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Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Insolventer Discounter

Mäc Geiz schließt rund 60 Filialen

Der Haushaltsdiscounter Mäc Geiz verkleinert sein Netz deutlich. 123 Standorte sollen bleiben, rund 850 Arbeitsplätze könnten gesichert werden.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Discountergang steht für die schwierige Lage im stationären Einzelhandel.
Symbolbild: Ein Discountergang steht für die schwierige Lage im stationären Einzelhandel. KI-generiert

Der insolvente Non-Food-Discounter Mäc Geiz will einen großen Teil seines Geschäfts retten, aber rund 60 Filialen schließen. Nach Angaben des Unternehmens sollen 123 Standorte weiterlaufen. Das Dienstleistungs- und Logistikzentrum am Sitz in Landsberg in Sachsen-Anhalt bleibt ebenfalls bestehen. Bundesweit könnten etwa 850 Arbeitsplätze erhalten werden. Wie viele Beschäftigte ihren Job verlieren, ist bislang nicht beziffert.

Filialnetz wird deutlich kleiner

Mäc Geiz hatte zuletzt mehr als 180 Geschäfte in Deutschland. Künftig soll etwa ein Drittel davon wegfallen. Welche Standorte betroffen sind, hat das Unternehmen nicht veröffentlicht. Die Kette ist vor allem in Ostdeutschland präsent und verkauft unter anderem Haushaltswaren, Drogerieartikel, Schreibwaren und weitere Produkte des täglichen Bedarfs.

Im Frühjahr beschäftigte die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH nach eigenen Angaben noch knapp 1.200 Menschen. Mit der jetzt geplanten Neuaufstellung würde die Belegschaft voraussichtlich kleiner ausfallen. Zugleich stellt das Unternehmen heraus, dass der überwiegende Teil der Standorte weitergeführt werden soll.

Geschäftsführer Rüdiger Grommes zeigt sich trotz der Einschnitte zuversichtlich. Das Unternehmen setzt nach seinen Angaben weiter auf sein Geschäftsmodell und will Kundinnen und Kunden auch künftig an vielen Orten erreichen. Geplant sind unter anderem zusätzliche Produkte und erweiterte Sortimentsbereiche.

Gläubiger stimmen über Plan ab

Die Handelskette hatte im Mai Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Anfang August eröffnete das Amtsgericht Halle das Verfahren. Bei dieser Form der Insolvenz bleibt die Geschäftsführung im Amt, arbeitet aber unter gerichtlicher Kontrolle an einer Sanierung.

Im Dezember sollen die Gläubiger am Amtsgericht Halle (Saale) über den Sanierungsplan entscheiden. Der Plan soll die Grundlage schaffen, um Schulden abzubauen und das Unternehmen wirtschaftlich neu aufzustellen. Für Mäc Geiz ist diese Abstimmung zentral: Erst mit der Zustimmung der Gläubiger kann die geplante Restrukturierung verbindlich umgesetzt werden.

Als Gründe für die wirtschaftlichen Probleme nennt das Unternehmen vor allem die schwache Konsumlaune. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher halten sich wegen gestiegener Lebenshaltungskosten und wirtschaftlicher Unsicherheit beim Einkauf zurück. Hinzu kommt ein hoher Wettbewerbsdruck, auch durch digitale Anbieter und den Onlinehandel.

Druck auf Billigketten nimmt zu

Mäc Geiz steht in einem Markt, in dem mehrere Anbieter um preisbewusste Kundschaft konkurrieren. Dazu zählen andere Non-Food-Discounter und Warenhausketten mit günstigen Sortimenten. Das Geschäft ist stark von Laufkundschaft, niedrigen Preisen und schnellen Warenumschlägen abhängig. Steigende Kosten und zurückhaltende Nachfrage können solche Modelle besonders belasten.

Auch im Umfeld des Unternehmens gibt es Probleme. Zu Beginn des Jahres war Mäc Geiz von der Kodi Beteiligungs GmbH übernommen worden. Zu dieser gehört auch der Discounter Kodi, der im Juli ebenfalls einen Insolvenzantrag stellte. Dort sollen 43 Filialen geschlossen werden, etwa 100 Standorte werden weitergeführt.

Die Entwicklung zeigt, wie angespannt das Geschäft mit günstigen Alltagswaren geworden ist. Mäc Geiz versucht nun, mit einem verkleinerten Filialnetz, gesichertem Logistikstandort und überarbeitetem Sortiment aus der Insolvenz zu kommen. Ob die Sanierung gelingt, hängt maßgeblich von der Entscheidung der Gläubiger im Dezember ab.