Sport · Topspiel der Bundesliga
Leverkusen dreht Topspiel gegen Freiburg
Bayer Leverkusen hat den Lauf des SC Freiburg in der Bundesliga gestoppt. Die Mannschaft von Trainer Carles Martinez gewann das Topspiel in der BayArena am Sonntag mit 2:1 (1:1). Freiburg verlor damit erstmals in dieser Saison und musste die Tabellenführung nach nur einem Spieltag wieder abgeben. Für Leverkusen trafen Ibrahim Maza und Patrik Schick, nachdem Derry Scherhant die Gäste früh in Führung gebracht hatte.
Protest vor dem ersten Treffer
Die Partie begann mit einer Unterbrechung. Freiburger Anhänger warfen Tennisbälle auf den Rasen, das Spiel ruhte rund fünf Minuten. Der Protest richtete sich gegen Vorgaben für Auswärtsfans in Leverkusen. Freiburgs Trainer Julian Schuster ging mehrfach zur Kurve und versuchte, auf die Fans einzuwirken. Auch im Heimbereich gab es Zustimmung für die Aktion.
Sportlich brauchte Freiburg danach kaum Anlaufzeit. Schuster hatte nach dem 3:2 im Conference-League-Spiel gegen den FK Jablonec kräftig gewechselt und acht neue Profis in die Startelf genommen. Mehrere von ihnen standen besonders im Blick, weil Bundestrainer Jürgen Klopp auf der Tribüne saß. Philipp Treu leitete den ersten Treffer über die rechte Seite ein, Scherhant vollendete in der 14. Minute zur Freiburger Führung.
Leverkusen reagierte schnell. Nur fünf Minuten später kombinierte sich Bayer durch die Freiburger Defensive. Schick legte mit der Hacke auf Maza ab, der den Ball zum 1:1 im Tor unterbrachte. Danach blieb die erste Halbzeit über weite Strecken eng. Beide Mannschaften hatten unter der Woche international gespielt, beide agierten aufmerksam gegen den Ball. Große Chancen blieben zunächst selten.
Schick entscheidet die Partie spät
Nach der Pause verlagerte sich das Spiel zunehmend in Richtung Freiburger Hälfte. Leverkusen suchte häufiger den Weg nach vorn, während die Gäste defensiv stärker gefordert waren. Facundo Medina setzte kurz nach Wiederbeginn einen Abschluss knapp vorbei. Später kam Schick aus guter Position zum Schuss, verfehlte das Tor aber deutlich.
Freiburg hielt lange dagegen und blieb im Spiel, doch die Entlastung wurde seltener. In der 76. Minute nutzte Leverkusen eine starke Einzelaktion von Maza. Der offensive Mittelfeldspieler setzte sich nahe der Grundlinie gegen mehrere Gegenspieler durch und fand im Strafraum Schick. Der tschechische Stürmer traf aus kurzer Distanz zum 2:1.
Die Schlussphase blieb offen. Freiburg warf noch einmal viel nach vorn und kam in der Nachspielzeit zur großen Ausgleichschance. Lucas Höler verfehlte nach einer Hereingabe von Matthias Ginter per Kopf das weitgehend freie Tor. Kurz darauf war Schluss.
Rekord für Leverkusens Torjäger
Schicks Treffer hatte für Bayer besonderen Wert. Der Angreifer erzielte in jedem der ersten sechs Ligaspiele dieser Saison mindestens ein Tor. Das gelang zuvor keinem Leverkusener Profi in der Bundesliga. Frühere Bestmarken von Dimitar Berbatow und Stefan Kießling sind damit übertroffen.
Für Leverkusen war es zugleich der fünfte Pflichtspielsieg nacheinander. Nach einem schwierigen Saisonstart stabilisiert sich die Mannschaft weiter und rückt in der Spitzengruppe näher heran. Maza war dabei der prägende Spieler: Er erzielte den Ausgleich selbst und bereitete den Siegtreffer vor.
Freiburgs Trainer Schuster bemängelte vor allem die Entstehung des zweiten Gegentors, sah aber insgesamt eine starke Leistung seiner Mannschaft bei einem sehr guten Gegner. Die Niederlage ändert dennoch die Ausgangslage in der Tabelle deutlich.
Bayern übernimmt die Spitze
Der SC Freiburg fällt nach der Niederlage auf Rang drei zurück. Der FC Bayern ist nach dem 6:1 gegen RB Leipzig neuer Tabellenführer. Borussia Dortmund kam bei Union Berlin nicht über ein Unentschieden hinaus. Leverkusen bleibt Vierter und hat nun genauso viele Punkte wie Freiburg.
Schon am nächsten Sonntag steht für die Breisgauer das nächste Spitzenspiel an. Dann kommt der FC Bayern nach Freiburg. Für Klopp, der neben DFB-Sportdirektor Rudi Völler auf der Tribüne saß, bot die Partie mehrere Eindrücke von deutschen Nationalspielern und Kandidaten: Treu bereitete das Freiburger Tor vor, Scherhant traf, Yannik Engelhardt arbeitete im Mittelfeld gegen ein stärker werdendes Leverkusen mit.