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Politik · Digitale Sicherheit

BSI warnt Politiker vor möglicher Spähsoftware

Das BSI hat mehrere Regierungsmitglieder und Bundestagsabgeordnete vor möglichen Angriffen auf iPhones gewarnt. Auslöser war ein Hinweis von Apple.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Smartphone vor einem unscharfen Regierungsgebäude steht für mögliche digitale Angriffe auf politische Kommunikation.
Symbolbild: Ein Smartphone vor einem unscharfen Regierungsgebäude steht für mögliche digitale Angriffe auf politische Kommunikation. KI-generiert

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat mehrere Regierungsmitglieder und Bundestagsabgeordnete vor möglicher Spähsoftware auf Mobiltelefonen gewarnt. Digitalminister Karsten Wildberger bestätigte am Sonntag, dass Apple auf bestimmte Geräte hingewiesen habe, die möglicherweise kompromittiert worden seien. Das BSI informierte daraufhin die betroffenen Personen und gab Hinweise zum weiteren Vorgehen.

Apple-Hinweis löst Warnung aus

Nach Angaben Wildbergers ging es um eine Benachrichtigung von Apple zu iPhones. Der Minister nannte keine Einzelheiten dazu, welche Personen oder Geräte konkret betroffen sind. Auch zur Art eines möglichen Angriffs machte er keine weiteren Angaben. Er sagte lediglich, alles Weitere sei derzeit spekulativ und müsse abgewartet werden.

Das BSI empfahl den betroffenen Politikerinnen und Politikern, vorsorglich davon auszugehen, dass ihre Geräte befallen sein könnten. Ob tatsächlich Schadsoftware installiert wurde, ob Angreifer Zugriff hatten oder ob Daten abgeflossen sind, ist nicht bekannt. Grundlage der Warnung ist demnach eine Meldung über sogenannte „Mercenary Spyware“. Damit sind Programme gemeint, die für gezielte Überwachung einzelner Personen eingesetzt werden.

Wildberger sagte, die zuständigen Stellen hätten „superschnell reagiert“. Die Betroffenen seien angeschrieben worden und hätten Informationen erhalten, was nun zu tun sei. Der Minister bezeichnete den Vorgang als besorgniserregend. Einen zwingenden Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz sieht er aber nicht, da Spähsoftware auf Smartphones schon seit längerer Zeit eingesetzt werde.

Was Spähsoftware leisten kann

Spyware ist Schadsoftware, die heimlich auf Smartphones oder Computern platziert wird. Ziel ist es, Informationen zu erfassen und an Dritte weiterzugeben. Je nach Programm können unter anderem private Mitteilungen, gespeicherte Bilder, Bewegungsdaten oder Eingaben auf der Tastatur ausgelesen werden. In besonders weitreichenden Fällen sind auch Zugriffe auf Gespräche oder das Mikrofon möglich.

Solche Programme gelangen auf Geräte, wenn Nutzerinnen und Nutzer präparierte Anhänge öffnen, auf täuschend echte Links klicken oder Apps aus unsicheren Quellen installieren. Zudem können Angreifer technische Schwachstellen ausnutzen. Besonders problematisch sind Angriffe, bei denen keine aktive Handlung nötig ist. Bei solchen sogenannten Zero-Klick-Methoden kann ein Gerät unter Umständen bereits kompromittiert werden, ohne dass die betroffene Person etwas öffnet oder bestätigt.

Der Hinweis auf „Mercenary Spyware“ deutet auf einen professionellen Hintergrund hin. Solche Werkzeuge werden nicht nur von Kriminellen genutzt. Auch staatliche Stellen oder ihnen nahestehende Akteure setzen Spähprogramme ein, um einzelne Zielpersonen zu überwachen. Wer in diesem Fall hinter einem möglichen Angriff steht, ist bislang offen.

Sensibles Ziel politischer Kommunikation

Mobiltelefone von Regierungsmitgliedern und Abgeordneten sind besonders sensible Ziele. Über sie laufen häufig Kontakte, Terminabsprachen und politische Kommunikation. Selbst wenn keine geheimen Unterlagen betroffen sind, können Metadaten, Standorte oder Kommunikationsmuster für Angreifer wertvoll sein. Schon der Verdacht auf eine Kompromittierung zwingt Behörden deshalb zu Vorsichtsmaßnahmen.

Das BSI ist die zentrale Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes. Es warnt Behörden, Unternehmen und Privatpersonen vor digitalen Risiken und unterstützt bei der Abwehr von Angriffen. Im aktuellen Fall richteten sich die Hinweise an eine begrenzte Gruppe politischer Funktionsträgerinnen und Funktionsträger. Weitere Details zu Schutzmaßnahmen oder technischen Prüfungen wurden nicht öffentlich gemacht.

Der Vorgang reiht sich in eine wachsende Zahl gezielter digitaler Bedrohungen gegen Politik, Verwaltung und öffentliche Institutionen ein. Smartphones spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie viele persönliche und dienstliche Informationen bündeln. Für Sicherheitsbehörden ist entscheidend, mögliche Angriffe früh zu erkennen und Betroffene schnell zu informieren, bevor weitere Daten gefährdet werden.