Sport · Champions League
Guirassy rettet Dortmund den Sieg in Baku
Borussia Dortmund hat in der Champions League einen mühsamen Auswärtssieg eingefahren. Der BVB gewann am Dienstagabend im Olympiastadion von Baku 2:1 bei Sabah FK und kam nach drei Pflichtspielen ohne Erfolg wieder zu einem Sieg. Entscheidend war Serhou Guirassy, der beide Dortmunder Treffer erzielte. Aden McCarthy hatte für die Gastgeber zwischenzeitlich ausgeglichen. Mit nun sechs Punkten aus drei Partien ist Dortmund in der Ligaphase wieder besser positioniert, spielerisch blieb der Auftritt aber wechselhaft.
Frühe Führung, dann Kontrollverlust
Dortmund begann offensiv und kam schon in den ersten Minuten zu mehreren Abschlüssen. Fabio Silva und Guirassy beschäftigten die Abwehr des erst 2017 gegründeten Vereins aus Aserbaidschan früh. Die Führung fiel in der Anfangsphase: Nach einem Dortmunder Angriff über die rechte Seite konnte Sabah-Torhüter Stas Pokatilov einen Schuss nicht festhalten, Guirassy reagierte am schnellsten und traf aus kurzer Distanz.
Der Treffer brachte dem BVB jedoch nicht die erhoffte Ruhe. Zwar blieb die Mannschaft von Trainer Niko Kovac zunächst gefährlicher, verlor danach aber zunehmend Struktur. Sabah rückte mutiger nach, wurde von rund 45.000 Zuschauerinnen und Zuschauern angetrieben und kam wiederholt in den Dortmunder Strafraum. Die Gäste leisteten sich mehr Ballverluste und fanden im Angriff seltener klare Lösungen.
Kurz vor der Pause nutzte Sabah diese Phase. Eine Freistoßflanke von der rechten Seite erreichte McCarthy am langen Pfosten. Der Innenverteidiger setzte sich im Luftduell durch und köpfte zum 1:1 ein. Bis zur Halbzeit stand Dortmund weiter unter Druck und musste froh sein, nicht mit einem Rückstand in die Kabine zu gehen.
Guirassy entscheidet die Partie
Nach dem Seitenwechsel fand der BVB erneut besser in die Partie. In der 53. Minute spielte Joey Veerman eine präzise Flanke aus dem rechten Halbfeld auf Guirassy. Der Stürmer vollendete am langen Pfosten technisch anspruchsvoll zur erneuten Dortmunder Führung. Es war sein zweites Tor des Abends und der entscheidende Moment des Spiels.
Auch danach blieb die Partie für Dortmund unangenehm. Kovac wechselte unter anderem Marcel Sabitzer, Jobe Bellingham und Joane Gadou ein, doch die Sicherheit kehrte nur bedingt zurück. Sabah lief höher an und setzte den Favoriten weiter unter Druck. In der Schlussphase musste der BVB mehrere brenzlige Situationen überstehen. Nach einem Fehlpass von Nico Schlotterbeck kam Orphé Mbina zu einer aussichtsreichen Gelegenheit, wurde aber noch entscheidend gestört.
Dortmund brachte den Vorsprung schließlich über die Zeit. Der Sieg fiel knapper aus, als es die Zahl der eigenen Chancen vermuten ließ. Torhüter Gregor Kobel sagte nach dem Spiel, die Mannschaft habe Möglichkeiten gehabt, die Begegnung früher zu beruhigen. Positiv sei gewesen, dass Dortmund wieder mehr Chancen herausgespielt habe. Kovac sah ebenfalls viele Offensivaktionen, bemängelte aber die mangelnde Verwertung.
Erleichterung nach schwieriger Woche
Für den BVB endete mit dem Erfolg eine Serie von drei sieglosen Spielen. Zuvor hatte Dortmund 2:2 gegen Werder Bremen gespielt, in der Champions League 0:1 bei FK Bodö/Glimt verloren und in der Bundesliga bei Union Berlin ein 0:0 geholt. Die Reise nach Baku war zudem Teil einer anstrengenden Woche mit Spielen in Norwegen, Berlin und Aserbaidschan.
Guirassy bestätigte in Baku seine Bedeutung für den BVB. Seit seinem Wechsel 2024 vom VfB Stuttgart nach Dortmund hat er in der Champions League 21 Treffer erzielt. In diesem Zeitraum trafen nur Harry Kane vom FC Bayern und Kylian Mbappé von Real Madrid häufiger. Kobel lobte den Angreifer knapp als „eine Maschine“. Guirassy selbst betonte die Bedeutung des Erfolgs für die Mannschaft nach den jüngsten Ergebnissen.
Kovac warnte davor, Gegner wie Sabah zu unterschätzen. Der Klub hatte vor dem Duell mit Dortmund bereits Slavia Prag besiegt und gegen Manchester United gespielt. Für den BVB zählt nach dem Auftritt in Baku vor allem das Ergebnis: Die Mannschaft vermied eine Blamage, gewann aber ohne überzeugende Stabilität. Am Samstag steht in der Bundesliga das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt an.