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Stündlich aktualisiert

Politik · Ausschreitungen in Berlin

Zehn Festnahmen nach Randale in Berlin-Reinickendorf

Im Märkischen Viertel randalieren am Sonntagabend bis zu 120 meist junge Menschen. Die Polizei nimmt zehn Jugendliche fest, darunter einen 14-Jährigen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Polizeiliche Präsenz in einem Berliner Wohnviertel nach nächtlichen Ausschreitungen.
Symbolbild: Polizeiliche Präsenz in einem Berliner Wohnviertel nach nächtlichen Ausschreitungen. KI-generiert

Bis zu 120 überwiegend junge Menschen haben am Sonntagabend im Märkischen Viertel in Berlin-Reinickendorf randaliert. Nach Angaben der Polizei wurden Feuerwerkskörper gezündet, Steine geworfen und Molotowcocktails eingesetzt. Ein Brandsatz traf einen Polizeibeamten, entzündete sich aber erst beim Aufprall auf dem Boden. Verletzte wurden nicht gemeldet. Die Polizei nahm bislang zehn Jugendliche fest, darunter einen 14-Jährigen.

Gruppe wächst im Verlauf an

Die Ansammlung begann nach Polizeiangaben am frühen Sonntagabend zunächst mit etwa 30 Personen. Später wuchs die Gruppe zeitweise auf bis zu 120 Menschen an. Die Jugendlichen bewegten sich an mehreren Orten im Viertel, darunter am Senftenberger Ring, am Wilhelmsruher Damm, in der Märkischen Zeile sowie in der Markendorfer, Königshorster und Schorfheidestraße.

Mit dem Eintreffen der Einsatzkräfte zerstreuten sich Gruppen immer wieder und formierten sich andernorts neu. Aus der Menge heraus wurden nach Polizeiangaben Pyrotechnik, Steine und mindestens zwei Molotowcocktails geworfen. Zudem versuchten Beteiligte, einen Container auf die Fahrbahn zu bringen und in Brand zu setzen.

Die Polizei war mit rund 80 Einsatzkräften vor Ort. Später meldete sie, die Lage habe sich beruhigt; im Gebiet seien nur noch kleinere Gruppen unterwegs gewesen. Zu den festgenommenen Jugendlichen sollen auch Personen gehören, die als mutmaßliche Werfer von Brandsätzen gelten.

Zweiter Abend mit Zwischenfällen

Bereits in der Halloween-Nacht hatte es im Märkischen Viertel größere Störungen gegeben. Jugendgruppen warfen am Wilhelmsruher Damm wiederholt mit Pyrotechnik und Eiern. Der Busverkehr musste dort für mehrere Stunden unterbrochen werden. Die Polizei nahm unter anderem ein 13-jähriges Kind in Gewahrsam.

Später flogen nach Angaben der Polizei mit Benzin gefüllte Plastikflaschen und Feuerwerkskörper in Richtung von Einsatzkräften. Die erneuten Ausschreitungen am Sonntagabend waren damit der zweite größere Einsatz in dem Berliner Stadtteil innerhalb kurzer Zeit.

Auch in anderen Städten waren rund um Halloween zahlreiche Polizeieinsätze registriert worden. Gemeldet wurden unter anderem brennende Mülltonnen, Würfe mit Pyrotechnik, Körperverletzungen und Ruhestörungen. Mehrere Polizeibehörden hatten wegen Erfahrungen aus den Vorjahren ihre Präsenz erhöht und griffen frühzeitig ein.

Polizei blickt auch auf Schulen

Unabhängig von den Ausschreitungen im Märkischen Viertel bereitet sich die Berliner Polizei nach den Herbstferien auf mögliche Proteste im Umfeld von Schulen vor. Hintergrund sind Aktionen der Bewegung „GenZ regelt“, die unter anderem mehr Geld für Schulen, Entlastung bei steigenden Lebenshaltungskosten, soziale Gerechtigkeit und stärkeren Klimaschutz fordert.

Vor Beginn der Ferien hatten Schülerinnen und Schüler vor einem Gymnasium in Berlin-Friedrichshain protestiert und Eingänge blockiert. Die Polizei stellte dort nach eigenen Angaben zusätzlich eine Gruppe von etwa 50 Personen fest, die nicht zur Schule gehörte. Während der Schülerprotest friedlich blieb, kam es in dieser weiteren Gruppe zu Rangeleien mit Einsatzkräften.

Die Polizei steht deshalb nach eigenen Angaben in Kontakt mit der Bildungsverwaltung und den Schulen. Es gehe nicht darum, Demonstrationen zu verhindern. Blockaden von Eingängen sollten jedoch unterbunden werden, damit Unterricht stattfinden könne.

Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch erklärte, politische Auseinandersetzung gehöre zur Demokratie. Zugleich dürften Schülerinnen und Schüler nicht daran gehindert werden, die Schule zu betreten oder am Unterricht teilzunehmen. Erkenntnisse über eine zunehmende Zahl von Aufrufen zu Schulblockaden liegen der Berliner Polizei bislang nicht vor. Die Entwicklungen würden jedoch weiter beobachtet.