Sport · DFB-Pokal
Leipzig zittert weiter, Bochum wirft Mainz raus
RB Leipzig hat in der zweiten Runde des DFB-Pokals nur knapp ein frühes Aus verhindert. Der Bundesligist gewann bei Drittligist Rot-Weiss Essen nach Rückstand und Gelb-Rot gegen Nicolas Seiwald noch 2:1. Christoph Baumgartner entschied die Partie mit zwei Treffern in der Schlussphase. Für die Überraschung des Abends sorgte der VfL Bochum: Der Zweitligist setzte sich gegen den Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 mit 2:0 durch und steht ebenfalls im Achtelfinale.
Essen bringt Leipzig lange in Bedrängnis
Im Stadion an der Hafenstraße sahen 17.467 Zuschauerinnen und Zuschauer, wie Essen den Favoriten früh unter Druck setzte. Lucas Brumme nutzte in der neunten Minute einen Leipziger Fehler zur Führung. Nach einem missglückten Rückpass von Castello Lukeba verlor Torhüter Ørjan Nyland den Halt. Brumme blieb frei vor dem Tor ruhig, umspielte den Keeper und traf zum 1:0.
Leipzig fand in der ersten Halbzeit kaum Zugriff auf die Partie. Essen verteidigte aufmerksam, spielte mutig nach vorn und hatte durch Brumme sogar die Chance auf ein zweites Tor. Sein Freistoß ging in der 25. Minute knapp vorbei. Kurz vor der Pause verschärfte sich die Lage für die Gäste: Seiwald musste nach einem Foul mit Gelb-Rot vom Feld. Leipzig ging ohne eigenen Torschuss in die Kabine.
Bereits vor dem Anpfiff hatte es rund um den Gästebereich einen Zwischenfall gegeben. Unbekannte hatten den Zugang über Nacht mit Beton blockiert und mit gegen Leipzig gerichteten Botschaften versehen. Die Sperre wurde am Morgen beseitigt.
Baumgartner dreht das Spiel spät
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Leipzig trotz Unterzahl den Druck. Trainer Martin Demichelis brachte neue Kräfte, die den Favoriten offensiv belebten. Tidiam Gomis vergab zunächst eine gute Möglichkeit, als er nach einem Essener Ballverlust seinen Mitspieler Rômulo anschoss. Wenig später parierte Essens Torhüter Jakob Golz einen Flachschuss von Gomis.
Baumgartner kam von der Bank und näherte sich zunächst per Kopf an. In der 78. Minute traf er dann zum Ausgleich. Antonio Nusa, ebenfalls eingewechselt, bereitete den Treffer vor. Nur wenige Minuten danach kippte die Partie endgültig. Baumgartner setzte sich erneut durch und erzielte per Kopf das 2:1. Für Leipzig endete damit eine Serie von fünf Auswärtsniederlagen nacheinander. Der vorherige Erfolg in der Fremde war das 6:0 in der ersten Pokalrunde bei Eintracht Trier.
Essen verpasste nach einer lange starken Leistung die nächste Überraschung. Der Drittligist hatte den Champions-League-Teilnehmer über weite Strecken gefordert, konnte in der Schlussphase aber kaum noch Entlastung schaffen.
Bochum nutzt seine Chancen gegen Mainz
Parallel setzte der VfL Bochum ein klares Ausrufezeichen. Der Zweitligist gewann im Ruhrstadion an der Castroper Straße gegen Mainz 05 mit 2:0. Für Bochum war es der erste Heimsieg der laufenden Saison. Mainz verlor dagegen erstmals nach sechs saisonübergreifenden Auswärtssiegen wieder auf fremdem Platz und verpasste zum vierten Mal in Folge den Einzug ins Pokal-Achtelfinale.
Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit ging Bochum direkt nach Wiederbeginn in Führung. Christian Rasmussen schloss in der 46. Minute ab, der Ball wurde von Kaishu Sano entscheidend abgefälscht und war dadurch nicht mehr zu erreichen. Mainz fand darauf keine klare Antwort. Trainer Urs Fischer reagierte mit einem Dreifachwechsel, doch der erhoffte Schwung blieb aus.
Bochum blieb kompakt und nutzte später einen Konter. Jarne Steuckers legte quer auf Philipp Hofmann, der in der 75. Minute zum 2:0 einschob. Damit gelang dem VfL auch eine sportliche Antwort auf das letzte direkte Duell: Damals hatte Mainz mit einem 4:1 gegen Bochum den Bundesliga-Abstieg des Revierklubs besiegelt.
Achtelfinale mit unterschiedlichen Vorzeichen
Leipzig geht trotz des Weiterkommens mit Warnsignalen in die nächste Pokalrunde. Der Favorit brauchte in Essen einen späten Doppelschlag eines Einwechselspielers und spielte lange Zeit fehleranfällig. Bochum dagegen kann den Sieg gegen Mainz als wichtigen Stimmungsumschwung werten. Der Pokal bleibt damit für beide Klubs ein Wettbewerb mit Bedeutung, aber unter sehr unterschiedlichen Eindrücken: Leipzig überstand eine kritische Lage, Bochum schaltete einen Erstligisten verdient aus.