Sport · 2. Bundesliga
Hertha siegt spät und vergrößert Vorsprung
Hertha BSC hat seine Spitzenposition in der 2. Bundesliga ausgebaut. Die Berliner gewannen am Samstag im Olympiastadion gegen Arminia Bielefeld mit 1:0 und kamen erst in der Nachspielzeit zum entscheidenden Tor. Josip Brekalo verwandelte in der dritten Minute der Zugabe einen Handelfmeter. Hertha steht nun bei 25 Punkten und hat neun Zähler Vorsprung auf den VfL Wolfsburg auf Platz drei. Bielefeld bleibt mit elf Punkten im Tabellenmittelfeld.
Späte Entscheidung vom Punkt
Lange sah es vor rund 50.000 Zuschauerinnen und Zuschauern so aus, als könne Bielefeld einen Punkt aus Berlin mitnehmen. Hertha bestimmte zwar weite Teile des Spiels, fand aber gegen eine dichte Gästeabwehr nur selten den letzten klaren Pass. Kurz vor dem Ende jubelte die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl bereits einmal, doch ein vermeintlicher Treffer wurde wegen eines Handspiels aberkannt.
In der Nachspielzeit kippte die Partie doch noch zugunsten der Gastgeber. Nach einer Ecke bekam Bielefelds Maximilian Großer den Ball an die Hand. Schiedsrichter Cristian Ballweg entschied auf Strafstoß. Brekalo übernahm die Verantwortung und brachte den Ball im Tor unter. Damit blieb Hertha auch im neunten Saisonspiel ohne Niederlage und feierte bereits den achten Sieg.
Leitl hob nach dem Abpfiff die Beharrlichkeit seiner Mannschaft hervor. „Der Glaube war immer da“, sagte der Hertha-Trainer. Die Elfmeterentscheidung habe seinem Team die Möglichkeit gegeben, sich für den Aufwand zu belohnen. Bielefelds Trainer Oliver Kirch sah sein Team dagegen um ein mögliches Remis gebracht. Er sagte, seine Mannschaft habe „einen Punkt verdient“ gehabt.
Berliner Chancen, Kersken pariert
Hertha begann mit Tempo und kam früh zu einer großen Möglichkeit. Über die linke Seite wurde Mads Pedersen eingesetzt, seine Hereingabe erreichte Sebastian Grönning im Zentrum. Bielefelds Torwart Jonas Kersken verhinderte den frühen Rückstand. Wenig später war Grönning erneut frei durch, nachdem die Gästeabwehr einen Ball unglücklich verlängert hatte. Der Stürmer hob den Ball über Kersken, doch Großer klärte noch vor der Linie.
Bielefeld konzentrierte sich anschließend auf Ordnung und schnelle Umschaltmomente. Die Gäste verteidigten eng, ließen Hertha aber über weite Strecken den Ball. Die Berliner hatten mehr Kontrolle, taten sich im letzten Drittel jedoch schwer. Kurz vor der Pause kam Oluwaseun Adewumi nach einer Hereingabe von Jon Dagur Thorsteinsson zum Abschluss, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Kersken.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Spielverlauf. Hertha drängte, Bielefeld blieb kompakt. Die beste Gelegenheit in dieser Phase hatte Kevin Sessa in der 66. Minute. Sein Freistoß aus rund 18 Metern traf die Latte. Später kam Sessa noch einmal in aussichtsreicher Position zum Abschluss, setzte den Ball aber neben das Tor.
Reaktion auf die letzte Niederlage
Für Hertha hatte die Begegnung auch wegen der jüngeren Vorgeschichte Gewicht. Die bislang letzte Niederlage der Berliner datierte aus dem Mai, als sie bei Arminia Bielefeld deutlich mit 1:6 verloren hatten. Am Samstag trat Hertha deutlich stabiler auf und hielt den Druck bis in die Schlussphase hoch.
Bielefeld war vor der Partie vier Spiele nacheinander unbesiegt geblieben und verteidigte in Berlin lange erfolgreich. Offensiv kam die Mannschaft von Oliver Kirch jedoch nur selten zu gefährlichen Szenen. Hertha musste deshalb vor allem Geduld zeigen und wurde erst spät belohnt.
Blick auf den nächsten Spieltag
Durch den Erfolg setzt sich Hertha an der Spitze weiter ab. Der Abstand auf Rang drei ist im Aufstiegsrennen besonders wichtig, weil die ersten beiden Plätze direkt in die Bundesliga führen. Nach neun Spielen ist die Berliner Bilanz mit acht Siegen und einem Unentschieden deutlich.
Am kommenden Samstag tritt Hertha beim 1. FC Kaiserslautern an. Bielefeld spielt bereits am Freitagabend zu Hause gegen Eintracht Braunschweig. Für die Arminia geht es darum, nach der späten Niederlage den Anschluss an die obere Tabellenhälfte zu halten.