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Politik · Satelliteninternet

Starlink in der Ukraine wieder stabil verfügbar

Nach einer Störung ist Starlink in der Ukraine laut Kiew wieder stabil nutzbar. Für Armee, Drohnenabwehr und Logistik ist der Dienst zentral.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Satellitenkommunikation spielt für die Ukraine im Krieg eine zentrale Rolle.
Symbolbild: Satellitenkommunikation spielt für die Ukraine im Krieg eine zentrale Rolle. KI-generiert

Die Ukraine kann den Satelliteninternetdienst Starlink nach Angaben aus Kiew wieder stabil nutzen. Verteidigungsminister Jewhenij Chmara erklärte, die Verbindung laufe verlässlich und mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit. Für die ukrainischen Streitkräfte ist der Dienst im Krieg gegen Russland besonders wichtig: Er stützt Kommunikation, Drohneneinsätze, Abwehrsysteme und militärische Logistik an der Front.

Kiew meldet volle Nutzbarkeit

In den vergangenen Tagen hatte die ukrainische Führung über Einschränkungen bei Starlink und der militärischen Variante Starshield geklagt. Nun meldete Kiew eine wiederhergestellte Verbindung. Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich bei US-Politikerinnen und Politikern, beim US-Außenministerium sowie bei Präsident Donald Trump für die Wiederherstellung des Zugangs.

Selenskyj sagte in einer Videobotschaft: „Jetzt ist die Geschwindigkeit so, wie wir sie brauchen.“ Das sei für die Abläufe an der Front und für den Schutz vor Raketenangriffen entscheidend. Auch Chmara betonte die Bedeutung für Soldatinnen und Soldaten, Drohnen, Nachschub und Kommunikation.

Wer für die vorherige Einschränkung verantwortlich war, blieb umstritten. Der britische Premierminister Andy Burnham hatte sich am Freitag bei Trump dafür eingesetzt, der Ukraine uneingeschränkten Zugang zu dem System zu sichern. Das Büro des Regierungschefs in London teilte mit, Burnham habe in einem Telefonat auf die militärische Bedeutung des Dienstes verwiesen.

Selenskyj dringt auf Flugabwehr

Parallel zur Entspannung bei Starlink forderte Selenskyj erneut die Lieferung zugesagter Flugabwehrraketen. „Es gibt Lieferpakete, auf die wir noch immer warten“, sagte er. Dabei gehe es nach seinen Angaben um Unterstützung aus den USA und von europäischen Partnern.

Die Ukraine verweist seit Längerem auf den Bedarf an Raketen für Patriot-Systeme. Diese werden vor allem eingesetzt, um ballistische Raketen abzuwehren. Kiew macht geltend, dass bereits zugesagte und bezahlte Ausrüstung aussteht. Die Forderung steht im Zusammenhang mit anhaltenden russischen Angriffen auf ukrainische Städte und Infrastruktur.

Neue Angriffe auf beiden Seiten

Während die Starlink-Verbindung wieder stabil läuft, setzten Russland und die Ukraine ihre gegenseitigen Angriffe fort. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht 616 ukrainische Drohnen über mehr als 20 Regionen abgeschossen zu haben. Örtliche Behörden meldeten Brände durch herabfallende Trümmerteile sowie mehrere Verletzte.

Die ukrainische Luftwaffe berichtete ihrerseits von mindestens 126 russischen Drohnenangriffen in derselben Nacht. Demnach wurden 101 Drohnen abgefangen. In Kiew wurden nach Angaben der Rettungskräfte zwei Menschen verletzt.

Der ukrainische Generalstab meldete zudem Angriffe auf russische Industrieanlagen. In Toljatti sei eine petrochemische Anlage getroffen worden; dabei seien eine Explosion und ein Feuer entstanden. Der Bürgermeister der Stadt bestätigte Drohnenangriffe. Außerdem bestätigte Kiew einen Angriff auf ein Werk in Orjol, das optoelektronische Ausrüstung herstellt. Der Gouverneur der Region Orjol, Andrej Klytschkow, sprach von drei Toten nach einem ukrainischen Raketenangriff auf eine Anlage.

Auf der von Russland besetzten Krim kam es nach Angaben der dort von Moskau eingesetzten Behörden nach einem ukrainischen Angriff zu Einschränkungen bei Strom und Wasser. Die Zahl der betroffenen Haushalte wurde nicht beziffert. Auf der Halbinsel leben mehr als 2,5 Millionen Menschen.

Bedeutung über den aktuellen Ausfall hinaus

Starlink hat für die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs eine besondere Rolle. Das System ermöglicht Verbindungen auch dort, wo klassische Netze beschädigt, überlastet oder nicht verfügbar sind. Für militärische Einheiten kann das über schnelle Lagebilder, Drohnensteuerung und Koordination von Verteidigung entscheiden.

Die jüngste Störung zeigte erneut, wie abhängig moderne Kriegsführung von digitaler Infrastruktur ist. Ein stabiler Zugang zu Satellitenkommunikation betrifft nicht nur einzelne Einheiten an der Front, sondern auch Logistik, Luftverteidigung und den Schutz der Zivilbevölkerung vor Angriffen. Deshalb wird die Wiederherstellung in Kiew als sicherheitspolitisch wichtige Entwicklung bewertet.

Daneben gibt es diplomatische Bewegung an anderer Stelle: Für die seit Monaten abgeriegelte Frontstadt Oleschky bestätigten Russland und die Ukraine eine lokal begrenzte Waffenruhe. Sie soll am Dienstag um 2.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit beginnen. Ziel ist eine humanitäre Operation in dem Gebiet.