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Sport · Fußball und China

Real Madrid entschuldigt sich nach Mbappés Mao-Äußerung

Kylian Mbappés Podcast-Äußerung über ein Mao-Meme hat in China Sanktionen ausgelöst. Real Madrid bittet um Entschuldigung, der Boykott bleibt vorerst bestehen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Fußballstadion steht für die internationale Kontroverse um Äußerungen aus dem Profisport.
Symbolbild: Ein Fußballstadion steht für die internationale Kontroverse um Äußerungen aus dem Profisport. KI-generiert

Real Madrid hat sich nach umstrittenen Aussagen von Kylian Mbappé über ein Meme mit Bezug zu Mao Zedong beim chinesischen Publikum entschuldigt. Zuvor hatten chinesische Unternehmen Werbeverträge mit dem französischen Stürmer beendet, das Staatsfernsehen kündigte Einschränkungen bei LaLiga-Übertragungen und Werbung mit Mbappé an. Das Außenministerium in Peking nahm die Entschuldigung des 27-Jährigen zur Kenntnis, stellte aber keine Lockerung der Maßnahmen in Aussicht.

Real bittet China um Entschuldigung

Der spanische Rekordmeister reagierte am Mittwoch offiziell auf die Kontroverse. Der Verein erklärte, er wolle sich beim chinesischen Volk für mögliche Verärgerung entschuldigen, die durch die jüngsten Äußerungen seines Spielers entstanden sei. Zudem betonte Real Madrid seinen Respekt für China, dessen Geschichte, Kultur und Bevölkerung sowie für die zahlreichen Fans des Klubs in der Volksrepublik.

Die spanische Liga hatte bereits zuvor um Entschuldigung gebeten. Der Druck auf Real Madrid war in China gestiegen, weil der Verein zunächst keine eigene öffentliche Erklärung abgegeben hatte. Auch die Frage nach Konsequenzen für Mbappé wurde dort diskutiert. Konkrete vereinsinterne Maßnahmen gegen den Stürmer wurden nicht bekannt.

Für Mbappé hat der Vorfall bereits wirtschaftliche Folgen. Nach den Angaben aus China beendeten zwei Getränkeunternehmen, ein Hersteller von Molkereiprodukten sowie die Social-Media-Plattform Xiaohongshu ihre Werbepartnerschaften mit dem Weltmeister von 2018. Das chinesische Staatsfernsehen kündigte außerdem an, vorerst keine LaLiga-Spiele mit Mbappé zu zeigen und keine Werbung mehr mit ihm auszustrahlen.

Podcast-Aussage löst Empörung aus

Ausgangspunkt war ein im Internet verbreitetes Video aus einem Podcast. Mbappé wurde darin nach seinem liebsten Meme gefragt, auf dem er selbst zu sehen sei. Er beschrieb eine Fotomontage, bei der sein Gesicht auf das Bild eines Mannes gesetzt worden sei, den er für einen „chinesischen Diktator“ halte. Gemeint war offenbar eine Darstellung mit Bezug zu Mao Zedong.

Nach der heftigen Reaktion in China entschuldigte sich Mbappé in sozialen Netzwerken. Er erklärte, seine Bemerkung sei unbedacht und taktlos gewesen, und er habe verstanden, dass Menschen in China dadurch verletzt worden seien. In seiner Mitteilung schrieb er: „Ich entschuldige mich bei jedem, den meine Worte verärgert haben.“

Die Entschuldigung stoppte die Kritik zunächst nicht. Das chinesische Staatsfernsehen wies eine frühere Reaktion von Real Madrid zurück und verlangte eine formelle Entschuldigung. Die Programmleitung erklärte, Mbappés Äußerungen hätten das chinesische Volk verletzt und eine „rote Linie“ überschritten.

Peking bleibt zurückhaltend

Außenamtssprecher Guo Jiakun äußerte sich am Mittwoch in Peking zu dem Fall. Er sagte, man nehme die Entschuldigung ernst beziehungsweise schätze sie. Auf die Frage, ob die Maßnahmen gegen Mbappé deshalb gelockert würden, gab er keine konkrete Antwort.

Damit bleibt offen, wie lange die Einschränkungen anhalten. Klar ist aber, dass der Fall über den Sport hinausreicht. Er betrifft nicht nur einen der bekanntesten Fußballer der Welt, sondern auch Real Madrid, die spanische Liga und den Zugang zu einem wichtigen internationalen Publikum.

Sensibler Bezug zu Mao

Mao Zedong war Gründer der Volksrepublik China und starb 1976. Anspielungen, Spott oder kritische Darstellungen über führende politische Figuren werden in China besonders sensibel behandelt. Online werden solche Inhalte in der Regel streng kontrolliert.

Die Kontroverse zeigt, wie schnell Äußerungen aus Unterhaltungsformaten internationale Folgen auslösen können. Ein kurzer Podcast-Moment führte zu Sponsorverlusten, eingeschränkter Sichtbarkeit im chinesischen Fernsehen und einer offiziellen Entschuldigung eines europäischen Spitzenklubs. Für Mbappé und Real Madrid ist der Fall damit noch nicht abgeschlossen.