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Stündlich aktualisiert

Politik · Luftabwehr für Ukraine

USA genehmigen Verkauf von 500 Patriot-Raketen

Die US-Regierung erlaubt den Verkauf weiterer Patriot-Abwehrraketen an die Ukraine. Bezahlt werden soll das Paket unter anderem von Deutschland, Kanada und Norwegen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Patriot-Abwehrraketen sollen die Ukraine besser vor russischen Angriffen schützen.
Symbolbild: Patriot-Abwehrraketen sollen die Ukraine besser vor russischen Angriffen schützen. KI-generiert

Die US-Regierung hat den Verkauf von 500 Patriot-Abwehrraketen an die Ukraine freigegeben. Nach Angaben des US-Außenministeriums geht es um Raketen des Typs PAC-3 im Umfang von rund 2,1 Milliarden Dollar. Finanziert werden soll die Lieferung durch Beiträge aus Deutschland, Kanada und Norwegen sowie durch ukrainische Mittel aus einem EU-Kredit. Bevor die Raketen tatsächlich geliefert werden können, muss der US-Kongress dem Verkauf noch zustimmen.

Finanzierung ohne US-Haushaltsmittel

Das US-Außenministerium erklärte, für das Paket würden keine amerikanischen Gelder verwendet. Die Ukraine soll die Raketen demnach mit Unterstützung mehrerer Partner und mit eigenen Mitteln bezahlen, die über den Ukraine-Unterstützungskredit der Europäischen Union bereitstehen.

Die Genehmigung betrifft Patriot-Flugabwehrraketen vom Typ PAC-3. Das Ministerium begründet den Schritt damit, dass die Ukraine ihre Luft- und Raketenabwehr gegen gegenwärtige und künftige Bedrohungen ausbauen müsse. Angaben zu einem möglichen Liefertermin wurden nicht gemacht.

Für Kiew ist die Freigabe besonders wichtig, weil Russland seine Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung und andere Infrastruktur vor dem Winter verstärkt. Patriot-Systeme zählen zu den wichtigsten westlichen Abwehrmitteln gegen ballistische Raketen. Hersteller des Systems ist der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin.

Selenskyj drängt auf Tempo

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Anfang der Woche gesagt, sein Land warte seit fast einem Monat auf die Zustimmung zu den Lieferungen. Er forderte Washington wiederholt auf, die Versorgung vor Beginn der kältesten Monate zu beschleunigen.

Selenskyj sagte zudem, die Raketen seien im Rahmen des Purl-Programms von europäischer Seite „bereits bezahlt“. Das Programm dient dazu, von den USA produzierte Waffen für die Ukraine mit Mitteln europäischer Partner zu beschaffen. Nach Darstellung Kiews ist die rasche Lieferung der Abwehrraketen nötig, um Energieanlagen, Städte und zivile Infrastruktur besser zu schützen.

Zuletzt hatte es zwischen Kiew und Washington sichtbare Spannungen gegeben. Selenskyj kritisierte Verzögerungen bei Raketenlieferungen und stellte sie in Zusammenhang mit einer aus seiner Sicht zu nachgiebigen Haltung gegenüber Russland. US-Präsident Donald Trump wies die Kritik zurück und warf Selenskyj vor, bei Friedensbemühungen keine Hilfe zu sein.

Angriff auf Kiew am Freitagabend

Während die Entscheidung in Washington bekannt wurde, meldeten ukrainische Stellen neue russische Angriffe auf Kiew. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte am Freitagabend mit, russische Streitkräfte hätten die Hauptstadt attackiert. Ziel sei Infrastruktur gewesen.

Der Energieversorger DTEK berichtete, in vier Bezirken Kiews sei der Strom teilweise ausgefallen. Die jüngsten Angriffe fügen sich in eine Serie russischer Attacken auf Energieanlagen ein, die die Ukraine besonders vor dem Winter unter Druck setzen.

Zentrale Rolle der Patriot-Systeme

Die Ukraine ist bei ihrer Verteidigung weiterhin stark auf westliche Waffenhilfe angewiesen. Patriot-Systeme sind dabei vor allem wegen ihrer Fähigkeit zur Abwehr ballistischer Raketen von Bedeutung. Russland setzt solche Waffen in seinem Angriffskrieg regelmäßig ein.

Die nun genehmigten 500 PAC-3-Raketen würden die vorhandenen ukrainischen Abwehrkapazitäten ergänzen. Entscheidend bleibt, ob der US-Kongress den Verkauf billigt und wann die Munition in der Ukraine eintreffen kann. Für Kiew ist der Zeitfaktor zentral, weil die Angriffe auf Stromversorgung und Infrastruktur in den kommenden Wochen weiter erhebliche Folgen für die Bevölkerung haben können.