Zum Inhalt springen
Stündlich aktualisiert

Politik · Bahn und Fußball

Festnahme nach Fanstreit im Regionalzug nach Leipzig

Im Regionalexpress von Chemnitz nach Leipzig kam es zu einem Streit unter Fußballfans. Die Bundespolizei nahm danach einen 44 Jahre alten RB-Anhänger fest.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Regionalzug an einem Bahnsteig steht für Sicherheitsfragen im Umfeld von Fußballreisen.
Symbolbild: Ein Regionalzug an einem Bahnsteig steht für Sicherheitsfragen im Umfeld von Fußballreisen. KI-generiert

Ein Zwischenfall im Regionalverkehr nach Leipzig beschäftigt die Bundespolizei: Nach einer Auseinandersetzung zwischen einem 44 Jahre alten Anhänger von RB Leipzig und einer Gruppe von Fans von Hansa Rostock im Regionalexpress von Chemnitz nach Leipzig wurde der Mann festgenommen. Bei der Kontrolle am Leipziger Hauptbahnhof stellte die Polizei fest, dass gegen ihn ein Haftbefehl wegen Bedrohung vorlag. Mit dem Streit im Zug steht dieser Haftbefehl nach Angaben der Bundespolizei nicht in Verbindung.

Notbremse im Regionalexpress

Die Mitteldeutsche Regiobahn meldete den Vorfall am 31. Oktober gegen 22.35 Uhr. Zunächst war von einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Fußballfans die Rede. Der 44-Jährige hatte sich demnach gegenüber der Gruppe aus Rostock als Anhänger von RB Leipzig zu erkennen gegeben. Nach seiner Darstellung und nach Angaben des Zugbegleiters soll ein Rostocker Fan ihn angegriffen haben. Fans beider Vereine gelten als verfeindet.

Während der Fahrt wurde die Notbremse betätigt. Der Regionalexpress kam daraufhin am Haltepunkt Leipzig-Werkstätten zum Stehen. Dort wurde außerdem die Notentriegelung einer Tür ausgelöst, die Tür wurde geöffnet. Später nahm die Bundespolizei am Leipziger Hauptbahnhof die Personalien der Beteiligten auf.

Bei dieser Überprüfung ergab sich der offene Haftbefehl gegen den 44-Jährigen. Die Bundespolizei vollstreckte ihn und brachte den deutschen Staatsangehörigen in die Justizvollzugsanstalt Leipzig. Der Haftbefehl betrifft den Vorwurf der Bedrohung und steht nicht im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung im Regionalexpress.

Sicherheitsfragen im Bahnverkehr

Der Fall lenkt den Blick erneut auf Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen, wenn Fangruppen im Regionalverkehr unterwegs sind. Der Vorfall ereignete sich nicht in einem Stadionumfeld, sondern auf einer regulären Verbindung zwischen Chemnitz und Leipzig. Besonders heikel war, dass im laufenden Betrieb die Notbremse gezogen und eine Tür per Notentriegelung geöffnet wurde.

Für die Einsatzkräfte bedeutete der Zwischenfall eine Kontrolle mehrerer Beteiligter am Hauptbahnhof. Der Bahnverkehr zwischen Städten in Sachsen und darüber hinaus wird regelmäßig auch von Fußballfans genutzt. Wenn rivalisierende Gruppen aufeinandertreffen, kann aus einem Reiseweg schnell ein Sicherheitsfall werden.

RB vor Heimspiel gegen Manchester City

Parallel richtet sich in Leipzig der Blick auf ein sportlich bedeutsames Heimspiel. RB Leipzig empfängt am Mittwochabend um 21 Uhr Manchester City in der Champions League. Der Bundesligist ist in seiner heimischen Arena in dieser Saison noch ungeschlagen und gewann dort bislang alle Pflichtspiele, darunter das 1:0 gegen PSV Eindhoven.

Trainer Martin Demichelis kündigte an, dass Christoph Baumgartner in die Startelf zurückkehrt. Gegen Manchester City erwartet Leipzig einen Gegner mit hoher individueller Qualität. Besonders im Fokus steht Erling Haaland, der in der laufenden Saison in zwölf Spielen 13 Tore erzielt hat. Demichelis sagte über den Stürmer: „Es gibt kein Rezept gegen solch einen Stürmer.“ Entscheidend sei, Haaland im Leipziger Strafraum möglichst wenig Zeit zu geben.

Baumgartner beschrieb die Leipziger Aufgabe mit Blick auf den Favoriten aus England nüchtern. RB müsse mutig auftreten und sauber spielen. Der Österreicher sagte: „Wir werden auch gegen City Chancen bekommen.“ Diese müssten genutzt werden, weil es gegen den englischen Klub voraussichtlich weniger Möglichkeiten geben werde als in Bundesligaspielen.

Sportliche Ausgangslage

Leipzig kommt mit einem 2:0-Auswärtssieg auf Schalke in das Spiel. In der Champions League steht die Mannschaft nach Niederlagen in Como und bei Real Madrid unter Druck. Stürmer Rômulo formulierte das Ziel vor dem Heimspiel klar: „Wir spielen zu Hause und wollen alles dafür tun, um zu gewinnen.“

Die Bilanz gegen Manchester City fällt bislang deutlich zugunsten des englischen Klubs aus. Beide Mannschaften trafen bisher sechsmal aufeinander, fünf Spiele gewann City. Leipzig holte einen Sieg, im Dezember 2021 mit 2:1. In Erinnerung bleibt vor allem das 0:7 im März 2023, als Haaland fünf Treffer erzielte. Für Leipzig verbindet sich der Abend damit nicht nur mit einer sportlichen Herausforderung, sondern auch mit erhöhter Aufmerksamkeit rund um Fußball und Verkehr in der Stadt.