Wirtschaft · Bankenbilanz
Deutsche Bank steigert Gewinn auf 2,63 Milliarden Euro
Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal ihren Gewinn erneut gesteigert und die Markterwartungen übertroffen. Vor Steuern verdiente Deutschlands größtes Geldhaus 2,63 Milliarden Euro, acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Nach Steuern blieb ein Überschuss von rund 1,9 Milliarden Euro, davon entfielen etwa 1,59 Milliarden Euro auf die Aktionärinnen und Aktionäre. Das Institut sieht sich nach den Zahlen vom Mittwoch auf Kurs, sein Ertragsziel für 2026 zu übertreffen.
Erträge steigen auf 8,34 Milliarden Euro
Die Erträge der Bank legten im Zeitraum von Juli bis September um vier Prozent auf 8,34 Milliarden Euro zu. Analystinnen und Analysten hatten im Schnitt mit niedrigeren Werten gerechnet. Ihre Erwartungen lagen beim Vorsteuergewinn bei rund 2,39 bis 2,4 Milliarden Euro, beim den Anteilseignern zurechenbaren Gewinn bei etwa 1,4 bis 1,44 Milliarden Euro. Auch bei den Erträgen schnitt die Bank besser ab als die durchschnittliche Schätzung von rund 8,2 Milliarden Euro.
Konzernchef Christian Sewing wertet die Entwicklung als Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. Er sprach von einem dritten Rekordquartal in Folge. Die Bank hält zudem nicht nur an ihren Zielen für 2026 fest, sondern stellt höhere Erträge in Aussicht. Statt lediglich das bisher angepeilte Niveau von rund 33 Milliarden Euro im Gesamtjahr zu erreichen, rechnet das Institut nun damit, diese Marke zu übertreffen.
Auch für die mittelfristige Rentabilität äußerte sich die Führung zuversichtlich. Sewing stellte weitere Erläuterungen nach dem Jahreswechsel in Aussicht. Im Januar will die Bank zusammen mit den Jahreszahlen erklären, welche zusätzlichen Ziele sie sich zutraut und wie diese erreicht werden sollen.
Unternehmensbank liefert starkes Ergebnis
Besonders kräftig entwickelte sich die Unternehmensbank. Dort stiegen die Erträge um neun Prozent auf 1,98 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich um elf Prozent auf 743 Millionen Euro. Damit trug dieser Bereich maßgeblich zum insgesamt starken Quartal bei.
Die Investmentbank blieb ebenfalls ein zentraler Gewinnbringer, auch wenn die Detailzahlen gemischt ausfielen. Die Erträge gingen hier um zwei Prozent auf 2,92 Milliarden Euro zurück. Dennoch erhöhte sich das Vorsteuerergebnis um zwölf Prozent auf eine Milliarde Euro. Dazu trugen eine geringere Risikovorsorge in diesem Bereich und eine günstigere Kostenstruktur bei.
In der Privatkundenbank stiegen die Erträge um acht Prozent auf 2,61 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis legte dort aber nur leicht um zwei Prozent auf 699 Millionen Euro zu. Belastend wirkten Investitionen in künftiges Wachstum sowie Kosten für Personalmaßnahmen. Effizienzgewinne aus organisatorischen Vereinfachungen und früheren Filialschließungen wirkten dem entgegen.
Die Vermögensverwaltung erzielte Erträge von 766 Millionen Euro, vier Prozent mehr als im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis stieg um drei Prozent auf 244 Millionen Euro. Finanzchef Raja Akram sprach von einer soliden Entwicklung in allen vier Geschäftsbereichen.
Kostenquote sinkt, Risikovorsorge steigt
Die Kostenentwicklung verbesserte sich weiter. Die Aufwand-Ertrag-Relation lag im Quartal bei 62,4 Prozent und damit zwei Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. Die Bank musste also rechnerisch 62,4 Cent ausgeben, um einen Euro Ertrag zu erzielen. Zugleich bekräftigte sie, Kapital an die Anteilseigner zurückgeben und die Kosten weiter im Blick behalten zu wollen.
Nicht alle Kennzahlen verbesserten sich. Die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle stieg insgesamt um neun Prozent auf 501 Millionen Euro. Damit stellt sich die Bank auf höhere mögliche Belastungen aus dem Kreditgeschäft ein. Trotz dieses Anstiegs blieb das Quartalsergebnis deutlich über den Erwartungen.
Umbau zeigt Wirkung, Altlasten bleiben
Der aktuelle Gewinnanstieg steht vor dem Hintergrund eines tiefgreifenden Umbaus, den Sewing nach seinem Amtsantritt 2018 angestoßen hatte. Das Institut strich Stellen, senkte Kosten und trennte sich von weniger rentablen Geschäften. Ziel der Bankführung ist es, die Deutsche Bank als führendes europäisches Institut zu positionieren.
Gleichzeitig sind Altlasten weiter ein Thema. Im Juli wurden erneut Räume der Bank sowie der Postbank durchsucht. Im Raum stand der Verdacht sogenannter Cum-Cum-Geschäfte der Postbank. Zudem legte die Bank im September einen Schadenersatzstreit mit einem ehemaligen Manager außergerichtlich bei. Weitere frühere Beschäftigte fordern in ähnlichen Verfahren hohe Summen.
Im internationalen Vergleich profitierten zuletzt mehrere große Banken von besseren Geschäften. Auch große US-Institute und die UBS meldeten im dritten Quartal teils deutliche Gewinnsteigerungen. Die Deutsche Bank setzt sich mit ihren Zahlen in dieses Umfeld ein, muss aber beweisen, dass der Rekordlauf auch bei schwächeren Einzelposten anhält.