Sport · DFB-Pokal
HSV scheitert gegen effiziente Frankfurter
Der Hamburger SV ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin verlor das Erstliga-Duell gegen Eintracht Frankfurt mit 1:3 und verpasste den Einzug ins Achtelfinale. Nach einer torlosen ersten Halbzeit nutzten die Gäste ihre Möglichkeiten konsequenter. Robin Koch, Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib trafen für Frankfurt, Terem Moffi erzielte nur noch den Hamburger Anschlusstreffer. Neben der Effektivität der Eintracht prägten vor allem zwei Schiedsrichterszenen die Diskussion nach dem Abpfiff.
Frankfurt trifft nach der Pause dreimal
Der HSV hielt die Partie zunächst offen und war über weite Strecken der ersten Halbzeit ebenbürtig. Tore fielen vor der Pause nicht, obwohl Hamburg genügend Situationen hatte, um selbst in Führung zu gehen. Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild. Frankfurt schlug innerhalb von weniger als 20 Minuten dreimal zu und brachte das Spiel damit klar auf seine Seite.
Den Anfang machte Kapitän Robin Koch in der 56. Minute per Kopf. In der 71. Minute erhöhte Jonathan Burkardt auf 2:0. Nur vier Minuten später traf Younes Ebnoutalib zum dritten Frankfurter Tor. Der HSV reagierte zu spät: Moffi verkürzte in der 79. Minute, mehr gelang den Gastgebern aber nicht. Für Eintracht Frankfurt bedeutet der Sieg den Einzug ins Achtelfinale und neues Selbstvertrauen nach einer schwierigen Phase.
Stieler bewertet Strafraumduell nachträglich anders
Besonders umstritten war eine Szene aus der 35. Minute. Beim Stand von 0:0 ging Hamburgs Zakaria El Ouahdi im Strafraum nach einem Duell mit Frankfurts Kapitän Koch zu Boden. Schiedsrichter Tobias Stieler entschied nicht auf Strafstoß, auch der Videoassistent griff nicht ein.
Nach der Partie räumte Stieler ein, dass er die Szene nach Ansicht der Bilder anders einschätzen würde. Die „bessere Entscheidung“ wäre aus seiner Sicht ein Strafstoß gewesen. Zugleich verteidigte er den Ablauf auf dem Platz. Seine Entscheidung sei nicht völlig unvertretbar gewesen, zudem gebe es für Eingriffe des Videoassistenten eine hohe Schwelle.
HSV-Trainer Polzin sah das deutlich kritischer. Für ihn und seine Mannschaft sei die Situation ein eindeutiger Elfmeter gewesen, der dem HSV im Kampf um das Weiterkommen geholfen hätte. Auch Sportdirektor Claus Costa bewertete das Duell klar zugunsten Hamburgs. Aus seiner Sicht hatte El Ouahdi den Ball bereits am Gegenspieler vorbeigelegt, während Koch keine realistische Chance mehr gehabt habe, den Ball zu spielen.
Auch Collins-Szene sorgt für Ärger
Kurz nach der Pause kam eine weitere strittige Situation hinzu. Frankfurts Nnamdi Collins, der bereits verwarnt war, brachte Hamburgs David Møller Wolfe zu Fall. Eine zweite Gelbe Karte blieb aus. Wenig später wurde Collins ausgewechselt.
Costa wertete den schnellen Wechsel als Hinweis auf die Brisanz der Szene, betonte aber zugleich, dass der HSV die Gründe für die Niederlage nicht allein beim Schiedsrichter suchen wolle. Stieler erklärte seine Entscheidung damit, dass Collins den Ball im Blick gehabt habe. Eine absichtliche Aktion mit der Schulter sah er nicht.
Die Hamburger haderten daher nicht nur mit den Entscheidungen, sondern auch mit der eigenen Chancenverwertung. Costa verwies darauf, dass der HSV genügend Gelegenheiten gehabt habe, um die Partie in eine andere Richtung zu lenken. Gerade in der ersten Halbzeit fehlte den Gastgebern die Konsequenz im Abschluss.
Hamburg verpasst das Achtelfinale
Für den HSV ist das Pokal-Aus der nächste sportliche Rückschlag. Die Mannschaft zeigte gegen Frankfurt zwar Phasen, in denen sie mithalten konnte, belohnte sich aber nicht. Frankfurt war nach der Pause zielstrebiger und verwertete seine Chancen in der entscheidenden Phase.
Im DFB-Pokal bleibt für Hamburg damit nur die Aufarbeitung eines Abends mit vielen vergebenen Möglichkeiten und kontroversen Momenten. Frankfurt dagegen nutzt den Auswärtssieg, um in einem K.-o.-Spiel Sicherheit zu gewinnen und die nächste Runde zu erreichen.