Politik · Diplomatie im Ukraine-Krieg
Trump stellt mögliches Ukraine-Abkommen in Aussicht
Donald Trump stellt nach einem Treffen mit einem Vertrauten von Kremlchef Wladimir Putin ein mögliches Abkommen zum Ukraine-Krieg in Aussicht. Parallel laufen weitere diplomatische Kontakte: In der kommenden Woche sollen Vertreter aus Kiew, Moskau und Washington in Abu Dhabi miteinander sprechen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzte unterdessen einen Besuch in Madrid, um Spanien zu danken und bei lateinamerikanischen Staaten um Unterstützung zu werben.
Gespräche in Washington und Brüssel
Die jüngsten Kontakte deuten auf verstärkte Bemühungen hin, Bewegung in den festgefahrenen Krieg zu bringen. Der US-Sondergesandte Kushner erklärte, in Brüssel habe es mit Vertretern der NATO, der Ukraine und europäischen Partnern produktive und substanzielle Beratungen über eine Lösung des Konflikts gegeben. Konkrete Ergebnisse wurden nicht genannt.
Eine weitere Gesprächsebene entstand im Weißen Haus. Melania Trump empfing Vertreter Russlands und der Ukraine. An dem Treffen nahmen unter anderem Dmitrijew, ein Vertrauter Putins, sowie der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Lubinez teil. Melania Trump bat die Teilnehmer, Briefe an Putin und Selenskyj weiterzugeben. Zum Inhalt dieser Schreiben wurden keine Angaben gemacht.
Für die kommende Woche ist ein Treffen in Abu Dhabi geplant. Daran sollen Vertreter der Ukraine, Russlands und der Vereinigten Staaten teilnehmen. Damit rücken direkte Kontakte zwischen den Kriegsparteien und Washington wieder stärker in den Vordergrund. Welche Themen dort verhandelt werden, ist offen.
Selenskyj sucht Rückhalt in Madrid
Während in Washington und Brüssel über mögliche diplomatische Schritte gesprochen wurde, trat Selenskyj in Spanien auf. In Madrid wurde er von Regierungschef Sánchez und König Felipe VI. empfangen. Selenskyj dankte Spanien für die Unterstützung bei der Verteidigung der Ukraine gegen Russland.
Sánchez stellte die Hilfe für Kiew in einen größeren politischen Zusammenhang. Er betonte, die Unterstützung dürfe nicht nur von europäischen Ländern getragen werden. Andernfalls werde das Recht des Stärkeren anerkannt. Damit knüpfte er an die Position an, dass Russlands Angriffskrieg nicht allein als europäisches Sicherheitsproblem verstanden werden dürfe.
Am Rand des Iberoamerika-Gipfels traf Selenskyj zudem mehrere Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika. Er forderte sie auf, in ihren Ländern über den russischen Angriffskrieg zu sprechen. Selenskyj sagte, die Welt müsse von diesen Verbrechen erfahren. Damit warb er um politische Aufmerksamkeit in einer Region, in der die Ukraine um breitere internationale Unterstützung bemüht ist.
Diplomatie auf mehreren Ebenen
Die gleichzeitigen Termine zeigen, dass sich die diplomatischen Aktivitäten derzeit auf verschiedene Foren verteilen. Washington setzt auf Kontakte mit Moskau und Kiew, europäische Partner sind in Gespräche eingebunden, und die Ukraine versucht, Staaten außerhalb Europas stärker anzusprechen.
Für Kiew bleibt internationale Unterstützung entscheidend. Selenskyj verbindet die Bitte um weitere Hilfe regelmäßig mit dem Hinweis auf die Folgen des russischen Angriffs für die internationale Ordnung. In Madrid zielte seine Botschaft besonders auf Länder, die nicht unmittelbar zur europäischen Sicherheitsarchitektur gehören, deren Haltung aber politisches Gewicht haben kann.
Trumps Hinweis auf ein mögliches Abkommen erhöht nun die Erwartungen an die nächsten Gespräche. Ob daraus ein konkreter Verhandlungsprozess entsteht, hängt von den Positionen der Ukraine, Russlands und der Vereinigten Staaten ab. Die geplanten Beratungen in Abu Dhabi werden deshalb zu einem wichtigen nächsten Termin in den diplomatischen Bemühungen um den Ukraine-Krieg.