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Stündlich aktualisiert

Sport · Bahnrad-WM in Shanghai

Teutenberg führt deutschen WM-Schlussspurt an

Gold, Silber und Bronze am letzten Tag: Das deutsche Bahnrad-Team beendet die WM in Shanghai mit neun Medaillen. Tim Torn Teutenberg gewinnt das Ausscheidungsfahren.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Bahnradfahrerinnen und Bahnradfahrer auf einer beleuchteten Holzbahn.
Symbolbild: Bahnradfahrerinnen und Bahnradfahrer auf einer beleuchteten Holzbahn. KI-generiert

Am Finaltag der Bahnrad-Weltmeisterschaften in Shanghai hat das deutsche Team noch einmal drei Medaillen gewonnen. Tim Torn Teutenberg wurde Weltmeister im Ausscheidungsfahren, Lea Sophie Friedrich holte Silber im Keirin, Roger Kluge und Moritz Augenstein fuhren im Madison auf Platz drei. Insgesamt kommt der Bund Deutscher Radfahrer bei dieser WM auf neun Medaillen.

Teutenberg gewinnt historisches Gold

Teutenberg setzte sich im Ausscheidungsfahren gegen Tobias Hansen aus Dänemark und Jules Hesters aus Belgien durch. Für den 24-Jährigen war es der zweite WM-Titel seiner Karriere. 2024 hatte er gemeinsam mit Roger Kluge bereits Gold im Madison gewonnen. In Shanghai kam für ihn neben dem Titel auch Bronze im Omnium hinzu.

Die Disziplin hat für die deutsche Bilanz besonderen Wert. Bei Weltmeisterschaften gehört das Ausscheidungsfahren erst seit 2021 zum Programm, olympisch ist es nicht. Eine deutsche Medaille hatte es dort vor Teutenbergs Erfolg noch nicht gegeben. Das Rennen verlangt neben Tempo auch taktische Übersicht: Nach bestimmten Runden scheidet jeweils der letztplatzierte Fahrer aus, bis nur noch die stärksten übrig bleiben.

Teutenberg richtet seinen Blick trotz des nichtolympischen WM-Titels bereits auf die Sommerspiele 2028 in Los Angeles. Er sagte: „Mein Ziel ist es jetzt, eine olympische Medaille zu gewinnen.“ Dafür kommen für ihn vor allem das Omnium oder eine Rückkehr in den Madison infrage.

Friedrich knapp hinter Lyssenko

Auch Lea Sophie Friedrich stand am Sonntag auf dem Podest. Die 26-Jährige erreichte im Keirin-Finale den zweiten Platz. Gold ging nach einem extrem engen Sprint an die als neutrale Athletin startende Russin Alyna Lyssenko. Bronze gewann die Britin Emma Finucane.

Friedrich hatte in Shanghai bereits Bronze im Teamsprint gewonnen. Im Einzelsprint war sie zuvor im Viertelfinale ausgeschieden. Ihre Keirin-Medaille ist deshalb auch mit Blick auf Los Angeles wichtig, denn der Keirin gehört zum olympischen Programm. Bei den Männern hatte Maximilian Dörnbach in dieser Disziplin ebenfalls Silber geholt.

Für Friedrich bleibt es eine weitere internationale Spitzenplatzierung in einer Disziplin, in der sie schon zweimal Weltmeisterin war. Der Abstand zur Siegerin war im Finale minimal, die besten Fahrerinnen lagen fast gleichauf.

Kluge und Augenstein holen Bronze

Im letzten Wettbewerb der Titelkämpfe sorgten Roger Kluge und Moritz Augenstein für die neunte deutsche Medaille. Das Duo belegte im Madison den dritten Rang. Dänemark gewann deutlich, Portugal kam auf Platz zwei.

Kluge bringt in dieser Disziplin große Erfahrung mit. Der 40-Jährige war bereits dreimal Madison-Weltmeister: 2018 und 2019 mit Theo Reinhardt, 2024 mit Teutenberg. Seit 2025 fährt er international mit Moritz Augenstein, der früher Scratch-Weltmeister wurde. Das neue Duo ist bereits Europameister und bestätigte in Shanghai seine internationale Konkurrenzfähigkeit.

Für Kluge ist die Medaille zugleich ein weiteres Ergebnis in einer langen Karriere auf der Bahn. Er gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking Silber im Punktefahren und gehört weiterhin zu den prägenden deutschen Fahrern im Ausdauerbereich.

Starke Bilanz mit olympischen Fragen

Die deutsche Mannschaft verlässt Shanghai mit zwei Goldmedaillen und insgesamt neun Podestplätzen. Neben Teutenberg gewann Pauline Grabosch am Samstag den Titel über 1.000 Meter. Dazu kamen mehrere weitere Medaillen, darunter Bronze für Lisa Klein in der Einerverfolgung.

Die Bilanz liegt deutlich über den Ergebnissen der beiden vorherigen Weltmeisterschaften. 2024 und 2025 hatte das deutsche Team zusammen fünf Medaillen geholt. In Shanghai gelang nun der stärkste Auftritt seit mehreren Jahren.

Für die Einordnung bleibt jedoch entscheidend, welche Erfolge in olympischen Disziplinen erzielt wurden. Teutenbergs Ausscheidungsfahren, Graboschs 1.000-Meter-Zeitfahren und die Einerverfolgung stehen in Los Angeles nicht auf dem Programm. Besonders wertvoll sind deshalb die Keirin-Ergebnisse von Friedrich und Dörnbach sowie die Stärke im Madison. Im Frauen-Sprintbereich bleibt der Einzelsprint ein Bereich mit Verbesserungsbedarf, auch wenn das Team im Teamsprint Bronze gewann.