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Sport · 2. Bundesliga

Hannover 96 feiert ersten Sieg unter Wagner

Hannover 96 gewinnt nach Rückstand 2:1 gegen Dynamo Dresden. Für Trainer Sandro Wagner ist es der erste Pflichtspielsieg mit den Niedersachsen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Fußballstadion unter Flutlicht steht für die angespannte Lage in der 2. Bundesliga.
Symbolbild: Ein Fußballstadion unter Flutlicht steht für die angespannte Lage in der 2. Bundesliga. KI-generiert

Hannover 96 hat im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga einen wichtigen Erfolg erzielt und erstmals unter Trainer Sandro Wagner gewonnen. Die Niedersachsen setzten sich am 10. Spieltag nach einem 0:1 zur Pause noch mit 2:1 gegen Dynamo Dresden durch. Husseyn Chakroun und Marcel Hartel drehten die Partie vor 37.200 Zuschauern. Dresden rutschte durch die Niederlage auf den letzten Tabellenplatz ab.

Dresden nutzt Hannovers Unsicherheit

Die Partie begann für Hannover denkbar ungünstig. Dresden trat nach dem Pokalerfolg gegen Schalke 04 mit Selbstvertrauen auf und fand schneller in die Begegnung. Schon in der 11. Minute gingen die Gäste in Führung: Nach einem Eckball landete der Ball bei Nicolai Rapp, der aus kurzer Distanz zum 0:1 traf.

Hannover hatte in der ersten Halbzeit zwar längere Ballbesitzphasen, entwickelte daraus aber kaum Gefahr. Viele Aktionen blieben ungenau, die Mannschaft wirkte angespannt. Im Stadion war die Unzufriedenheit früh zu spüren. Dresden verteidigte kompakt und hätte kurz vor der Pause erhöhen können. Jonas Sterner kam in der 41. Minute zu einer guten Möglichkeit, scheiterte jedoch an 96-Torwart Leo Weinkauf.

Für Hannover war die Ausgangslage auch abseits des Rasens belastet. Einen Tag vor dem Spiel hatte sich der Verein von Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt getrennt. Wagner hatte zuvor in seinen ersten Pflichtspielen keinen Sieg geholt, in der Liga nur einen Punkt aus drei Partien gesammelt und war mit seiner Mannschaft zudem im Pokal ausgeschieden.

Chakroun und Hartel drehen das Spiel

Nach der Pause zeigte Hannover ein deutlich anderes Gesicht. Wagner wechselte zweimal, seine Mannschaft spielte nun entschlossener und kam schnell zu Chancen. Benjamin Källman und Marcel Hartel sorgten kurz nach Wiederbeginn erstmals für Druck auf das Dresdner Tor.

In der 54. Minute fiel der Ausgleich. Källman brachte den Ball von der Seite in den Strafraum, Chakroun verwertete die Hereingabe zum 1:1. Dresden antwortete fast sofort: Alexander Rossipal traf in der 55. Minute den Pfosten. Danach kippte die Partie jedoch zunehmend zugunsten der Gastgeber.

Nur wenige Minuten später nutzte Hannover einen Fehler im Dresdner Aufbau. Friedrich Müller stoppte Chakroun mit einem Foul im Strafraum. Hartel übernahm den Elfmeter und traf in der 61. Minute sicher zum 2:1. Für den Mittelfeldspieler war es der entscheidende Treffer des Spiels.

Müller fliegt, Källman-Tor zählt nicht

Dresden geriet danach weiter unter Druck. Müller, der bereits den Strafstoß verursacht hatte, foulte Chakroun kurze Zeit später erneut. Schiedsrichter Felix Weller zeigte ihm in der 65. Minute Gelb-Rot. In Unterzahl fanden die Gäste kaum noch zurück in die Partie.

Hannover blieb aktiver und hatte die Chance, das Ergebnis deutlicher zu gestalten. In der 76. Minute traf Källman zum vermeintlichen 3:1. Der Treffer wurde nach Überprüfung jedoch nicht gegeben, weil zuvor ein Foul des Torschützen vorlag. So blieb es beim knappen Vorsprung, den Hannover bis zum Abpfiff verteidigte.

Wagner zeigte sich nach dem Spiel erleichtert. Wichtig sei gewesen, neben ordentlichen Ansätzen nun auch „das richtige Ergebnis“ zu bekommen. Schon vor dem Anpfiff hatte er betont, weiter mit der Mannschaft arbeiten zu wollen. Klubpatron Martin Kind habe ihm das Vertrauen ausgesprochen.

Befreiungsschlag mit begrenzter Wirkung

Der Sieg beendet Hannovers Serie ohne Erfolg unter Wagner und verhindert zugleich einen weiteren Absturz in der Tabelle. Nach den sportlichen Rückschlägen und der Trennung von Boldt verschafft sich der Verein zumindest kurzfristig Luft. Die zweite Halbzeit gegen Dresden dürfte dabei als Maßstab dienen: Hannover spielte aggressiver, zielstrebiger und nutzte die entscheidenden Situationen.

Für Dresden verschärft sich dagegen die Lage. Trotz der Führung und einer stabilen ersten Hälfte blieb der Ertrag aus. Die Mannschaft gab die Kontrolle nach der Pause aus der Hand, leistete sich entscheidende Fehler und steht nach der sechsten Saisonniederlage am Tabellenende. Als Nächstes ist Hannover beim 1. FC Heidenheim gefordert, Dresden empfängt Greuther Fürth.