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Wirtschaft · Unwetter in Deutschland

Sturmtief Manja sorgt für Warnungen und Ausfälle

Sturm, Regen und hohe Wasserstände treffen Deutschland. In Freiburg fiel zeitweise großflächig der Strom aus, an der Nordsee wird vor Sturmflut gewarnt.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Stürmisches Wetter an einer Küste steht für die Auswirkungen von Sturmtief Manja.
Symbolbild: Stürmisches Wetter an einer Küste steht für die Auswirkungen von Sturmtief Manja. KI-generiert

Sturmtief Manja bringt Deutschland an diesem Sonntag verbreitet Sturm und Regen. Der Deutsche Wetterdienst warnt in mehreren Regionen vor kräftigen Böen, an der Nordsee gelten zusätzliche Hinweise auf eine Sturmflut. Feuerwehren rückten bereits zu vielen Einsätzen aus, in Freiburg führte ein großflächiger Stromausfall zu Einschränkungen an der Uniklinik.

Warnungen in vielen Regionen

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind vor allem der Norden, die Mitte, der Westen und der Südwesten betroffen. In höheren Lagen oberhalb von 600 Metern können Böen bis 90 Kilometer pro Stunde auftreten. An besonders freien Standorten rechnet der Wetterdienst mit Windspitzen um 100 Kilometer pro Stunde. Auch in tieferen Lagen sind demnach Böen bis 70 Kilometer pro Stunde möglich.

Der Wetterdienst weist auf typische Gefahren bei solchen Windstärken hin. Äste können brechen, lose Gegenstände können vom Wind erfasst werden. Gartenmöbel und andere bewegliche Dinge im Freien sollten gesichert werden. Der Wind soll erst in der Nacht zum Montag allmählich schwächer werden.

Im Norden wirkt sich das Sturmtief besonders auf den Verkehr an der Küste aus. Für Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden an den Küsten orkanartige Böen erwartet, vereinzelt sind auch Orkanböen möglich. Im Binnenland der beiden Länder sowie in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen kann es ebenfalls stürmisch werden. Fährverbindungen zu mehreren Ostfriesischen Inseln sind eingeschränkt, auch nach Helgoland fallen zahlreiche Fahrten aus. Der Syltshuttle kündigte an, seinen Betrieb am Mittag zu unterbrechen.

Sturmflut an der Nordsee erwartet

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnt für die Nordseeküste vor einer Sturmflut. In der Nacht zum Montag soll das Hochwasser an der ostfriesischen Küste und im Elbegebiet um 1,5 bis 2 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen. Für das Wesergebiet werden rund 1,5 Meter erwartet, an der nordfriesischen Küste 2 bis 2,5 Meter.

Auch Hamburg ist betroffen. Am Pegel St. Pauli wird am Montagmorgen gegen 4.00 Uhr ein Wasserstand von etwa 2 Metern über dem mittleren Hochwasser erwartet. Ab 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser gilt ein Ereignis als Sturmflut.

Auf dem Brocken im Harz ist die Lage besonders angespannt. Dort treten laut Deutschem Wetterdienst bis Sonntagnachmittag Orkanböen bis 130 Kilometer pro Stunde auf. Bereits in der Nacht zu Sonntag wurde auf dem Berg eine Windgeschwindigkeit von 135 Kilometern pro Stunde gemessen. Der Aufenthalt im Freien kann dort wegen umstürzender Bäume und herabfallender Äste gefährlich sein.

Stromausfall in Freiburg

In Freiburg hatte der Sturm erhebliche Folgen. Nach Polizeiangaben waren zeitweise mehrere tausend Haushalte ohne Strom. Auslöser war demnach ein Blechdach, das durch den Wind in ein Umspannwerk geriet und dort einen Kurzschluss verursachte. Am Vormittag waren die meisten Haushalte wieder versorgt.

Auch die Universitätsklinik Freiburg war betroffen. Wegen des Stromausfalls konnte die Notaufnahme nicht im üblichen Umfang arbeiten. Die Klinik teilte mit, dass nur lebensbedrohliche Notfälle direkt kommen sollten. Andere Patientinnen und Patienten sollten auf umliegende Notaufnahmen und Notfallpraxen ausweichen.

In Nordrhein-Westfalen meldeten Feuerwehren zahlreiche Einsätze. Häufig ging es um umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste. Vereinzelt kam es zu Verkehrsbehinderungen. Die Deutsche Bahn meldete Einschränkungen wegen des Unwetters auf der Fernstrecke zwischen Münster und Recklinghausen.

Folgen auch im Ausland

Das Sturmtief wirkt sich auch außerhalb Deutschlands aus. In Großbritannien waren Medienberichten zufolge am Sonntagvormittag Zehntausende Haushalte in England ohne Strom, in Schottland weitere 6.000. Dort kam es außerdem zu Überschwemmungen, mehrere Veranstaltungen wurden abgesagt.

Am Flughafen Amsterdam-Schiphol gab es deutliche Einschränkungen. Dutzende Flüge fielen aus oder verspäteten sich, weil starker Westwind die Nutzung der Start- und Landebahnen einschränkte. In Skandinavien stellten zahlreiche Fähren vorübergehend den Betrieb ein. Umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr in Dänemark und Norwegen. In Schweden konnten Züge zwischen mehreren Städten, vor allem im Westen des Landes, nicht wie geplant fahren.

In Bayern bleibt das Wetter ebenfalls unruhig. Regen, Wind und einzelne Gewitter prägen den Tag. Die Schneefallgrenze liegt zunächst bei etwa 2.500 Metern, in der Nacht kann sie auf rund 1.500 Meter sinken. Dann sind in höheren Lagen ein bis fünf Zentimeter Neuschnee möglich. Auch auf dem Fichtelberg in Sachsen gingen Niederschläge bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Schnee über.

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