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Stündlich aktualisiert

Sport · Darts-EM in Dortmund

Schindler verliert historisches EM-Finale gegen Smith

Martin Schindler erreicht in Dortmund als erster Deutscher ein großes PDC-Finale. Im Endspiel der Darts-EM unterliegt er Ross Smith mit 8:11.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Darts auf einer Scheibe vor einer beleuchteten Turnierkulisse.
Symbolbild: Darts auf einer Scheibe vor einer beleuchteten Turnierkulisse. KI-generiert

Martin Schindler hat bei der Darts-Europameisterschaft in Dortmund den ersten deutschen Major-Titel verpasst. Der 30-Jährige verlor das Finale in der Westfalenhalle am Sonntagabend gegen den Engländer Ross Smith mit 8:11. Schon der Einzug ins Endspiel war ein historischer Erfolg: Schindler stand als erster Deutscher in einem Finale bei einem der großen Turniere der Professional Darts Corporation.

Früher Rückstand im Endspiel

Schindler hielt die Partie zunächst offen. Beim 2:2 bekam er die Gelegenheit, 170 Punkte mit drei Darts zu löschen. Der letzte Pfeil verfehlte das Bulls-Eye knapp. Danach übernahm Smith deutlich die Kontrolle. Der an Nummer eins gesetzte Engländer gewann sechs Legs nacheinander und setzte sich auf 8:2 ab.

Schindler kam im weiteren Verlauf noch einmal heran und machte das Finale wieder spannender. Die Aufholjagd reichte jedoch nicht mehr, um Smith ernsthaft am Titelgewinn zu hindern. Der 37-Jährige krönte sein starkes Turnier mit dem zweiten EM-Erfolg seiner Karriere. Seinen ersten großen PDC-Titel hatte Smith bereits 2022 ebenfalls bei dieser Europameisterschaft gewonnen.

Für Schindler blieb trotz der Niederlage das beste Ergebnis seiner Laufbahn. Der Strausberger erhält 80.000 Pfund Preisgeld, umgerechnet rund 95.000 Euro. Zudem verbessert er seine Position in der Order of Merit und kehrt in die Top 20 zurück. Smith klettert im Ranking um acht Plätze auf Rang sechs.

Starker Lauf bis ins Finale

Schindler hatte sich erst spät für das Turnier qualifiziert. In Dortmund entwickelte er sich dann zu einer der prägenden Figuren des Wochenendes. Zum Auftakt bezwang er den Niederländer Wessel Nijman mit 6:5. Danach folgte ein 10:4 gegen Jermaine Wattimena, ebenfalls aus den Niederlanden.

Im Viertelfinale zeigte Schindler seine bis dahin stärkste Leistung. Gegen den Waliser Jonny Clayton gewann er deutlich mit 10:1. Clayton hatte in der ersten Runde den zweiten deutschen Starter Niko Springer aus dem Wettbewerb genommen.

Auch im Halbfinale blieb Schindler nervenstark. Vor mehr als 6.000 Fans in der Westfalenhalle besiegte er den Polen Krzysztof Ratajski mit 11:6. Dabei nahm er seinem Gegner mehrfach den Anwurf ab und spielte einen Average von 98,88 Punkten. Ratajski hatte zuvor für eine große Überraschung gesorgt und den englischen Weltmeister Luke Littler im Viertelfinale mit 10:6 ausgeschaltet.

Smith erreichte das Endspiel durch ein 11:7 gegen Gerwyn Price aus Wales. Damit traf Schindler im Finale auf einen Gegner, gegen den er die beiden jüngsten direkten Duelle gewonnen hatte. Insgesamt war es das fünfte Aufeinandertreffen der beiden Profis.

Einordnung für den deutschen Dartsport

Schindlers Finaleinzug zählt zu den größten Erfolgen deutscher Dartsprofis. Vor ihm hatten bei großen PDC-Turnieren nur Max Hopp und Gabriel Clemens vergleichbare Halbfinal-Auftritte erreicht. Hopp stand 2018 bei der European Championship in der Runde der letzten Vier. Clemens gelang 2023 der Einzug ins WM-Halbfinale und später auch ins Halbfinale der Players Championship Finals.

Der verpasste Titel ändert daher wenig an der Bedeutung des Dortmunder Turniers für Schindler. Nach einem Jahr mit wenigen Höhepunkten verschafft ihm der Lauf zur EM-Endrunde sportlich und finanziell eine bessere Ausgangslage. Besonders mit Blick auf die Weltmeisterschaft in London vom 11. Dezember bis zum 3. Januar 2027 verbessert sich seine Situation in der Weltrangliste.

Für Littler bleibt die Europameisterschaft dagegen weiter eine Lücke in der Sammlung großer Titel. Der 19-Jährige schied bereits am Nachmittag gegen Ratajski aus. Ihm fehlt damit weiterhin der EM-Sieg; hinzu kommen künftig die erstmals angesetzten European Open in Salzburg.