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Politik · Ukraine und USA

Trump erhöht Druck auf Selenskyj und erwägt Gipfel

US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton gegenüber Kiew. Zugleich zeigt er sich offen für ein Treffen mit Wladimir Putin und Xi Jinping ohne Selenskyj.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein leerer Verhandlungstisch steht für die wachsenden Spannungen um mögliche Gespräche über den Ukraine-Krieg.
Symbolbild: Ein leerer Verhandlungstisch steht für die wachsenden Spannungen um mögliche Gespräche über den Ukraine-Krieg. KI-generiert

US-Präsident Donald Trump verschärft den Konflikt mit der Ukraine und zeigt sich zugleich offen für ein mögliches Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wäre bei einem solchen Format nicht vorgesehen. Parallel beklagt Kiew, dass Washington bereits bezahlte Waffenlieferungen verzögere. Trump wirft der Ukraine fehlende Gegenleistungen für die massive US-Unterstützung vor und stellt Selenskyjs Rolle in möglichen Verhandlungen offen infrage.

Trump offen für Dreierformat

Trump sagte in Washington auf die Frage nach einem Treffen mit Putin und Xi, er sei dazu bereit. Eine Vereinbarung gebe es aber noch nicht. Im Mittelpunkt eines solchen Gipfels sollten nach seinen Worten vor allem Atomwaffen und Fragen der nuklearen Abrüstung stehen. Der Krieg gegen die Ukraine könne ebenfalls Thema werden.

Der Vorschlag für das Treffen wird Putin zugeschrieben. Als möglicher Rahmen gilt der Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft im November in China. Dass Selenskyj nicht eingeladen wäre, sorgt in Kiew für deutliche Kritik. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, ein solches Format könne Putin darin bestärken, den Krieg fortzusetzen. Der Kremlchef könne den Krieg weder gewinnen, noch wolle er ihn beenden.

Trump stellte Russlands Verhalten im Ukraine-Krieg dagegen auffallend milde dar. Er sagte, Russland habe sich im Zusammenhang mit der Ukraine „gut verhalten“ und nicht viel getan. Diese Einschätzung steht im Kontrast zu den anhaltenden russischen Luftangriffen auf ukrainische Städte und Infrastruktur.

Streit über Waffenlieferungen

Der Konflikt zwischen Washington und Kiew entzündet sich auch an Rüstungslieferungen. Selenskyj soll in einem virtuellen Gespräch mit Senatorinnen und Senatoren beider Parteien in den USA beklagt haben, dass zugesagte Unterstützung blockiert werde. Demnach gehe es unter anderem um Patriot-Raketen und weitere Munition für die Luftverteidigung, die von Nato-Staaten bereits bezahlt worden sei.

Nach Selenskyjs Darstellung genehmigt US-Verteidigungsminister Pete Hegseth entsprechende Lieferungen nicht. Betroffen sein sollen auch Waffen aus anderen Partnerstaaten der Ukraine, wenn für deren Weitergabe eine Zustimmung aus Washington erforderlich ist. Selenskyj wertet dies als Hinweis darauf, dass in den USA politisch entschieden worden sein könnte, die Unterstützung zurückzufahren.

Trump wies Kritik aus Kiew zurück und griff Selenskyj persönlich an. Der ukrainische Präsident wisse nicht, wovon er rede, sagte Trump. Zudem sei Selenskyj bei Bemühungen um Frieden keine wirkliche Hilfe. Zuvor hatte Selenskyj angedeutet, Trump könne mit seiner russlandfreundlichen Haltung auf der falschen Seite der Geschichte stehen.

Druck auf Kiew wächst

Trump fordert inzwischen offen, dass nicht mehr Selenskyj für die Ukraine verhandeln solle. Es sei Zeit, dass jemand anderes im Namen des Landes spreche, erklärte der US-Präsident. Auf Truth Social warf er Selenskyj außerdem vor, den Krieg nicht beenden zu wollen. Trump behauptet zugleich, er mache bei Friedensgesprächen große Fortschritte.

Selenskyj widerspricht dieser Darstellung. Die Ukraine habe jeden ernsthaften Versuch ihrer Partner unterstützt, der zu einem würdigen Ende des Krieges führen könne. Russland reagiere jedoch mit Raketen, Drohnen und Tötungen.

Weitere Spannungen entstanden durch Trumps Umgang mit Russland. Am Freitag setzte er bereits beschlossene Sanktionen gegen Moskau für 60 Tage aus. Außerdem wurde eine Vereinbarung über russische Diesellieferungen in die USA bekannt. Trump verteidigte die Sanktionspause am Sonntag mit dem Argument, er wolle nichts unternehmen, was Russland vom Verhandlungstisch vertreiben könnte.

Hintergrund der Auseinandersetzung

Die USA sind für die Ukraine militärisch von zentraler Bedeutung, besonders bei der Luftverteidigung gegen russische Angriffe. Patriot-Systeme gelten dabei als besonders wichtig, weil sie auch gegen Raketen eingesetzt werden können. Verzögerungen bei Munition und Freigaben betreffen daher unmittelbar den Schutz ukrainischer Städte.

Politisch markiert Trumps Kurs eine deutliche Belastung für das Verhältnis zwischen Washington und Kiew. Während die Ukraine auf verlässliche Waffenhilfe und eine harte Linie gegen Moskau drängt, setzt Trump auf Gespräche mit Putin und vermeidet Schritte, die Russland aus seiner Sicht von Verhandlungen abhalten könnten. Ein Gipfel mit Putin und Xi ohne Selenskyj würde diese Verschiebung noch sichtbarer machen.