technischer, finanzieller und regulatorischer Risiken.

Behörden dürften genau prüfen

Die größten Hürden liegen bei Regulierung und Geopolitik. SpaceX ist ein wichtiger Auftragnehmer des US-Militärs, der Geheimdienste und der US-Raumfahrtbehörde NASA. Tesla ist zugleich stark mit China verbunden, unter anderem über das Werk in Schanghai. Ein Zusammenschluss dürfte deshalb in den USA und in China genau geprüft werden.

Hinzu kommen operative Risiken. Starship-Raketen, Robotaxis, humanoide Roboter und große KI-Rechenzentren sind kapitalintensive Projekte mit ungewissem Ausgang. Eine Fusion würde diese Vorhaben nicht einfacher machen, sondern ihre Risiken in einem einzigen Konzern bündeln. Dennoch ist die Debatte durch die neuen SpaceX-Zahlen konkreter geworden: Aus einer lange diskutierten Vision ist eine formelle Prüfung mit erheblicher wirtschaftlicher Tragweite geworden.