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Stündlich aktualisiert

Politik · Proteste am Samstag

Gen-Z-Initiative erwartet friedliche Demos

Für den 31. Oktober sind in rund 30 deutschen Städten Jugendproteste geplant. Die Initiative „Gen Z regelt“ rechnet mit vielen Teilnehmenden und einem ruhigen Verlauf.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Junge Menschen nehmen an einer friedlichen Demonstration in einer Innenstadt teil.
Symbolbild: Junge Menschen nehmen an einer friedlichen Demonstration in einer Innenstadt teil. KI-generiert

Für Samstag ruft die Initiative „Gen Z regelt“ zu Demonstrationen in rund 30 deutschen Städten auf. Sie fordert unter anderem mehr Klimaschutz, bessere Bildung, Entlastung bei steigenden Lebenshaltungskosten und ein Nein zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Ein Sprecher der bundesweiten Organisationsgruppe sagte, die Proteste sollten ausdrücklich friedlich bleiben. Zugleich gibt es Kritik an der noch jungen Bewegung, weil ihre Strukturen nicht überall klar erkennbar sind.

Initiative wirbt für Friedlichkeit

Der Sprecher Amadeo, der seinen Nachnamen nicht öffentlich nennt, geht von einem ruhigen Ablauf der Aktionen aus. Die Initiative rufe dazu auf, gemeinsam und friedlich zu demonstrieren, sagte er. Mit größeren Störungen rechne er nicht. Wörtlich sagte er: „Ich gehe davon aus, dass es entspannt wird.“

Zugleich grenzte er die Verantwortung der Organisierenden ein. Die Initiative könne nur für die Versammlungen sprechen, die sie selbst vorbereitet. Was außerhalb davon geschehe, liege nicht in ihrem Einflussbereich. Gewalt lehnt „Gen Z regelt“ nach eigenen Angaben ausdrücklich ab.

Die Mobilisierung ist für die Gruppe ein erster großer Test. Nach Angaben des Sprechers sind bundesweit derzeit 146.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. In größeren Städten erwartet er jeweils Zehntausende Menschen. Auch deutlich höhere Zahlen hält er für möglich.

Junge Bewegung unter Druck

Die Organisationsgruppe beschreibt sich als schnell gewachsene Initiative. Sie sei erst seit wenigen Wochen aktiv und bestehe aus Studierenden, Schülerinnen und Schülern sowie Auszubildenden. Viele Beteiligte hätten zuvor noch nie selbst eine Demonstration angemeldet, sagte Amadeo.

Auf Bundesebene arbeiten nach seinen Angaben knapp 30 Menschen im Organisationsteam. Die Gruppe betreue jene Social-Media-Kanäle, die auf ihrer eigenen Homepage aufgeführt sind. Für weitere Profile, die im Umfeld der Proteste entstehen, sehe sie sich nicht automatisch verantwortlich. Zugleich wachse der Zuspruch weiter; die Initiative erhalte viele Nachrichten von Menschen, die mitarbeiten wollten.

Kritik kommt unter anderem von der Bundesschülerkonferenz. Deren Generalsekretärin Amy Kirchhoff bemängelte unübersichtliche Strukturen und sagte über die Initiative: „Man weiß nicht so genau, wer dahintersteht.“ Die Bundesschülerkonferenz hat sich von den geplanten Aktionen distanziert und eigene Demonstrationen angekündigt.

Forderungen reichen über Bildung hinaus

Im Mittelpunkt der Aufrufe stehen mehrere politische Themen, die viele junge Menschen direkt betreffen. Dazu gehören Investitionen in Bildung, mehr Klimaschutz, der Umgang mit hohen Preisen und Protest gegen staatliche Kürzungen. Auch die Debatte über eine mögliche Wehrpflicht spielt eine Rolle.

Damit verbinden die Organisierenden soziale, ökologische und bildungspolitische Anliegen. Die Bewegung versteht sich nicht als reine Schülerinitiative, sondern als Zusammenschluss verschiedener junger Gruppen. Der Name „Gen Z regelt“ verweist auf die Generation, die nun stärker selbst öffentlich auftreten will.

Die Demonstrationen finden in einem angespannten europäischen Umfeld statt. In Frankreich haben in den vergangenen Wochen Hunderttausende junge Menschen protestiert. Dort wurden unter anderem sanierungsbedürftige Schulen, Unterrichtsausfall, hohe Preise und fehlende Zukunftsaussichten als Gründe genannt. Aus Schülerprotesten entwickelte sich eine größere Bewegung, an der sich später auch andere Gruppen beteiligten. Bei Aktionen in Frankreich und weiteren europäischen Ländern kam es teils zu schweren Auseinandersetzungen und Sachbeschädigungen.

Einordnung vor Halloween

Die Proteste am 31. Oktober fallen auf Halloween und werden deshalb besonders aufmerksam beobachtet. Für Politik, Schulen und Öffentlichkeit stellt sich vor allem die Frage, ob die Mobilisierung groß bleibt und zugleich friedlich verläuft. Die Organisierenden versuchen, ihre Abgrenzung von Gewalt deutlich zu machen. Die Kritik an offenen Zuständigkeiten zeigt jedoch, dass die junge Bewegung noch um Vertrauen und Verlässlichkeit ringen muss.

Ob aus den bundesweiten Aktionen eine längerfristige Protestbewegung entsteht, hängt auch davon ab, ob die Initiative nach Samstag handlungsfähig bleibt. Ihre Themen sind breit genug, um viele junge Menschen anzusprechen. Entscheidend wird sein, ob sie organisatorisch Schritt halten kann.