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Politik · Iran-Konflikt

Trump nennt neue Ziele im Iran und hält Gespräche offen

US-Präsident Donald Trump bringt weitere Angriffe auf iranische Atomanlagen ins Spiel. Zugleich laufen Vermittlungen über Katar und Pakistan, während Teheran Vergeltung androht.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Diplomatische Gespräche und militärische Drohkulissen prägen den Iran-Konflikt.
Symbolbild: Diplomatische Gespräche und militärische Drohkulissen prägen den Iran-Konflikt. KI-generiert

US-Präsident Donald Trump hat mögliche weitere Militärschläge gegen den Iran angesprochen und dabei den Berg Kolang in der Provinz Isfahan als mögliches Ziel genannt. Unter dem auch als Pickaxe Mountain bekannten Berg wird ein iranischer Atomkomplex vermutet. Zugleich betonte Trump am Samstag auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida, Washington dränge nicht auf sofortige Angriffe. Diplomatische Kontakte liefen aus seiner Sicht gut, auch wenn er die iranische Seite als unzuverlässig bezeichnete.

Trump spricht über weitere Anlagen

Trump sagte vor Journalisten, die USA hätten das iranische Atomprogramm weitgehend ausgeschaltet. Ein oder zwei Einrichtungen müssten aus seiner Sicht aber noch behandelt werden. Das könne man „in zehn Minuten erledigen“, sagte der Präsident. Konkreter verwies er auf den Berg Kolang, der nahe der Atomanlage Natans liegt, rund 200 Kilometer südlich von Teheran.

Die iranische Regierung bestreitet, dass an diesem Ort an einem Atomprogramm gearbeitet wird. Trumps Äußerungen fallen in eine Phase, in der in Washington weiter über das militärische Vorgehen gegen Iran beraten wird. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, der Präsident habe noch keine Entscheidung über einen weiteren Militäreinsatz getroffen. Die USA seien weiterhin zu einer diplomatischen Lösung bereit.

In einem Interview kurz vor den Kongresswahlen am Dienstag stellte Trump zudem ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht. Wie das erreicht werden soll, ließ er offen. Er bekräftigte aber die Forderung, Iran dürfe niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen.

Teheran droht mit Vergeltung

Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei warnte die USA vor neuen Angriffen. Bei einem Treffen mit führenden Kommandeuren verlangte er eine Antwort auf jede Bedrohung, die sofort, wirksam und ohne geografische Begrenzung ausfallen solle. Sollte Iran attackiert werden, werde Teheran nach seiner Darstellung darüber bestimmen, wann und unter welchen Bedingungen eine neue Konfrontation endet.

Auch die iranische Armee verschärfte ihre Warnungen. Armeesprecher Mohammed Akraminia erklärte auf der Plattform X, erneute regionale Abenteuer Trumps würden den Krieg auf ein deutlich größeres Gebiet ausweiten. Außenminister Abbas Araghtschi kündigte an, die Streitkräfte würden gegen alle vorgehen, die dem iranischen Volk Schaden zufügten.

Chamenei ordnete zudem eine Aktualisierung militärischer Zielplanungen an. Dabei sollen US-amerikanische und israelische Werte erfasst werden, die in Reichweite der iranischen Streitkräfte liegen. Nach iranischen Angaben sollen außerdem zwei Fischerboote nahe der Insel Keschm von den USA angegriffen worden sein. Ein Fischer sei verletzt worden. Eine Bestätigung aus Washington lag zunächst nicht vor.

Sondierungen über Vermittler

Parallel zu den Drohungen laufen diplomatische Bemühungen weiter. Eine Delegation aus Katar kam am Freitag zu Gesprächen mit hochrangigen iranischen Vertretern nach Teheran. Katar vermittelt zwischen den Kriegsparteien und hat zuletzt einen neuen Vorschlag zur Deeskalation eingebracht.

Auch Pakistan sieht vorsichtige Chancen für Gespräche. Ein Militärsprecher verwies darauf, dass der pakistanische Chefunterhändler Asim Munir im Oktober zweimal nach Teheran gereist sei. Ohne positive Signale wären diese Reisen nach seiner Darstellung nicht erfolgt. Zuletzt war Munir am Montag gemeinsam mit Vertretern aus Saudi-Arabien und der Türkei in Teheran.

Irans Außenminister Araghtschi erklärte zugleich, direkte Treffen mit US-Vertretern seien derzeit nicht geplant. Unter den aktuellen Umständen gebe es dafür keine Notwendigkeit. Die iranischen Bedingungen seien bekannt, Beratungen über Vermittler würden jedoch fortgesetzt. Teheran bestätigte zudem, ein Schreiben von US-Vizepräsident JD Vance erhalten und geprüft zu haben. Araghtschi wertete den Versuch, eine Tür für Dialog zu öffnen, grundsätzlich als positiven Schritt, warnte aber vor möglichen Spaltungsversuchen.

Sorge vor weiterer Eskalation

Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty warnte auf einer Sicherheitskonferenz in Bahrain vor den Folgen einer neuen Eskalationsrunde. Eine Fortsetzung der Kämpfe werde zerstörerischer und könne weitreichende Auswirkungen haben. Zugleich bleiben regionale Risiken sichtbar: In der Straße von Hormus wurden Angriffe auf Handelsschiffe gemeldet, und die USA wiesen nicht zwingend benötigte Regierungsmitarbeiter sowie deren Familien an, Saudi-Arabien wegen Sicherheitsrisiken zu verlassen.

Der Krieg begann Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf Iran. Eine Einigung zwischen Washington und Teheran scheiterte im Juni, danach kamen die Verhandlungen weitgehend zum Stillstand. Die aktuelle Lage verbindet nun zwei gegensätzliche Entwicklungen: Washington hält zusätzliche militärische Optionen sichtbar offen, während mehrere Vermittler versuchen, einen neuen direkten Schlagabtausch zu verhindern.