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Wirtschaft · Energiepreise

Ölpreisrutsch drückt Diesel- und Heizölkosten

Rohöl ist deutlich billiger geworden. In Deutschland geben Diesel- und Heizölpreise nach, auch wenn die Versorgungslage in Teilen angespannt bleibt.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Sinkende Ölpreise können Diesel und Heizöl verbilligen.
Symbolbild: Sinkende Ölpreise können Diesel und Heizöl verbilligen. KI-generiert

Der Ölpreis ist am Donnerstag weiter gefallen und entlastet damit Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Heizölkundinnen und Heizölkunden. Brent-Öl wurde zeitweise für weniger als 94 Dollar je Fass gehandelt. Diesel lag am Morgen im bundesweiten Schnitt bei rund 2,22 Euro je Liter und damit etwa vier Cent unter dem Niveau zu Wochenbeginn. Heizöl kostete im frühen Handel im Mittel gut 170 Euro je 100 Liter, mit weiter sinkender Tendenz.

Politische Erwartungen bewegen den Markt

Der Preisrückgang an den Rohölmärkten setzte sich nach einem bereits starken Minus am Vortag fort. Im Wochenverlauf summierte sich der Rückgang des internationalen Referenzpreises auf etwa 17 Prozent. Marktteilnehmer reagierten auf die Erwartung, dass sich die militärische Lage im Nahen Osten entspannen könnte.

Nach den US-Zwischenwahlen wird mit stärkerem politischen Druck auf die Regierung von Präsident Donald Trump gerechnet, den Konflikt mit dem Iran zu beenden. Trump verwies selbst auf hohe Benzinkosten als Belastungsfaktor für seine Partei und stellte keine rasche Ausweitung der Militärschläge in Aussicht. Zugleich könnten neue Mehrheiten im Kongress die Finanzierung weiterer Einsätze begrenzen.

Parallel laufen diplomatische Bemühungen unter Beteiligung Katars und Pakistans. Eine Einigung gilt jedoch nicht als unmittelbar bevorstehend. Für die Rohstoffmärkte zählt dennoch die Erwartung, dass sich Risiken für Lieferwege und Fördermengen verringern könnten.

Mehr Öl aus der Golfregion

Neben der politischen Entwicklung drückte auch die Angebotslage auf die Preise. Die Exporte aus der Persischen Golfregion haben sich erholt. Das Ölangebot aus dem Nahen Osten überstieg damit erstmals seit Juli wieder die kurzfristige Nachfrage.

In den USA gingen die Rohölvorräte dagegen weiter zurück. Die Bestände sanken in der Woche bis zum 30. Oktober um 865.000 Barrel. Es war der fünfte wöchentliche Rückgang in Folge. Für den Gesamtmarkt überwog am Donnerstag dennoch der Eindruck einer verbesserten Versorgung, weil die Lieferungen aus der Golfregion wieder zunahmen.

Auch am US-Terminmarkt gaben Kraftstoffpreise nach. Benzin-Futures fielen im vorbörslichen Handel auf rund 2,70 Dollar je Gallone. Das war der niedrigste Stand seit Anfang März. Die US-Regierung arbeitet nach Angaben von Energieminister Chris Wright mit Raffinerien daran, die Produktion zu erhöhen und stillgelegte Kapazitäten wieder nutzbar zu machen.

Entlastung bei Diesel und Heizöl

In Deutschland wirkt sich der Ölpreisrückgang zunächst bei Kraftstoffen und Heizöl aus. Der Dieselpreis erreichte am Donnerstagmorgen den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober. Für Speditionen, Landwirtschaft und Pendlerinnen und Pendler kann ein niedrigerer Dieselpreis die laufenden Kosten senken.

Auch Heizöl wurde billiger. Der Durchschnittspreis von gut 170 Euro je 100 Liter lag am frühen Donnerstag bereits unter Druck. Für Haushalte mit Ölheizung kann das kurzfristig günstigere Bestellfenster eröffnen. Wie stark die Entlastung ausfällt, hängt jedoch weiterhin von regionalen Lieferkosten, Nachfrage und Lagerbestand ab.

Die Lage bleibt nicht überall entspannt. In den USA sind die Vorräte an Destillaten, zu denen Diesel und Heizöl gehören, in der Woche bis zum 30. Oktober um 3,6 Millionen Barrel gesunken. Sie lagen damit 13 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Auch die Benzinbestände waren zuletzt knapp und unterschritten den Durchschnitt um 2 Prozent.

Vorräte bleiben ein Risiko

Vor dem Winter verschiebt sich in Raffinerien die Produktion stärker in Richtung Diesel und Heizöl. Wartungsarbeiten können das Angebot zusätzlich begrenzen. Das US-Energieministerium will deshalb 300.000 Barrel Heizöl aus einer Notfallreserve für den Nordosten der USA vorübergehend an vier Unternehmen verleihen. Die Auslieferung soll bis zum 6. November erfolgen.

Die jüngste Entspannung bei Öl, Diesel und Heizöl beruht damit vor allem auf fallenden Risikoprämien und zusätzlichen Exporten aus der Golfregion. Niedrige Lagerbestände und saisonale Engpässe können den Preisrückgang aber bremsen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ist die Entwicklung dennoch spürbar: Kraftstoff und Heizöl sind zum Monatsbeginn günstiger geworden.