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Wirtschaft · Apple-Notebooks

Apple stellt erstes MacBook mit Touchscreen vor

Apple ändert seine Linie bei Mac-Notebooks: Das neue MacBook Pro bekommt erstmals einen berührungsempfindlichen OLED-Bildschirm und startet in Deutschland bei rund 3.300 Euro.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein modernes Notebook mit berührungsempfindlichem Bildschirm steht für Apples Kurswechsel beim MacBook.
Symbolbild: Ein modernes Notebook mit berührungsempfindlichem Bildschirm steht für Apples Kurswechsel beim MacBook. KI-generiert

Apple bringt erstmals ein MacBook mit berührungsempfindlichem Display auf den Markt. Das neue MacBook Pro mit PROLED XDR Display soll sich neben Tastatur und Trackpad auch direkt per Finger bedienen lassen. In Deutschland beginnt der Preis bei etwa 3.300 Euro, der Verkaufsstart ist für den 6. November vorgesehen. Damit rückt Apple von einer Haltung ab, die der Konzern über viele Jahre vertreten hatte: Touch-Bedienung blieb bislang dem iPad vorbehalten, während Macs auf Maus, Tastatur und Trackpad ausgerichtet waren.

Neues Spitzenmodell oberhalb der bisherigen Reihe

Das Touch-Modell ersetzt die bisherigen MacBook-Pro-Geräte nicht, sondern wird oberhalb der bekannten Reihe eingeordnet. Apple bietet es in den Größen 14 und 16 Zoll an. Im Inneren arbeiten je nach Konfiguration M5-Pro- oder M5-Max-Chips. Die Varianten ohne Touchscreen bleiben weiter im Sortiment; das 14-Zoll-MacBook-Pro erhält daneben ein Update auf den M6-Chip.

Das neue Display setzt auf OLED-Technik. Apple nennt Helligkeitswerte von bis zu 2.000 Nits. Die Anzeige soll starke Kontraste, tiefe Schwarztöne und eine hohe Farbdarstellung liefern. Der Touchsensor ist nach Unternehmensangaben direkt in das Panel eingebaut. Dadurch soll die Eingabe ohne spürbare Verzögerung wirken. Unterstützt werden Gesten wie Scrollen, Zoomen und Zeichnen. Eigene Programme seien angepasst, viele weitere Anwendungen sollen Berührungen wie Mausklicks verarbeiten können.

Für die Touch-Nutzung passt Apple auch macOS 27 an. Das System reagiert demnach darauf, ob Nutzerinnen und Nutzer gerade das Display berühren oder klassische Eingabegeräte verwenden. Einen Hinweis auf Unterstützung für den Apple Pencil gibt es nicht.

Leichteres Gehäuse und Dynamic Island

Beim Design bleibt Apple nah an der bisherigen MacBook-Pro-Form, nimmt aber mehrere Änderungen vor. Die Displayränder fallen schmaler aus, das Scharnier wurde verstärkt, damit der Bildschirm bei Berührung stabil bleibt. Die 14-Zoll-Version wiegt je nach Angabe rund 1,38 bis 1,4 Kilogramm und ist damit etwa 220 bis 230 Gramm leichter als das aktuelle 14-Zoll-Pro-Modell. Das größere 16-Zoll-Gerät verliert gut 300 Gramm und bleibt unter zwei Kilogramm.

Erstmals zieht außerdem die vom iPhone bekannte Dynamic Island in ein MacBook ein. Der Bereich um die Kamera kann Statusinformationen, Suche, Live-Aktivitäten und Siri AI anzeigen. Nach mehreren Jahren kehrt auch das beleuchtete Apple-Logo auf der Rückseite des Displaydeckels zurück.

Bei den Anschlüssen setzt Apple weiter auf drei Thunderbolt-5-Ports im USB-C-Format, HDMI, einen SD-Kartenslot und MagSafe. Geladen werden kann über MagSafe oder USB-C. Ein Netzteil liegt in Deutschland nicht bei. Apple nennt je nach Nutzung und Ausstattung bis zu 24 Stunden Akkulaufzeit, beim Surfen bis zu 14 Stunden.

Hoher Einstiegspreis und keine Mobilfunkoption

Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro, 24 Gigabyte Arbeitsspeicher und 1 Terabyte SSD startet bei knapp 3.300 Euro. Für die 16-Zoll-Version mit M5 Pro werden rund 3.900 Euro fällig. Mit M5 Max beginnt das größere Modell bei etwa 5.600 Euro. In maximaler Ausstattung steigt der Preis auf mehr als 16.000 Euro. Vorbestellungen sind möglich, erhältlich sein sollen die Geräte ab 6. November.

Eine Mobilfunkversion bietet Apple weiterhin nicht an. Die drahtlose Verbindung läuft über Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Auch Face ID zieht nicht in das neue MacBook ein; die Anmeldung erfolgt weiter per Touch ID.

Bruch mit einer alten Apple-Linie

Die Einführung ist für Apple ein deutlicher Kurswechsel. Steve Jobs hatte Touchscreens an Notebooks einst mit ergonomischen Bedenken zurückgewiesen und sie als „furchtbar“ bezeichnet. Auch spätere Apple-Manager betonten wiederholt, das iPad sei für Fingerbedienung gedacht, der Mac dagegen für Tastatur und Zeigegeräte.

Windows-Notebooks mit Touchscreen gibt es seit vielen Jahren. Apple hielt dagegen lange an einer klaren Trennung seiner Geräteklassen fest. Mit dem neuen MacBook Pro öffnet der Konzern den Mac nun für eine Bedienform, die vor allem bei kreativen Anwendungen beworben wird: etwa beim Drehen von 3D-Modellen, beim Zeichnen oder bei Musiksoftware direkt auf dem Bildschirm.