Sport · Europa League
Hoffenheim gibt späten Sieg bei Crystal Palace aus der Hand
Die TSG Hoffenheim hat in der Europa League einen Auswärtssieg bei Crystal Palace knapp verpasst. Beim 1:1 im Londoner Selhurst Park führte die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer lange durch ein frühes Tor von Alexander Prass, spielte nach einer Gelb-Roten Karte gegen Adam Wharton ab der 77. Minute sogar mit einem Mann mehr, musste aber in der ersten Minute der Nachspielzeit noch den Treffer von Daichi Kamada hinnehmen. Damit blieb Hoffenheim am vierten Spieltag der Ligaphase der zweite Sieg im laufenden Wettbewerb verwehrt.
Früher Konter bringt die Führung
Ilzer musste seine angeschlagene Mannschaft erneut umbauen. Adam Hlozek fehlte mit muskulären Problemen, auch Bambasé Conté stand nicht zur Verfügung. Für Hlozek begann Tim Lemperle im Angriff. Zudem rückte Prass in die Startelf. Bei Crystal Palace standen mit Chris Richards, Kamada und Jean-Philippe Mateta drei Profis mit Bundesliga-Vergangenheit von Beginn an auf dem Platz.
Die Gastgeber hatten den Ball nach wenigen Minuten bereits im Hoffenheimer Tor untergebracht, doch Kamada stand bei der Aktion im Abseits. Kurz darauf nutzte die TSG eine Umschaltsituation konsequent. Nach einem Ballgewinn am eigenen Strafraum ging es schnell nach vorn. Andrej Kramaric leitete auf Lemperle weiter, der Prass bediente. Der Österreicher schloss aus halblinker Position ab und traf in der siebten Minute zur Führung.
Rund 1.600 mitgereiste Hoffenheimer Anhänger sahen danach eine selbstbewusste TSG. Fisnik Asllani verfehlte das Tor knapp, Kramaric hatte in der 23. Minute eine große Gelegenheit zum zweiten Treffer. Palace-Torwart Dean Henderson verhinderte aus kurzer Distanz das 0:2. Auf der Gegenseite blieb Kamada gefährlich, sein Abschluss ging knapp vorbei. Wenig später musste Oliver Baumann gegen Mateta eingreifen.
Baumann hält Hoffenheim im Spiel
Auch nach der Pause blieb die Partie umkämpft. Crystal Palace kam mit Druck aus der Kabine, fand gegen Hoffenheims Pressing aber nur selten saubere Wege in den Strafraum. Die TSG verteidigte aufmerksam und setzte weiter eigene Akzente. Asllani und Wouter Burger kamen zu Abschlüssen, Kramaric brachte eine weitere Situation unter Bedrängnis nicht entscheidend auf das Tor.
Besonders wichtig wurde Baumann in der 67. Minute. Yéremy Pino tauchte vor dem Hoffenheimer Tor auf, doch der Kapitän parierte stark und bewahrte seine Mannschaft vor dem Ausgleich. In der Defensive überzeugte zudem der 18 Jahre alte Natnael Abraha auf der rechten Seite.
Als Wharton in der 77. Minute nach einem Einsatz mit dem Ellbogen gegen Burger die zweite Gelbe Karte sah, sprach vieles für die Gäste. Hoffenheim hatte Überzahl, führte weiter und schien dem Erfolg nahe. Dennoch gelang es der Mannschaft nicht, die Partie zu entscheiden oder den Vorsprung sicher über die Zeit zu bringen.
Kamada trifft in der Nachspielzeit
In der 90.+1 Minute fiel der späte Ausgleich. Kamada nutzte eine der letzten Gelegenheiten für Crystal Palace und traf zum 1:1. Für Hoffenheim war es ein besonders bitterer Rückschlag, weil die Mannschaft über weite Strecken stabil gespielt und mehrere Chancen auf ein weiteres Tor vergeben hatte.
Kramaric lobte nach dem Spiel den Auftritt seiner Mannschaft, ärgerte sich aber über das Ergebnis. Hoffenheim habe „ein Topspiel gemacht“, sagte der Offensivspieler. Man sei aggressiv gewesen und habe viele Möglichkeiten gehabt. Auch Ilzer sprach von einem fast perfekten Abend und nannte es „sehr bitter“, nicht gewonnen zu haben. Prass sagte, es dürfe der Mannschaft nicht passieren, ein solches Spiel noch aus der Hand zu geben.
Für die TSG bedeutet das Remis zumindest, dass eine dritte Auswärtsniederlage in Serie in einem Pflichtspiel vermieden wurde. Zuvor war Hoffenheim im DFB-Pokal bei Holstein Kiel ausgeschieden und hatte in der Bundesliga 0:2 bei Werder Bremen verloren.
Lage in der Ligaphase
Nach vier Spielen steht Hoffenheim in der Europa-League-Ligaphase bei einem Sieg, einem Unentschieden und zwei Niederlagen. Vor dem Punktgewinn in London hatte die TSG bei OFI Kreta und gegen Besiktas Istanbul verloren, anschließend aber Olympique Lyon 3:0 geschlagen. In der Tabelle wird Hoffenheim auf Rang 23 geführt.
Der Bundesligist, derzeit Zwölfter der nationalen Liga, muss damit weiter um eine gute Ausgangsposition für die K.o.-Runde kämpfen. Crystal Palace, amtierender Conference-League-Sieger und in der Premier League auf Rang 18, verhinderte mit dem späten Treffer eine Heimniederlage. Für Hoffenheim geht es in der Bundesliga am Sonntag gegen Aufsteiger Schalke weiter.