Sport · 2. Bundesliga
Hertha geht mit Neun-Punkte-Polster ins Spitzenspiel
Hertha BSC geht mit einem klaren Vorsprung in das nächste Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga. Die Berliner setzten sich am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern 3:0 durch, stehen mit 28 Punkten weiter an der Tabellenspitze und empfangen am kommenden Samstagabend den VfL Wolfsburg. Der Aufstiegsfavorit aus Niedersachsen gewann parallel 2:0 gegen Osnabrück und liegt mit 19 Punkten neun Zähler hinter Hertha.
Grönning prägt Herthas Auftritt
In Kaiserslautern war Sebastian Grönning der entscheidende Spieler der Berliner. Der Angreifer brachte Hertha in der 17. Minute in Führung, nachdem Jon Dagur Thorsteinsson quergelegt hatte. Kaiserslautern hatte in der Anfangsphase mehr Zugriff und blieb nach dem Rückstand aktiv, kam aber kaum zu klaren Abschlüssen.
Nach der Pause nutzte Hertha die nächste Gelegenheit konsequent. Mads Pedersen wurde auf der linken Seite freigespielt und brachte den Ball in die Mitte, wo Grönning zum 2:0 grätschte. Kurz darauf traf Thorsteinsson das Lattenkreuz. Die Entscheidung fiel in der 59. Minute: Oluwaseun Adewumi köpfte nach Pedersens Vorlage zum 3:0 ein. Kaiserslauterns Naatan Skyttä traf später noch den Pfosten.
Hertha-Trainer Stefan Leitl zeigte sich nach dem Auswärtssieg zufrieden und sprach von einem „tollen Auswärtsspiel“ gegen einen starken Gegner. Kaiserslauterns Trainer Torsten Lieberknecht sah den Unterschied vor allem in der Effizienz und nannte Hertha die „abgeklärtere Mannschaft“. Sein Team bleibt mit 18 Punkten Vierter.
Wolfsburg gewinnt vor dem Berlin-Spiel
Auch Wolfsburg löste seine Aufgabe vor dem direkten Duell mit Hertha. Beim 2:0 gegen Osnabrück erzielte Fabian Reese in der 30. Minute die Führung. Muhammed Damar erhöhte kurz nach der Pause auf 2:0, vorbereitet wurde der Treffer von Reese. Osnabrück verteidigte lange kompakt und hatte Chancen, nutzte diese aber nicht.
Für Wolfsburg war der Sieg auch deshalb wichtig, weil die Mannschaft in den Wochen zuvor nicht immer die Kontrolle über ihre Spiele behalten hatte. Gegen Osnabrück stabilisierte sich das Team nach der Führung. Im defensiven Mittelfeld liefen Kapitän Maximilian Arnold und Vinicius Souza erstmals gemeinsam auf.
Damit reisen die Wolfsburger mit einem Erfolgserlebnis nach Berlin. Hertha kann im direkten Duell den Abstand auf einen der wichtigsten Verfolger weiter vergrößern. Wolfsburg braucht dagegen Punkte, um den Rückstand auf den Tabellenführer zu verkürzen.
Reese und Damar mit Berliner Vergangenheit
Besonders im Fokus stehen zwei Wolfsburger mit Hertha-Bezug. Reese spielte zuvor in Berlin und war dort eine Identifikationsfigur. Nach seinem Wechsel nach Wolfsburg wurde er bei Partien in Karlsruhe und Nürnberg bereits von gegnerischen Fans ausgepfiffen. Für die Rückkehr ins Olympiastadion erwartet er eine aufgeheizte Atmosphäre. „Die Dezibel-Rate wird etwas höher sein“, sagte der 28-Jährige nach dem Osnabrück-Spiel.
Reese betonte zugleich, dass er sich auf viele Begegnungen in Berlin freue. Er nannte frühere Mitspieler, Freunde, Bekannte und Mitarbeitende des Vereins. Auch seine Familie soll im Stadion sein. Sportlich hat er in Wolfsburg schnell eine wichtige Rolle übernommen, was der Auftritt gegen Osnabrück erneut zeigte.
Damar bringt eine andere Vorgeschichte mit. Der 22-Jährige stammt aus Berlin und spielte von 2015 bis 2019 in der Hertha-Jugend, musste den Verein als Jugendspieler aber verlassen. Er sprach vor dem Wiedersehen von einer „Riesenmotivation“. Zugleich stellte er klar, dass er dem Verein nicht feindselig gegenübersteht. Als Kind habe Hertha für ihn eine besondere Bedeutung gehabt, die Ausbildung bewertete er positiv.
Direkter Maßstab im Aufstiegsrennen
Das Spiel am kommenden Samstag um 20.30 Uhr ist für Hertha ein wichtiger Gradmesser. Die Berliner haben sich mit dem Erfolg in Kaiserslautern weiter abgesetzt und wirken auswärts stabil. Wolfsburg bleibt trotz des Rückstands einer der prominentesten Aufstiegsanwärter der Liga.
Für Hertha zählt vor allem, die aktuelle Serie in ein Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten mitzunehmen. Für Wolfsburg bietet sich die Gelegenheit, die Tabellenspitze wieder näher heranzurücken. Die Ausgangslage ist klar: Hertha startet mit Vorsprung, Wolfsburg mit zwei Rückkehrern, die in Berlin besondere Aufmerksamkeit bekommen werden.