Wirtschaft · Automarkt
E-Autos werden bei hoher Nachfrage teurer
Elektroautos ziehen in Deutschland weiter mehr Interesse auf sich, werden für Käuferinnen und Käufer aber zugleich teurer. Nach Berechnungen des Center Automotive Research in Bochum haben Hersteller und Handel im Oktober die Preisnachlässe für reine Stromer reduziert. Bei Verbrennern und Plug-in-Hybriden fielen die Rabatte dagegen etwas höher aus.
Spritpreise stützen E-Auto-Preise
Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer sieht einen Zusammenhang mit den höheren Kosten an der Tankstelle. Der hohe Preis für Kraftstoff verschaffe den Anbietern von Elektroautos Spielraum für höhere Verkaufspreise, sagte er sinngemäß. Die steigende Nachfrage nach Stromern trifft damit auf eine zurückhaltendere Rabattpolitik.
Im Durchschnitt lagen die tatsächlichen Verkaufspreise für Verbrenner im Oktober 19,6 Prozent unter dem Listenpreis. Bei Elektroautos betrug der Nachlass im Schnitt 16,3 Prozent. Zusätzlich können Käuferinnen und Käufer je nach wirtschaftlichen Voraussetzungen staatliche Förderungen von bis zu 6.000 Euro nutzen.
Abstand zwischen Antrieben wächst
Der Preisunterschied zwischen Elektroautos und Verbrennern hat sich der Studie zufolge wieder vergrößert. Im Oktober lag der durchschnittlich ermittelte Abstand bei mehr als 2.900 Euro. Im Dezember 2025 waren Elektroautos im Durchschnitt nur 1.328 Euro teurer als vergleichbare Verbrenner gewesen.
Für die Untersuchung wertet das Center Automotive Research regelmäßig Angebotspreise der jeweils 25 meistverkauften Modelle in den betrachteten Kategorien aus. Zu den stärker rabattierten Verbrennern zählen wichtige Volumenmodelle wie VW Golf, Opel Astra und Fiat 500.
Plug-in-Hybride mit hohen Rabatten
Auch Plug-in-Hybride werden derzeit kräftig rabattiert. Für die 20 meistverkauften Modelle mit dieser Antriebsart lag der durchschnittliche Preisnachlass im Oktober bei 20,3 Prozent. Besonders hohe Abschläge werden bei einzelnen chinesischen Modellen beobachtet.
Gleichzeitig haben die Europäische Union und China vereinbart, die Einfuhr chinesischer Hybridfahrzeuge zu begrenzen. Das kann die Angebotslage in diesem Segment beeinflussen, falls weniger Fahrzeuge aus China auf den europäischen Markt kommen.
Bedeutung für Hersteller und Käufer
Die Zahlen zeigen, dass sich die Preisdynamik im deutschen Neuwagenmarkt weiter verschiebt. Elektroautos profitieren von wachsendem Interesse und hohen Kraftstoffkosten, verlieren aber beim direkten Preisvergleich wieder etwas an Boden. Für Käuferinnen und Käufer bleibt der tatsächliche Endpreis daher stark von Rabatten, Förderbedingungen und Modellwahl abhängig.
Für Hersteller bedeutet die Entwicklung mehr Spielraum bei elektrischen Modellen, während klassische Verbrenner weiterhin über Preisnachlässe gestützt werden. Der Wettbewerb im Massenmarkt bleibt damit angespannt, auch weil viele Kundinnen und Kunden bei der Entscheidung zwischen Antriebsarten auf Anschaffungskosten, Betriebskosten und staatliche Förderung achten.