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Stündlich aktualisiert

Politik · Sicherheit am Golf

US-Personal verlässt Riad nach Huthi-Angriffen

Nach neuen Huthi-Angriffen auf Saudi-Arabien ordnen die USA den Abzug von Botschaftspersonal an. In Dammam wurde ein Flughafen attackiert, mindestens ein Mensch starb.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Flughafen in der Golfregion steht für die angespannte Sicherheitslage nach Drohnen- und Raketenangriffen.
Symbolbild: Ein Flughafen in der Golfregion steht für die angespannte Sicherheitslage nach Drohnen- und Raketenangriffen. KI-generiert

Nach erneuten Angriffen der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien ziehen die USA einen Teil ihres Botschaftspersonals aus Riad ab. Das US-Außenministerium ordnete die Ausreise von Regierungsbeschäftigten ohne unverzichtbare Aufgaben sowie von Familienangehörigen an. Wenige Stunden nach einer Sicherheitswarnung wurde am Mittwochabend der internationale König-Fahd-Flughafen in Dammam im Osten des Königreichs angegriffen. Die saudische Luftfahrtbehörde meldete mindestens einen Toten und acht Verletzte, darunter Schwerverletzte.

Angriff auf Flughafen in Dammam

Die Huthi-Miliz greift Saudi-Arabien seit Wochen wiederholt mit Drohnen und Raketen aus dem Jemen an. Betroffen sind auch Flughäfen und andere zivile Ziele. Zum Angriff in Dammam machte die Luftfahrtbehörde zunächst keine näheren Angaben zum Ablauf. Die Stadt liegt in der ölreichen Ostprovinz des Landes.

Bereits zuvor hatte die saudische Luftabwehr eine ballistische Rakete abgefangen, die nach saudischen Angaben in Richtung Riad abgefeuert worden war. Außerdem starben zwei Menschen durch Trümmer einer abgeschossenen Drohne. Zwei weitere Personen wurden dabei verletzt. Die Drohne soll auf das Ölfeld Schaiba des staatlichen Energiekonzerns Aramco gezielt haben.

Besonders schwer war ein Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad am 10. Oktober. Damals kamen 13 Menschen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt. Seit Monatsbeginn ist Saudi-Arabien nahezu täglich Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen der Huthi.

USA verweisen auf erhöhte Gefahr

Das US-Außenministerium begründete den Abzug mit der wachsenden Bedrohung durch die vom Iran unterstützte Miliz. Ministeriumssprecher Tommy Pigott erklärte, die Sicherheit der Beschäftigten und ihrer Familien habe „weiterhin höchste Priorität“. Die US-Botschaft in Riad hatte am Mittwoch vor weiteren möglichen Attacken gewarnt.

Washington hatte erst in den vergangenen Monaten wieder mehr diplomatisches Personal in die Region geschickt. Zuvor waren viele Beschäftigte im März abgezogen worden, nachdem Iran nach Beginn des Krieges Angriffe auf US-Einrichtungen gestartet hatte. Nun folgen erneut Sicherheitsmaßnahmen. Auch Angehörigen von Diplomaten in weiteren Golfstaaten wurde eine Ausreise aus der Region nahegelegt.

Konflikt greift weiter um sich

Die Angriffe stehen im Zusammenhang mit der Eskalation des Krieges im Jemen und der regionalen Spannungen seit dem Krieg gegen Iran Ende Februar. Saudi-Arabien führt seit mehr als zehn Jahren eine Militärkoalition an, die im Jemen gegen die Huthi kämpft. Die Miliz kontrolliert weite Teile des Landes und hat ihre Angriffe auf saudische Ziele zuletzt ausgeweitet.

Auch Großbritannien will Saudi-Arabien bei der Abwehr von Drohnen und Raketen unterstützen. Eurofighter sollen die bereits im Land stationierten Kräfte ergänzen. Zudem hatte London Unterstützung durch Luftbetankung saudischer Kampfflugzeuge zugesagt.

Der Konflikt belastet zugleich die Lage im Jemen weiter. Hilfsorganisationen warnen vor Folgen der neuen Gewalt für die Zivilbevölkerung. In der Region Taiz ist die Wasserversorgung von Millionen Menschen gefährdet. Seit der jüngsten Eskalation im September sind Hunderttausende Menschen innerhalb des Landes geflohen. Viele von ihnen erreichen überfüllte Siedlungen, in denen sauberes Wasser und Nahrung knapp sind.