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Sport · Tennis in Wien

Zverev steht kurz vor Platz eins

Alexander Zverev gewinnt seinen Auftakt in Wien gegen Martín Landaluce nach Abwehr von vier Matchbällen. Mit einem weiteren Sieg übernimmt er die Weltranglistenspitze.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Tennisschläger und Bälle auf einem Hallencourt stehen für Zverevs möglichen Sprung an die Weltranglistenspitze.
Symbolbild: Ein Tennisschläger und Bälle auf einem Hallencourt stehen für Zverevs möglichen Sprung an die Weltranglistenspitze. KI-generiert

Alexander Zverev kann erstmals die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste werden. Der 29-Jährige gewann am Dienstag beim ATP-Turnier in Wien sein Auftaktmatch gegen den Spanier Martín Landaluce mit 7:5, 3:6, 7:6 (13:11). Nach mehr als drei Stunden und vier abgewehrten Matchbällen fehlt dem deutschen Spitzenspieler nur noch ein Erfolg, um Jannik Sinner an der Spitze abzulösen.

Entscheidung im Tiebreak

Zverev musste gegen den 20 Jahre alten Landaluce deutlich mehr investieren als erwartet. Der Spanier, der mit einer Wildcard im Feld steht und in der Weltrangliste auf Rang 67 geführt wird, hielt das Match lange offen und brachte den Favoriten mit druckvollen Grundschlägen immer wieder in Schwierigkeiten.

Der Beginn sprach zunächst für Zverev. Ihm gelang früh ein Break, doch Sicherheit brachte das nicht. Landaluce antwortete mit eigenem Aufschlagdurchbruch, ehe Zverev beim Stand von 5:5 erneut das Service seines Gegners abnahm. Nach 47 Minuten war der erste Satz entschieden.

Im zweiten Durchgang kippte die Partie. Landaluce spielte mutiger, suchte häufig die Vorhand und setzte Zverev beim Return unter Druck. Der Deutsche wirkte unzufrieden, fand seltener Zugriff in den Aufschlagspielen des Spaniers und musste den Satzausgleich hinnehmen. Im dritten Satz entwickelte sich ein enges Duell, das erst im Tiebreak endete. Dort wehrte Zverev vier Matchbälle ab und nutzte schließlich seine fünfte Chance zum Sieg.

Achtelfinale entscheidet über Rang eins

Zverevs nächster Gegner wird zwischen Tallon Griekspoor aus den Niederlanden und dem US-Amerikaner Brandon Nakashima ermittelt. Das Achtelfinale ist für Donnerstag angesetzt. Gewinnt Zverev auch diese Partie, steht er am kommenden Montag erstmals offiziell ganz oben in der Weltrangliste.

Nach dem hart erkämpften Auftakterfolg würdigte Zverev seinen Gegner. Landaluce habe ihn „absolut ans Limit gebracht“, sagte er. Der Spanier habe „ein unfassbares Match gespielt“. Schon vor Turnierbeginn hatte Zverev betont, dass ihm das Erreichen großer Karriereziele viel bedeute.

Für Zverev wäre der Sprung auf Rang eins ein weiterer Meilenstein in einer Saison, in der er bereits die Grand-Slam-Turniere in Paris und New York gewann. Den Jahresabschluss als Weltranglistenerster hat er bereits sicher. Der schnelle Wechsel an der Spitze wird möglich, weil Sinner seine Saison wegen einer Knieverletzung beendet hat und dadurch Punkte aus dem Vorjahr nicht verteidigen kann.

Besonderer Ort für den Aufstieg

Wien hat für Zverev sportlich eine gute Erinnerung. 2021 gewann er das Turnier in der österreichischen Hauptstadt. Nach seinem Auftaktsieg machte er deutlich, dass ihm ein Erfolg dort besonders viel bedeuten würde. „Nach Deutschland ist das der perfekte Ort, um Nummer eins der Welt zu werden“, sagte Zverev.

Der gebürtige Hamburger hatte gegen Landaluce bisher noch kein Tour-Match bestritten. Beide kennen sich jedoch aus gemeinsamen Trainingseinheiten auf Mallorca im vergangenen Jahr. Auf dem Platz spielte diese Vertrautheit keine große Rolle: Landaluce attackierte Zverev früh, variierte das Tempo und zwang ihn zu vielen langen Ballwechseln.

Sollte Zverev die nächste Hürde nehmen, wäre er bei den Männern erst der zweite Deutsche an der Spitze der Tennis-Weltrangliste nach Boris Becker. Bei den Frauen erreichten Steffi Graf und Angelique Kerber diese Position. Für Zverev geht es in Wien damit nicht nur um den Einzug in die nächste Runde, sondern um einen Platz in der deutschen Tennisgeschichte.