Sport · Bundesliga in Sinsheim
Hoffenheim stoppt Leverkusen mit spätem 3:0
Die TSG 1899 Hoffenheim hat Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga spät mit 3:0 besiegt und den eigenen Aufwärtstrend fortgesetzt. Andrej Kramarić brachte die Gastgeber in Sinsheim in der 79. Minute per Foulelfmeter in Führung. Alexander Prass erhöhte kurz vor dem Ende, Max Moerstedt traf in der Nachspielzeit. Für Hoffenheim war Kramarićs Treffer zugleich das 1.000. Tor der Vereinsgeschichte in der Bundesliga. Leverkusen blieb erstmals in dieser Saison ohne eigenen Treffer.
Lange offen, spät entschieden
Vor 27.378 Zuschauerinnen und Zuschauern entwickelte sich eine Partie, die früh Tempo hatte, aber lange ohne Tor blieb. Hoffenheim begann mutig und kam schon in der Anfangsphase zu Abschlüssen. Adam Hložek köpfte in der zweiten Minute über das Tor. Kurz darauf vergab Nathan Tella auf der Gegenseite eine Möglichkeit für Leverkusen.
Beide Teams suchten den Weg nach vorn, doch im letzten Drittel fehlte häufig die Präzision. Die beste Gelegenheit vor der Pause hatte Hložek, der aus kurzer Distanz nur den Außenpfosten traf. Auch Fisnik Asllani kam zu einer Chance, scheiterte aber an Bayer-Torhüter Mark Flekken. Leverkusen fand trotz offensiver Ausrichtung nur selten klare Lösungen.
Der Regen prägte phasenweise das Spiel. Zur Pause musste Schiedsrichter Daniel Siebert verletzt ausgewechselt werden. Robert Hartmann übernahm die Leitung der Begegnung. Nach dem Seitenwechsel blieb Hoffenheim zunächst aktiver, während Leverkusen zwar mehr Ballbesitzphasen bekam, aber kaum zwingend vor das Tor kam.
Kramarić trifft vom Punkt
Die entscheidende Szene entstand in der Schlussphase. Edmond Tapsoba traf Asllani im Strafraum am Fuß. Nach einer Überprüfung der Bilder gab es Strafstoß für Hoffenheim. Kramarić, der eingewechselt worden war, verwandelte sicher zum 1:0. Damit erreichte die TSG die Marke von 1.000 Bundesliga-Toren.
Leverkusen musste danach mehr riskieren. Die Räume nutzte Hoffenheim konsequent. Prass lief in der 89. Minute allein auf Flekken zu und schloss zum 2:0 ab. Direkt nach seinem Treffer erhielt er Gelb-Rot, weil er beim Jubel sein Trikot auszog und damit die zweite Verwarnung sah.
In der Nachspielzeit legte Hoffenheim noch einmal nach. Kramarić traf bei einem weiteren Gegenstoß die Latte, Moerstedt verwertete den Abpraller aus kurzer Entfernung zum 3:0. Zuvor hatte es eine längere Unterbrechung gegeben, nachdem Moerstedt und Loïc Badé mit den Köpfen zusammengeprallt waren. Badé musste vom Feld gebracht werden, Moerstedt konnte weiterspielen.
Bayer verliert Anschluss nach oben
Für Leverkusen endete damit eine Serie von drei Bundesliga-Siegen. Das Team von Trainer Carlos Martínez bleibt auf dem vierten Tabellenplatz und verpasst die Chance, den Druck auf die Spitzenplätze zu erhöhen. Besonders auffällig war, dass die Offensive erstmals in dieser Bundesligasaison torlos blieb. Auch Patrik Schick, zuvor regelmäßig erfolgreich, traf diesmal nicht.
Hoffenheim verbessert sich durch den Sieg auf Rang zehn. Nach einem schwachen Saisonbeginn mit vier Niederlagen nacheinander hat die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer wieder Anschluss an das Tabellenmittelfeld gefunden. Der klare Endstand täuschte etwas über den lange offenen Verlauf hinweg, doch die TSG nutzte in der Schlussphase ihre Möglichkeiten deutlich effizienter.
Beide Mannschaften waren unter der Woche im Europapokal im Einsatz gewesen. Hoffenheim hatte Olympique Lyon mit 3:0 besiegt, Leverkusen gewann bei OFI Kreta mit 2:0. Beide Trainer veränderten ihre Startelf angesichts der Belastung. Unter anderem saßen mehrere Spieler zunächst auf der Bank, die zuletzt international eine größere Rolle gespielt hatten.
Nächste Aufgaben am Samstag
Für Hoffenheim geht es am kommenden Samstag auswärts weiter. Die TSG spielt um 15.30 Uhr bei Werder Bremen. Leverkusen empfängt zur gleichen Zeit den VfB Stuttgart. Für Bayer wird die Partie auch zur Reaktion auf einen Auftritt, in dem die Mannschaft spät die Kontrolle verlor und nach dem Rückstand kaum noch Antworten fand.
Hoffenheim nimmt aus dem Spiel dagegen mehrere positive Signale mit: drei Treffer, kein Gegentor und ein historisches Ligator. Der Sieg stärkt zudem die Position im Tabellenmittelfeld, nachdem der Start in die Saison misslungen war.