Politik · Sicherheitsvorfall am Flughafen
Nordpiste in Leipzig/Halle nach Zaundurchbruch gesperrt
Am Flughafen Leipzig/Halle ist die Nordpiste nach einem Sicherheitsvorfall vorerst außer Betrieb. Die Polizeidirektion Leipzig geht nach dem bisherigen Ermittlungsstand davon aus, dass in der Nacht zum Sonntag ein Fahrzeug die Umzäunung des Flughafengeländes durchbrach. Bundespolizei und Landespolizei durchsuchten das Areal. Dabei fanden die Einsatzkräfte zunächst keine fremden Personen und keine auffälligen Gegenstände.
Polizei durchsucht Flughafengelände
Die Suche auf dem Gelände soll im Tagesverlauf mit weiteren Kräften weitergehen. Der Betrieb ist nach Angaben der Behörden eingeschränkt, betroffen ist demnach die Nordpiste. Hinweise auf weitere Schäden wurden zunächst nicht bekannt.
Der beschädigte Zaunabschnitt liegt nach Angaben aus Sicherheitskreisen in der Nähe abgestellter russischer Antonow-Frachtflugzeuge. An dem Bereich verläuft eine Straße, die öffentlich zugänglich ist. Die Ermittlerinnen und Ermittler legen sich bei der Bewertung des Geschehens bislang nicht auf ein Motiv oder einen Ablauf im Detail fest.
Für den Flughafen Leipzig/Halle ist der Vorfall sicherheitspolitisch besonders sensibel. Der Standort hat neben dem zivilen Luftverkehr auch Bedeutung für Fracht- und Transportflüge. Schon deshalb richten Behörden bei Störungen am Flughafenzaun den Blick nicht nur auf die unmittelbare Gefahrenabwehr, sondern auch auf mögliche Hintergründe.
Einsatz nach Vorfall in der Nacht
Nach der mutmaßlichen Beschädigung des Zauns rückten Kräfte der Bundespolizei und der sächsischen Landespolizei aus. Sie kontrollierten den betroffenen Bereich und suchten das Gelände ab. Ein Fahrzeug wurde bei der nächtlichen Absuche nicht festgestellt. Auch Personen, die sich unbefugt auf dem Areal aufhielten, wurden nicht entdeckt.
Dass die Nordpiste dennoch gesperrt bleibt, hängt mit der laufenden Überprüfung zusammen. Auf Flughafengeländen gelten strenge Sicherheitsvorgaben, weil bereits kleine Lücken in der Umfriedung den Betrieb beeinflussen können. Solange die Kontrollen nicht abgeschlossen sind, bleibt der Flugverkehr dort eingeschränkt.
Der Flughafen Leipzig/Halle liegt zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt und ist einer der wichtigen deutschen Frachtstandorte. Die aktuelle Einschränkung betrifft nach Behördenangaben nicht das gesamte Gelände, sondern die nördliche Start- und Landebahn. Weitere Einzelheiten zum Umfang der Auswirkungen auf den Flugplan wurden zunächst nicht genannt.
Erinnerung an Vorfall im August
Der neue Sicherheitsvorfall fällt in eine Zeit erhöhter Aufmerksamkeit für kritische Infrastruktur. Anfang August war der Flughafen bereits Ziel eines versuchten Anschlags geworden. Damals wurden Drohnenteile sowie Sprengstoff auf dem Flugfeld entdeckt. Der Fundort lag in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge vom Typ Antonow.
Die Bundesregierung machte Russland für diesen mutmaßlichen Sabotageversuch verantwortlich. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte später, die Ermittlungen belegten eine russische Verantwortung. Die Bundesregierung warnte zugleich vor einer weiteren Zuspitzung hybrider Angriffe auf kritische Infrastruktur in Deutschland.
Auch an anderen Orten standen in den vergangenen Monaten Drohnen und sicherheitsrelevante Funde im Fokus. In der Nähe des Bundeswehr-Standorts Wunstorf wurden Drohnenteile entdeckt. Solche Vorfälle erhöhen den Druck auf Betreiber und Sicherheitsbehörden, Flughäfen, militärische Infrastruktur und Verkehrswege besonders eng zu überwachen.
Der Fall in Leipzig/Halle wird nun vor diesem Hintergrund untersucht. Für die Behörden steht zunächst im Vordergrund, das Gelände vollständig zu kontrollieren, den Schaden am Zaun zu bewerten und die Sicherheit des Flugbetriebs auf der Nordpiste wiederherzustellen.