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Stündlich aktualisiert

Politik · Ukraine-Unterstützung

Trump meldet Ende von Starlink-Drosselung

US-Präsident Donald Trump sagt, Elon Musk habe Einschränkungen beim Satelliteninternet für die Ukraine beendet. Kiew bestätigt eine vollständige Wiederherstellung bislang nicht.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Satelliteninternet ist für die Kommunikation im Krieg in der Ukraine von großer Bedeutung.
Symbolbild: Satelliteninternet ist für die Kommunikation im Krieg in der Ukraine von großer Bedeutung. KI-generiert

US-Präsident Donald Trump stellt die umstrittene Einschränkung des Satelliteninternets für die Ukraine als beendet dar. Elon Musk habe die Drosselung seines SpaceX-Dienstes rückgängig gemacht, sagte Trump in Washington. Ob er selbst Musk dazu aufgefordert habe, ließ der Präsident offen. Aus Kiew gibt es bislang keine amtliche Bestätigung, dass der Dienst wieder vollständig läuft. Zugleich wurden auch am Donnerstag noch Einschränkungen gemeldet, während ukrainische Militärvertreter von deutlich höheren Geschwindigkeiten sprachen.

Trump hält sich zu möglichem Anruf bedeckt

Trump reagierte auf Fragen zu der Rolle des Weißen Hauses ausweichend. Er sagte sinngemäß, es sei nicht entscheidend, ob er oder jemand anderes mit Musk gesprochen habe. Entscheidend sei aus seiner Sicht, dass die Einschränkung zurückgenommen worden sei. Damit bestätigte er zwar eine Verbesserung der Lage, vermied aber eine klare Aussage dazu, wer die Änderung veranlasst hat.

Medienberichten zufolge hatte Trump Musk am Mittwoch aufgefordert, die Verlangsamung des Dienstes für die Ukraine zu beenden. Die Darstellung stützt sich auf Regierungsvertreter. Danach war der Präsident unzufrieden über fortbestehende Begrenzungen und wollte, dass diese beendet werden. Trump selbst kommentierte diesen Ablauf nicht direkt.

Vor den jüngsten Äußerungen hatten sowohl das Weiße Haus als auch Musk bestritten, für eine gezielte Drosselung verantwortlich zu sein. Musk verwies darauf, dass Beschränkungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung des militärischen Systems Starshield vom US-Militär und letztlich vom Präsidenten entschieden würden. Diese Darstellung wiesen Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth zurück.

Kiew meldet weiter keine Entwarnung

Die ukrainische Seite hat eine vollständige Wiederherstellung bisher nicht offiziell bestätigt. Aus der Ukraine kamen seit mehr als einer Woche Hinweise auf Probleme mit dem Satelliteninternet. Auch am Donnerstag soll der Dienst noch nicht überall normal funktioniert haben. Gleichzeitig hieß es von ukrainischen Militärvertretern, die Geschwindigkeit sei wieder deutlich gestiegen.

Nach Angaben von Regierungs- und Militärvertretern arbeitete das System zwar besser als während der Einschränkungen, war aber noch nicht wieder vollständig belastbar. Damit bleibt offen, ob die Drosselung technisch beendet ist oder ob noch regionale und operative Probleme bestehen.

Für die ukrainischen Streitkräfte ist der Zugang zu SpaceX-Systemen militärisch wichtig. Starlink bezeichnet den zivilen Satelliteninternetdienst, Starshield ist die militärische Variante. Beide Technologien ermöglichen Kommunikation auch dort, wo klassische Netze beschädigt oder unsicher sind. An der Front werden die Systeme unter anderem für Verbindungen zwischen Einheiten sowie für Drohnenoperationen genutzt.

Selenskyj sieht Drohnen beeinträchtigt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Probleme mehrfach öffentlich kritisiert. Nach seiner Darstellung behinderten die Einschränkungen ukrainische Drohnen sowohl bei der Abwehr russischer Jetdrohnen als auch bei eigenen Einsätzen. Er machte Musk und die US-Regierung für die Lage verantwortlich.

Besonders heikel ist der Streit, weil die Ukraine stark auf verlässliche Kommunikation angewiesen ist. Drohnen spielen in der Luftverteidigung und bei Aufklärung sowie Angriffen eine große Rolle. Schon kurzfristige Verbindungsprobleme können militärische Abläufe stören. Medienberichten zufolge wurden durch die Einschränkungen zeitweise auch ukrainische Drohnen funktionsunfähig.

Die Vorwürfe gegen Musk wiegen politisch schwer. SpaceX betreibt die Satelliteninfrastruktur, die für die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs eine zentrale Rolle spielt. Zugleich hängt die militärische Nutzung von Entscheidungen in den USA ab. Dadurch wird eine technische Frage unmittelbar zu einem politischen Konflikt über die Unterstützung Kiews.

Politische Spannungen nehmen zu

Der Streit fällt in eine Phase deutlich verschlechterter Beziehungen zwischen Washington und Kiew. Trump hatte zuletzt ein Abkommen mit Moskau über die Lieferung von Dieselkraftstoff geschlossen und geplante Sanktionen gegen Russland ausgesetzt. Selenskyj kritisierte diesen Diesel-Deal. Daraufhin forderte Trump seine Ablösung.

Vor diesem Hintergrund wird die Starlink- und Starshield-Frage in Kiew besonders sensibel bewertet. Wenn Kommunikationsdienste für ukrainische Einheiten eingeschränkt werden, betrifft das nicht nur Technik und Logistik, sondern auch das Vertrauen in die US-Unterstützung. Trumps Darstellung einer Wiederherstellung entschärft den Konflikt daher nur teilweise. Solange Kiew keine vollständige Funktionsfähigkeit bestätigt, bleibt die politische Unsicherheit bestehen.