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Stündlich aktualisiert

Politik · Ukraine-Krieg

USA geben Geheimdienstdaten für Kiew wieder frei

Nach einer Unterbrechung erhält die Ukraine wieder US-Aufklärungsdaten zur Raketenabwehr. Präsident Selenskyj spricht von einer Freigabe; zugleich bleibt Washingtons Russlandkurs umstritten.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Aufklärungsdaten sind für die Raketenabwehr der Ukraine von zentraler Bedeutung.
Symbolbild: Aufklärungsdaten sind für die Raketenabwehr der Ukraine von zentraler Bedeutung. KI-generiert

Die USA unterstützen die Ukraine wieder mit Aufklärungsinformationen, die für die Abwehr russischer Raketenangriffe wichtig sind. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview, die Zusammenarbeit sei zeitweise gestoppt und anschließend wieder „freigegeben“ worden. „Wir sind dafür sehr dankbar“, sagte Selenskyj. „Jetzt funktioniert es.“

Hilfe nach kurzer Unterbrechung

Die erneute Weitergabe der Daten betrifft nach ukrainischer Darstellung Informationen, die beim Erkennen und Verfolgen russischer Raketen helfen. Für Kiew ist diese Unterstützung besonders bei ballistischen Flugkörpern entscheidend. Sie erreichen Ziele mit hoher Geschwindigkeit und lassen der Luftverteidigung nur wenig Zeit zum Reagieren.

Die Unterbrechung dauerte nach den vorliegenden Angaben mehrere Tage. In dieser Phase hatten ukrainische Vertreter berichtet, einzelne russische Angriffe seien ohne rechtzeitige Warnung erfolgt. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang der Woche erklärt, die Vereinigten Staaten gäben weiterhin Geheimdienstinformationen an die Ukraine weiter. Selenskyjs Äußerungen machen nun deutlich, dass es dennoch zeitweise Einschränkungen gab.

Für die ukrainische Führung ist die Frage der Aufklärungsdaten nicht nur technisch, sondern auch politisch bedeutsam. Die Luftverteidigung des Landes ist seit Beginn der russischen Invasion stark auf westliche Unterstützung angewiesen. Dazu gehören Waffen, Munition, Ausbildung, Satellitenkommunikation und Informationen über anfliegende Bedrohungen.

Sorge vor Druck auf Kiew

Die Pause bei den Daten verstärkte in der Ukraine Befürchtungen, Washington könne militärische Unterstützung verringern, um Kiew zu Zugeständnissen gegenüber Moskau zu bewegen. Diese Sorge fällt in eine Phase wachsender Irritationen über den Kurs der US-Regierung gegenüber Russland.

Trump hatte vor wenigen Tagen Maßnahmen gegen russischen Diesel ausgesetzt und Selenskyj öffentlich kritisiert. US-Außenminister Marco Rubio verteidigte die Überprüfung ausgesetzter Russland-Sanktionen mit möglichen Folgen für die US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft. Betroffen seien auch Staaten wie Indien, das weiterhin viel Energie aus Russland beziehe und zugleich ein wichtiger Partner der Vereinigten Staaten sei.

Nach Angaben aus Washington sollen die wirtschaftlichen Auswirkungen der ausgesetzten Maßnahmen bis zu 60 Tage lang geprüft werden. Trump erklärte demnach, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Der Schritt stößt vor allem deshalb auf Aufmerksamkeit, weil Kiew auf zusätzlichen Druck gegen Moskau setzt, während Russland seine Angriffe auf ukrainische Infrastruktur fortsetzt.

Streit um Starlink

Neben der Frage der Geheimdienstdaten belastet auch der Zugang zu Satellitenkommunikation das Verhältnis. Die Ukraine wirft dem US-Unternehmen SpaceX vor, die Nutzung des Satellitennetzes Starlink eingeschränkt zu haben. Nach ukrainischer Darstellung beeinträchtigte das die Drohnenabwehr und Teile der Luftverteidigung.

Starlink spielt für ukrainische Einheiten seit Jahren eine wichtige Rolle bei Kommunikation und Koordination. Einschränkungen können militärische Abläufe erschweren, vor allem dort, wo herkömmliche Netze beschädigt oder nicht verfügbar sind. Die ukrainischen Vorwürfe fügen sich in die breitere Debatte ein, wie verlässlich private Anbieter und staatliche Partner im Krieg bleiben.

Washingtons Kurs bleibt umstritten

Selenskyjs Entwarnung bei den Aufklärungsdaten nimmt Kiew kurzfristig einen akuten Unsicherheitsfaktor. Politisch bleibt die Lage jedoch angespannt. Die Ukraine benötigt die amerikanische Unterstützung, um russische Raketen früh zu erkennen und ihre Luftverteidigung auszurichten. Jede Unterbrechung kann die Reaktionsfähigkeit schwächen.

Zugleich verfolgt Trump gegenüber Russland einen Kurs, der in Kiew Misstrauen auslöst. Die Aussetzung von Sanktionen, die öffentliche Kritik an Selenskyj und die zwischenzeitliche Lücke bei wichtigen Informationen werden in der Ukraine als mögliche Anzeichen für wachsenden Druck wahrgenommen. Dass die Datenweitergabe nun wieder läuft, stabilisiert die militärische Zusammenarbeit in einem zentralen Punkt. Die grundsätzliche Frage nach der Verlässlichkeit der US-Unterstützung ist damit aber nicht beendet.