Kultur · Hollywood
Tom Skerritt mit 93 Jahren gestorben
Tom Skerritt ist tot. Der US-amerikanische Schauspieler starb am Mittwoch im Alter von 93 Jahren eines natürlichen Todes. Das teilten seine Familie und sein Sprecher mit. Skerritt gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Gesichtern des amerikanischen Kinos und Fernsehens. Vielen blieb er als Captain Dallas in „Alien“ und als Commander Mike „Viper“ Metcalf in „Top Gun“ in Erinnerung. Für die Fernsehserie „Picket Fences“ erhielt er 1993 einen Emmy.
Frühe Jahre und erste Filmrollen
Thomas Roy Skerritt wurde 1933 in Detroit im US-Bundesstaat Michigan geboren. Er studierte an der Wayne State University und an der UCLA. Außerdem diente er in der US Air Force. Seine Laufbahn vor der Kamera begann Anfang der 1960er Jahre. Das Kinodebüt gab er 1962 in dem Kriegsdrama „War Hunt“, in dem auch Robert Redford mitspielte.
Größere Aufmerksamkeit erlangte Skerritt 1970 durch Robert Altmans Antikriegssatire „MASH“. Darin trat er neben Donald Sutherland und Elliott Gould auf. Die Produktion wurde zu einem wichtigen Titel des New-Hollywood-Kinos und machte Skerritt einem größeren Publikum bekannt.
In den folgenden Jahren übernahm er zahlreiche Neben- und Charakterrollen. Zu seinen Filmen gehörten unter anderem „Harold und Maude“, „Dead Zone“ nach Stephen King, Clint Eastwoods „Rookie“ und das Science-Fiction-Drama „Contact“ mit Jodie Foster. Für seine Leistung in „Am Wendepunkt“ wurde er vom National Board of Review als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.
Rollen in „Alien“ und „Top Gun“
Eine seiner bekanntesten Kinorollen spielte Skerritt 1979 in Ridley Scotts „Alien“. Als Dallas führte er die Besatzung des Raumfrachters Nostromo an. Der Film wurde zum Klassiker des Science-Fiction- und Horrorkinos.
1986 folgte „Top Gun“. Skerritt verkörperte darin den erfahrenen Ausbilder Mike „Viper“ Metcalf, der Tom Cruises Figur Pete „Maverick“ Mitchell an der Elite-Flugschule begegnet. Die Rolle machte ihn auch einem jüngeren Kinopublikum bekannt.
Weitere markante Auftritte folgten in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren. In „Magnolien aus Stahl“ spielte er an der Seite von Sally Field den Vater der von Julia Roberts dargestellten Shelby. Roberts würdigte ihn nach seinem Tod öffentlich als „ein leuchtendes Vorbild eines sanftmütigen Mannes“.
Unter der Regie von Robert Redford war Skerritt 1992 in „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ zu sehen. Er spielte einen presbyterianischen Geistlichen im Montana der 1920er Jahre und den Vater der Figuren von Brad Pitt und Craig Sheffer. Später bezeichnete Skerritt den Film zu dessen 30. Jubiläum als eines seiner liebsten Projekte.
Emmy für „Picket Fences“
Neben dem Kino war Skerritt regelmäßig im Fernsehen präsent. Seinen wichtigsten Fernsehpreis gewann er für die Rolle des Sheriffs Jimmy Brock in der Serie „Picket Fences“. Die Produktion lief von 1992 bis 1996. Skerritt wurde 1993 als bester Hauptdarsteller einer Dramaserie mit einem Emmy ausgezeichnet, ein Jahr später folgte eine weitere Nominierung.
Auch andere Serien prägten seine Fernsehkarriere. In „Cheers“ spielte er Evan Drake, den Vorgesetzten von Rebecca Howe. Von 2006 bis 2009 war er in „Brothers & Sisters“ als William Walker zu sehen. Gastrollen führten ihn zudem in Produktionen wie „The West Wing“ und „The Good Wife“.
Zu seinen späten Arbeiten gehörten ein Auftritt als er selbst in der Komödie „Ted“ und das Drama „East of the Mountains“, das 2021 erschien. In Deutschland war er außerdem in einer Nebenrolle in Tom Tykwers „Ein Hologramm für den König“ zu sehen.
Familie und Vermächtnis
Skerritt war dreimal verheiratet. Die Ehen mit Charlotte Shanks und Sue Oran wurden geschieden. Seit 1998 war er mit Julie Tokashiki verheiratet. Er hinterlässt seine Frau und fünf Kinder.
Seine Familie hob nach seinem Tod besonders seine Vorstellungskraft, seine Kreativität und seine Liebe zur Natur hervor. Auch das Erzählen von Geschichten habe für ihn große Bedeutung gehabt. In mehr als sechs Jahrzehnten vor der Kamera verband Skerritt große Studioproduktionen, Autorenkino und Fernsehserien. Sein Werk reicht von Klassikern der 1970er Jahre bis zu späten Rollen im Streaming- und Serienzeitalter.