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Stündlich aktualisiert

Kultur · Britischer Schauspieler

Patrick Stewart im Alter von 86 Jahren gestorben

Der britische Schauspieler Patrick Stewart ist tot. Weltweit bekannt wurde er als Jean-Luc Picard in „Star Trek“ und als Professor Charles Xavier in den „X-Men“-Filmen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein leerer Bühnenstuhl im Scheinwerferlicht erinnert an Patrick Stewarts Karriere zwischen Theater und Science-Fiction.
Symbolbild: Ein leerer Bühnenstuhl im Scheinwerferlicht erinnert an Patrick Stewarts Karriere zwischen Theater und Science-Fiction. KI-generiert

Der britische Schauspieler Sir Patrick Stewart ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er starb in Los Angeles nach einer Alzheimer-Erkrankung, wie seine Sprecherin mitteilte; auch seine Familie machte den Tod bekannt. Stewart zählte zu den international bekanntesten britischen Darstellern seiner Generation. Prägend waren vor allem seine Rolle als Jean-Luc Picard in „Star Trek: The Next Generation“ und seine Auftritte als Charles Xavier in den „X-Men“-Filmen.

Weltweite Bekanntheit als Picard

Für viele Zuschauerinnen und Zuschauer bleibt Stewart untrennbar mit der Figur des Sternenflotten-Kapitäns Jean-Luc Picard verbunden. Die Serie „Star Trek: The Next Generation“ startete 1987 und machte den Schauspieler einem großen internationalen Publikum bekannt. Stewart gab der Figur einen ruhigen, gebildeten und autoritären Ton, der Picard zu einer der populärsten Rollen des „Star Trek“-Universums werden ließ.

Später kehrte er mehrfach in diese Welt zurück. Die Rolle stand für einen wesentlichen Teil seines Ruhms, auch wenn Stewart selbst zuvor vor allem durch Bühnenarbeit geprägt war. Sein markantes Auftreten und seine unverwechselbare Stimme machten ihn zudem für große Kinoproduktionen attraktiv.

Eine zweite weltweit bekannte Figur spielte Stewart in der Superheldenreihe um die „X-Men“. Als Professor Charles Xavier verkörperte er den Gründer und geistigen Anführer der Mutantengruppe. An seiner Seite trat Ian McKellen als Magneto auf, mit dem Stewart auch abseits der Filme künstlerisch verbunden war.

Wurzeln auf der Theaterbühne

Stewart wurde 1940 in Mirfield in Nordengland geboren. Bereits als Jugendlicher stand er in Theatergruppen auf der Bühne. Später absolvierte er eine Schauspielausbildung in Bristol. Seine künstlerische Laufbahn begann nicht in Hollywood, sondern im klassischen Theater.

1966 wurde Stewart Mitglied der Royal Shakespeare Company. Dort blieb er über viele Jahre und spielte große Rollen des englischen Bühnenkanons. Zu seinen Shakespeare-Partien gehörten unter anderem Claudius und Macbeth. Auch später kehrte er immer wieder zu anspruchsvollen Stoffen zurück.

Neben Shakespeare arbeitete Stewart auch in anderen Klassikern. Er präsentierte eine Solo-Fassung von Charles Dickens’ „A Christmas Carol“ und stand mit Ian McKellen in Harold Pinters „No Man’s Land“ sowie in Samuel Becketts „Warten auf Godot“ auf der Bühne. Diese Arbeiten zeigten die Spannweite eines Schauspielers, der lange vor seinem internationalen Fernsehruhm ein profilierter Theaterschauspieler war.

Fernsehen, Kino und Auszeichnungen

Ab den 1970er-Jahren trat Stewart zunehmend auch in Fernsehproduktionen auf. In Großbritannien war er in Filmen und Serien zu sehen, darunter im Weihnachtsfilm „Der kleine Lord“, in dem er den Butler spielte. Der Wechsel zwischen Theater, Fernsehen und Kino blieb ein Kennzeichen seiner Laufbahn.

Für seine Arbeit wurde Stewart mehrfach für bedeutende Preise nominiert, darunter Emmys und Golden Globes. Seit 1996 trägt ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame seinen Namen. 2009 erhob Königin Elizabeth II. ihn zum Knight Bachelor. Seitdem führte er den Titel Sir Patrick Stewart.

Die Mitteilung seiner Sprecherin beschrieb seine letzten Stunden als geprägt von Familie, Freundinnen und Freunden, Musik, Gebet und gemeinsamer Erinnerung. Hervorgehoben wurde darin auch seine Stimme, die für viele seiner Rollen ebenso wichtig war wie seine Präsenz vor der Kamera oder auf der Bühne.

Einordnung

Stewarts Karriere verband britische Theatertradition mit globaler Popkultur. Er wurde durch Science-Fiction und Comicverfilmungen weltbekannt, blieb aber zugleich ein Schauspieler, dessen Fundament auf der Bühne lag. Für mehrere Generationen stand er für Figuren, die Autorität, Würde und Nachdenklichkeit verkörperten. Sein Tod beendet eine Laufbahn, die von Shakespeare bis zu zwei der erfolgreichsten Film- und Serienwelten der Gegenwart reichte.