Sport · DFB-Kader
Klopp holt Füllkrug zurück ins DFB-Team
Bundestrainer Jürgen Klopp hat Niclas Füllkrug in die deutsche Fußballnationalmannschaft zurückgeholt. Der 33 Jahre alte Stürmer von Werder Bremen steht im Kader für die Nations-League-Spiele gegen Serbien am 13. November und gegen die Niederlande am 16. November. Für Aufmerksamkeit sorgt außerdem die erstmalige Nominierung von Wael Mohya: Der Offensivspieler von Borussia Mönchengladbach ist erst 17 Jahre alt.
Füllkrugs Form setzt sich durch
Füllkrug hat sich mit seiner Trefferquote bei Werder Bremen wieder in den Vordergrund gespielt. In der laufenden Saison kommt er auf zwölf Tore in zehn Pflichtspielen. In der Bundesliga führt der Mittelstürmer aktuell die Torschützenliste an. Seine Rückkehr in den DFB-Kreis war deshalb zuletzt ein viel diskutiertes Thema.
Klopp hatte in den vergangenen Wochen noch auf den laufenden Umbau der Nationalmannschaft verwiesen. Das Alter des Angreifers spielte dabei eine Rolle. Nun entschied sich der Bundestrainer dennoch für Füllkrug. Er begründete die Berufung mit dessen Leistungen und Wirkung auf das Bremer Spiel. Füllkrug habe „einen unglaublichen Einfluss“, sagte Klopp. Dabei gehe es nicht nur um Tore, sondern auch um sein Auftreten und seine Erfahrung.
Der Kontakt zwischen Bundestrainer und Spieler bestand bereits vor der Nominierung. Klopp hatte Füllkrug nach eigenen Angaben schon zuvor signalisiert, dass seine Auftritte wahrgenommen würden. Mit Blick auf dessen aktuelle Verfassung sagte er zudem: „Wenn morgen eine Europameisterschaft wäre, würden wir ihn natürlich mitnehmen.“
Für die Nationalmannschaft erzielte Füllkrug bisher 14 Tore in 24 Einsätzen. Er gehörte bei der WM 2022 und bei der EM 2024 zum deutschen Aufgebot. Bei der Weltmeisterschaft in diesem Sommer war er unter dem damaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht dabei. Sein bislang letztes Länderspiel bestritt Füllkrug im Juni 2025 gegen Frankreich.
Mohya als neuer Akzent
Neben Füllkrugs Rückkehr fällt vor allem die Berufung von Wael Mohya auf. Der 17-Jährige von Borussia Mönchengladbach ist erstmals Teil der A-Nationalmannschaft. Noch ohne Länderspiel sind außerdem Innenverteidiger Finn Jeltsch vom VfB Stuttgart und Flügelspieler Brajan Gruda von RB Leipzig.
Klopp beschrieb seine Auswahl als Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Er freue sich „riesig“ auf die nächsten beiden Partien, sagte der Bundestrainer. Die Entscheidung sei nach dem deutlich größeren September-Aufgebot anspruchsvoll gewesen, weil sich mehr Spieler angeboten hätten. „Je mehr Qualität man hat, desto schwieriger im positiven Sinne werden die Entscheidungen“, sagte Klopp.
Der aktuelle Kader umfasst 24 Spieler und ist damit wieder deutlich kompakter als Klopps erste Auswahl als Bundestrainer. Damals hatte er für vier Spiele im September und Oktober insgesamt 44 Profis berufen und auf zwei Kader verteilt. Jetzt geht es um seine Länderspiele Nummer fünf und sechs.
Bekannte Namen fehlen
Nicht berücksichtigt wurden mehrere etablierte oder zuletzt diskutierte Spieler. Dazu gehören Nick Woltemade, Nadiem Amiri, David Raum, Karim Adeyemi, Yann Aurel Bisseck und Jonathan Burkardt. Auch einige Debütanten aus Klopps erstem Kader stehen diesmal nicht im Aufgebot, darunter Hennes Behrens, Vitaly Janelt, Felix Keidel und Mika Baur.
Philipp Treu und Derry Scherhant bleiben dagegen nach überzeugenden Auftritten dabei. Ebenfalls nominiert ist Saïd El Mala vom 1. FC Köln.
Im Tor setzt Klopp auf Alexander Nübel, Marc-André ter Stegen und Jonas Urbig. Für die Abwehr sind Waldemar Anton, Nathaniel Brown, Finn Jeltsch, Maximilian Mittelstädt, Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah, Malick Thiaw und Philipp Treu vorgesehen. Im Mittelfeld stehen Tom Bischof, Saïd El Mala, Brajan Gruda, Lennart Karl, Joshua Kimmich, Wael Mohya, Felix Nmecha, Aleksandar Pavlović, Derry Scherhant und Florian Wirtz. Den Angriff bilden Younes Ebnoutalib, Füllkrug und Kai Havertz.
Prüfsteine gegen Serbien und die Niederlande
Die deutsche Mannschaft spielt zunächst am 13. November in Belgrad gegen Serbien. Drei Tage später folgt die Partie gegen die Niederlande in Berlin. Für Füllkrug bietet die Länderspielphase die Chance, seine Rolle unter Klopp neu zu festigen. Für Mohya, Jeltsch und Gruda könnte sie den ersten Einsatz im Nationaltrikot bringen.
Sportlich steht die Nominierung für Klopps Versuch, kurzfristige Form und langfristige Kaderplanung zusammenzuführen. Füllkrug steht für Erfahrung und Abschlussstärke, Mohya für Perspektive. Der Bundestrainer setzt damit zugleich auf bewährte Qualitäten und neue Reize im DFB-Team.