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Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Kryptoangriff

Binance meldet Milliardenverlust nach Hackerangriff

Bei Binance sind nach Unternehmensangaben Kryptoassets in Milliardenhöhe betroffen. Die Börse stoppte vorübergehend Ein- und Auszahlungen und will Verluste ersetzen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Cyberangriff auf eine Kryptobörse kann binnen Minuten Milliardenwerte betreffen.
Symbolbild: Ein Cyberangriff auf eine Kryptobörse kann binnen Minuten Milliardenwerte betreffen. KI-generiert

Binance ist von einem schweren Hackerangriff getroffen worden. Nach Angaben der Kryptobörse sind Werte von schätzungsweise 6,3 Milliarden Dollar betroffen, umgerechnet etwa 5,63 Milliarden Euro. Die Plattform setzte Ein- und Auszahlungen vorübergehend aus. Zugleich erklärte Binance über die Plattform X, die Guthaben der Kundinnen und Kunden seien „sicher“. Entstandene Verluste sollten vollständig ausgeglichen werden.

Ein- und Auszahlungen gestoppt

Der Angriff trifft die größte Handelsplattform für Digitalwährungen in einer Phase, in der viele Marktteilnehmer besonders aufmerksam auf Sicherheitsrisiken im Kryptosektor blicken. Binance machte zunächst keine Angaben dazu, wann der Zahlungsverkehr wieder vollständig laufen soll. Das Aussetzen von Ein- und Auszahlungen soll verhindern, dass weitere Werte abfließen oder verdächtige Bewegungen unkontrolliert fortgesetzt werden.

Nach Unternehmensangaben gelang es Binance gemeinsam mit Partnern, betroffene Digitalwerte im Umfang von rund drei Milliarden Dollar zu sperren. Damit wäre ein erheblicher Teil der betroffenen Summe zunächst blockiert. Zugleich bleibt ein großer Betrag außerhalb des direkten Zugriffs der Börse und der beteiligten Partner.

Die von Binance genannte Gesamtsumme liegt bei rund 6,3 Milliarden Dollar. Die Analysefirma TRM Labs beziffert die bewegten Werte auf 6,36 Milliarden Dollar. Damit bewegen sich die Angaben in einer ähnlichen Größenordnung, auch wenn sie nicht exakt übereinstimmen.

Spur führt zu nordkoreanischer Gruppe

TRM Labs schreibt den Angriff der nordkoreanischen Hackergruppe TraderTraitor zu. Nach Erkenntnissen der Analysten verschoben die Angreifer einen großen Teil der Summe innerhalb von etwa 20 Minuten. Die schnelle Abfolge von Transaktionen deutet darauf hin, dass die Täter auf ein rasches Weiterleiten der Digitalwerte setzten.

Nach Einschätzung von TRM Labs versuchten die Angreifer, Maßnahmen zum Einfrieren der Werte zuvorzukommen. Bei Kryptowährungen können Herausgeber oder beteiligte Plattformen unter bestimmten Umständen einzelne Einheiten blockieren oder deren Nutzung erschweren. Genau diesen Zugriff wollten die Täter demnach durch schnelle Transfers umgehen.

TRM Labs geht davon aus, dass die Angreifer derzeit noch Kryptowährungen im Wert von rund 2,4 Milliarden Dollar halten, auf die die Herausgeber keinen Zugriff haben. Damit wäre trotz der bereits gesperrten Werte weiterhin ein sehr hoher Betrag nicht gesichert.

Größter Angriff auf eine Kryptobörse

Nach Einschätzung von TRM Labs handelt es sich um den bislang größten bekannten Angriff auf eine Kryptobörse. Der bisher schwerste Fall betraf Anfang 2025 die Börse Bybit. Damals wurden Kryptowährungen im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar entwendet. Auch dieser Angriff wurde der Gruppe TraderTraitor zugerechnet.

Der aktuelle Fall übertrifft diesen Vergleichswert um ein Mehrfaches. Für Binance steht nun neben der technischen Aufarbeitung auch die Frage im Mittelpunkt, wie schnell Vertrauen bei Nutzerinnen und Nutzern wiederhergestellt werden kann. Die Zusage, Bestände abzusichern und Verluste zu ersetzen, ist dabei ein zentrales Signal an den Markt.

Bedeutung für den Kryptomarkt

Angriffe auf große Handelsplätze können weit über die betroffene Plattform hinauswirken. Kryptobörsen bündeln hohe Vermögenswerte und sind deshalb ein bevorzugtes Ziel professioneller Angreifer. Wenn große Beträge in kurzer Zeit verschoben werden, geraten Sicherheitsmechanismen, Partnernetzwerke und Herausgeber einzelner Digitalwährungen unter erheblichen Zeitdruck.

Der Fall zeigt zudem, wie wichtig schnelle Reaktionen nach einem Angriff sind. Binance verweist auf eingefrorene Werte in Milliardenhöhe. Gleichzeitig bleibt nach den Angaben von TRM Labs ein beträchtlicher Teil der Digitalwerte außerhalb des Zugriffs. Für den Markt wird entscheidend sein, ob weitere Vermögenswerte blockiert werden können und wann Binance den normalen Zahlungsverkehr wieder vollständig aufnimmt.