Sport · Fußball in Jena
Heiko Weber ist im Alter von 61 Jahren gestorben
Der frühere Fußballspieler und Trainer Heiko Weber ist am Montagmorgen im Alter von 61 Jahren gestorben. Das teilte der FC Carl Zeiss Jena mit. Weber war über Jahrzehnte eng mit dem Thüringer Verein verbunden, zunächst als Stürmer, später als Trainer. Im Februar hatte er öffentlich gemacht, dass er schwer an Krebs erkrankt war. Der Regionalligist würdigte ihn als prägende Figur der Vereinsgeschichte.
Trauer bei Carl Zeiss Jena
Beim FC Carl Zeiss Jena löste die Nachricht große Betroffenheit aus. Der Verein erklärte, die eigene Fußballfamilie sei „tief bewegt und unfassbar traurig“. Weber habe nach Bekanntwerden seiner Erkrankung viel Zuspruch und Unterstützung erhalten. Die Anteilnahme des Vereins gilt seiner Familie, seinen Freunden und Weggefährten.
Weber gehörte zu den Spielern, die Carl Zeiss Jena in einer Umbruchzeit prägten. Für den Klub lief er in mehr als 300 Partien auf. In Jena wurde er nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen geschätzt, sondern auch wegen seiner späteren Arbeit als Trainer. Der Verein hob hervor, dass Weber die Jahre rund um die deutsche Wiedervereinigung und die Zeit danach mitgeprägt habe.
Sein Name ist eng mit einem besonderen Moment des ostdeutschen Fußballs verbunden. Am letzten Spieltag der DDR-Oberliga 1991 traf Weber bei Energie Cottbus zum 2:0 für Jena. Dieses Tor war der abschließende Treffer in der Geschichte der höchsten Spielklasse der DDR, die zu diesem Zeitpunkt politisch bereits nicht mehr existierte. Für Jena bedeutete der Sieg den Weg in die 2. Bundesliga.
Historische Tore für Jena
Auch auf europäischer Bühne hinterließ Weber Spuren. Am 26. Oktober 1988 erzielte er gegen Sampdoria Genua ein Tor im heimischen Sportfeld. Aus Sicht des Vereins war es der letzte Europapokal-Treffer von Carl Zeiss Jena vor eigenem Publikum. Webers Todestag fällt damit genau 38 Jahre nach diesem Spieltag.
Als Stürmer stand Weber für eine Jenaer Generation, die den Übergang vom DDR-Fußball in den gesamtdeutschen Spielbetrieb erlebte. Seine Bedeutung für den Klub speiste sich nicht allein aus einzelnen Treffern, sondern aus der langen Verbindung zu einem Verein, der in dieser Phase sportlich und strukturell vor großen Veränderungen stand.
Nach seiner aktiven Laufbahn blieb Weber dem Fußball als Trainer erhalten. In Jena übernahm er 2004 die Verantwortung an der Seitenlinie. Unter seiner Führung gelang dem Verein der Aufstieg aus der Viertklassigkeit. 2005 und 2006 folgten zwei Aufstiege nacheinander, die Carl Zeiss Jena zurück in die 2. Bundesliga brachten. Dieser Abschnitt zählt bis heute zu den prägenden sportlichen Phasen der jüngeren Vereinsgeschichte.
Trainerstationen in Thüringen und Sachsen
Weber arbeitete später auch außerhalb Jenas. Zu seinen Stationen gehörten unter anderem die zweite Mannschaft von Energie Cottbus und Erzgebirge Aue. Zudem war er erneut in Jena tätig. Zuletzt trainierte er bis April 2023 den ZFC Meuselwitz.
Noch im Sommer dieses Jahres nahm Weber an einem Benefizspiel in Weida teil. Dort hatte seine Trainerlaufbahn um die Jahrtausendwende begonnen. Bei der Veranstaltung saß er noch einmal auf der Bank und traf frühere Spieler sowie Weggefährten.
Mit Heiko Weber verliert der Fußball in Thüringen eine Persönlichkeit, die als Spieler und Trainer mehrere Generationen bei Carl Zeiss Jena verbunden hat. Seine Tore stehen für historische Kapitel des Vereins, seine Aufstiege als Trainer für eine der erfolgreichsten Phasen nach der Wiedervereinigung.