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Stündlich aktualisiert

Politik · Politik in Venezuela

Machado ist nach Venezuela zurückgekehrt

Oppositionsführerin María Corina Machado ist wieder in Venezuela. Ihre Rückkehr fällt in eine heikle Phase der Gespräche über Neuwahlen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Die Rückkehr von María Corina Machado fällt in eine politisch angespannte Phase in Venezuela.
Symbolbild: Die Rückkehr von María Corina Machado fällt in eine politisch angespannte Phase in Venezuela. KI-generiert

María Corina Machado, Friedensnobelpreisträgerin und zentrale Figur der venezolanischen Opposition, ist nach Monaten im Exil wieder in Venezuela. Die 60-Jährige meldete sich am Sonntag über die Plattform X und schrieb: „Ich bin hier. Bei euch“. Ihr politischer Verbündeter Edmundo González Urrutia bestätigte ihre Ankunft. Wo sich Machado aufhält und wie sie ins Land gelangte, blieb zunächst offen.

Rückkehr als politisches Signal

González Urrutia, der frühere Präsidentschaftskandidat der Opposition, wertete Machados Rückkehr als wichtigen Moment für das Land. Er erklärte, mit ihr komme eine Stimme zurück, die den politischen Prozess führen und ordnen solle. Machado selbst äußerte sich zunächst knapp und setzte mit ihrer Mitteilung vor allem ein Zeichen an ihre Unterstützerinnen und Unterstützer.

Die Rückkehr erfolgt in einer angespannten innenpolitischen Lage. Seit Ende August führen Vertreter der Regierung von Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez und der Opposition Gespräche über die Zukunft Venezuelas. Beide Seiten haben erklärt, Präsidentschaftswahlen ermöglichen zu wollen. Machado war an diesen Verhandlungen bislang nicht beteiligt.

Am Donnerstag hatten zahlreiche Menschen ihre Rückkehr gefordert. In Caracas kamen rund 2.000 Demonstrierende zusammen. Auf Plakaten verlangten sie neben Machados Heimkehr auch Wahlen. Weitere Proteste gab es im westlichen Bundesstaat Táchira an der Grenze zu Kolumbien.

Exil nach umstrittener Wahl

Machado hatte Venezuela im Dezember 2025 heimlich verlassen. Zuvor lebte sie nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2024 längere Zeit im Untergrund. Die Behörden hatten ihr damals untersagt, selbst als Kandidatin anzutreten. Nicolás Maduro erklärte sich nach der Abstimmung zum Sieger. Die Opposition erkannte das nicht an und beanspruchte den Wahlsieg für González Urrutia.

Nach der Wahl gingen die Sicherheitskräfte hart gegen Gegnerinnen und Gegner der Regierung vor. Im Zuge der Repression wurden 28 Menschen getötet. Viele Oppositionelle verließen das Land.

Machado reiste nach ihrer Ausreise Richtung Norwegen, um an der Verleihung des Friedensnobelpreises teilzunehmen. Während ihrer Flucht verletzte sie sich nach Angaben ihrer Sprecherin bei einer riskanten Bootsfahrt und brach sich einen Wirbel. In Oslo traf sie erst nach der Preiszeremonie ein. Ihre Tochter nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen.

Zuletzt lebte Machado im Exil in Panama. Ihre Partei Vente Venezuela erklärte, sie sei mehrfach daran gehindert worden, in ihr Heimatland zurückzukehren. Machado setzt sich seit Jahren für einen politischen Machtwechsel und demokratische Wahlen in Venezuela ein.

Veränderte Machtverhältnisse

Die politische Lage in Venezuela hatte sich zu Jahresbeginn grundlegend verschoben. Im Januar nahmen US-Soldaten Maduro in Caracas gefangen und brachten ihn in die Vereinigten Staaten. Seitdem führt Delcy Rodríguez als Übergangspräsidentin die Regierung.

In den vergangenen Wochen rückte auch die Rolle der USA wieder stärker in den Blick. Die Rückkehr Machados erfolgt wenige Wochen nach einem umstrittenen Ölgeschäft der Vereinigten Staaten in Venezuela. US-Präsident Donald Trump hatte die Zusammenarbeit mit Rodríguez mehrfach gelobt.

Machado hatte Trump im Januar in Washington ihre Nobelpreis-Medaille übergeben. Trump sagte nun zu ihrer Rückkehr, er wisse nichts darüber, halte Machado aber für „eine sehr nette Frau“. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass sie sicher sei.

Bedeutung für die Opposition

Für die Opposition ist Machados Rückkehr mehr als eine persönliche Entscheidung. Sie steht für den Versuch, den Druck auf die Übergangsregierung zu erhöhen und die Forderung nach Präsidentschaftswahlen stärker mit einer bekannten Führungsperson zu verbinden.

Ob Machado künftig direkt an den laufenden Gesprächen beteiligt sein wird, ist offen. Ihre Anwesenheit im Land verändert jedoch die politische Ausgangslage. Nach Monaten im Exil kann sie ihre Anhängerschaft wieder aus Venezuela heraus ansprechen. Für das Lager um Rodríguez bedeutet das eine zusätzliche Herausforderung in einer Phase, in der die Gespräche über Wahlen bereits begonnen haben.