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Stündlich aktualisiert

Politik · Konflikt am Golf

USA greifen iranische Ziele an der Straße von Hormus an

Das US-Militär hat iranische Stellungen an der Straße von Hormus attackiert. Auf Keschm wurden Explosionen gemeldet, kurz vor den US-Kongresswahlen wächst die Sorge vor Eskalation.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Die Straße von Hormus steht im Zentrum des Konflikts zwischen den USA und Iran.
Symbolbild: Die Straße von Hormus steht im Zentrum des Konflikts zwischen den USA und Iran. KI-generiert

Die USA haben am Montag iranische Ziele im Bereich der Straße von Hormus angegriffen. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen richteten sich die Attacken gegen Einheiten, die zuvor Boden-Luft-Raketen gegen amerikanische Einrichtungen eingesetzt haben sollen. Auf der iranischen Insel Keschm wurden mehrere Explosionen gemeldet. Der Angriff fällt in eine politisch heikle Phase: In den USA stehen an diesem Dienstag Kongresswahlen an, zugleich hatte die Regierung zuletzt öffentlich Zuversicht für eine mögliche Einigung mit Teheran gezeigt.

Explosionen auf Keschm

Keschm liegt an der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl und Flüssiggas. Auf der Insel sollen kurz nacheinander fünf Explosionen zu hören gewesen sein. Bewohner berichteten zudem von zwei Flugzeugen am Himmel. Über Schäden oder mögliche Opfer lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor.

Aus dem Umfeld der US-Regierung hieß es, die Angriffe seien begrenzt gewesen. Sie richteten sich demnach gegen iranische Kräfte, die amerikanische Einrichtungen mit Flugabwehrraketen bedroht oder beschossen hätten. Eine offizielle ausführliche Stellungnahme des US-Verteidigungsministeriums lag zunächst nicht vor. Das Ministerium verwies auf das zuständige Regionalkommando Centcom.

Die Attacke auf Keschm steht offenbar nicht allein. In Washington wird davon gesprochen, dass es in den vergangenen Wochen bereits mehrere kleinere Einsätze gegen iranische Ziele gegeben habe. Diese seien nicht öffentlich gemacht worden. Einzelne Regierungsvertreter stellen sie als defensive Maßnahmen dar, mit denen weitere Angriffe auf Handelsschiffe in der Meerenge verhindert werden sollten.

Widerspruch zu Friedenssignalen

Der Zeitpunkt der Angriffe sorgt für besondere Aufmerksamkeit. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, er wolle vor den Wahlen keine Angriffe auf den Iran anordnen. Noch am Vorabend der Abstimmung deutete er öffentlich die Möglichkeit einer Verständigung mit Teheran an. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er zu einem möglichen Friedensschluss: „Es könnte passieren!“

Auch Vizepräsident JD Vance äußerte sich optimistisch. Er sagte am Montag, er habe mit Trump über die Gespräche mit Iran gesprochen. Beide seien nach seinen Worten „recht zuversichtlich“, was eine mögliche Verhandlungslösung betreffe.

Diese Signale stehen nun neben den Berichten über neue militärische Schläge. Die US-Regierung versucht offenbar, die Einsätze als begrenzte Reaktion darzustellen und nicht als Rückkehr zu umfassenden Kampfhandlungen. Dennoch erhöhen Angriffe in der Straße von Hormus das Risiko weiterer Gegenreaktionen. Die Meerenge ist seit Monaten ein Zentrum des Konflikts.

Strategische Bedeutung der Meerenge

Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar hat Teheran die Straße von Hormus weitgehend blockiert. Zudem greifen iranische Kräfte dort regelmäßig Schiffe an. Die USA reagierten mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen. Damit ist die Region nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich hochsensibel.

Ein großer Teil des weltweiten Öl- und Gastransports führt durch die Straße von Hormus. Jede Störung kann sich rasch auf Energiepreise und Lieferketten auswirken. Die durch die Blockade stark gestiegenen Ölpreise gaben am Montag allerdings um mehr als sieben Prozent nach. Als Grund gilt die Hoffnung auf ein mögliches Ende des Konflikts.

Für Trump und die Republikaner kommt die Eskalation zu einem schwierigen Zeitpunkt. Der Krieg mit Iran ist in den USA unpopulär. Hohe Benzinpreise und wirtschaftliche Folgen gelten als Belastung für die Regierungspartei im Kampf um ihre Mehrheiten im Kongress.

Wahlkampf unter Kriegsdruck

Die neuen Angriffe treffen damit eine innenpolitisch angespannte Lage. Einerseits will die US-Regierung Stärke gegenüber Teheran zeigen und Angriffe auf Schiffe sowie US-Einrichtungen verhindern. Andererseits hatte sie kurz vor der Wahl den Eindruck vermittelt, eine diplomatische Lösung rücke näher.

Ob die begrenzten Schläge die Verhandlungen beeinträchtigen, ist offen. Klar ist jedoch: Die Straße von Hormus bleibt der entscheidende Schauplatz des Konflikts zwischen Washington und Teheran. Schon kleinere militärische Aktionen können dort internationale Folgen haben, weil Sicherheitspolitik, Energieversorgung und Wahlkampf in den USA eng miteinander verknüpft sind.