Sport · Bundesliga
Füllkrug schießt Werder auf Rang sechs
Werder Bremen hat am Samstag beim 1. FSV Mainz 05 mit 3:2 gewonnen und seine starke Phase in der Bundesliga fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand erneut Niclas Füllkrug: Der 33 Jahre alte Angreifer verwandelte zwei Strafstöße, steht nun bei acht Saisontoren und führte Bremen auf den sechsten Tabellenplatz. Werder zog damit an Mainz vorbei.
Frühe Führung durch Füllkrug
Bremen erwischte in Mainz einen idealen Start. Nach einem Foul von Stefan Posch an Arthur entschied Schiedsrichter Harm Osmers auf Elfmeter. Füllkrug trat in der siebten Minute an und traf zum 1:0. In der 25. Minute bekam Werder erneut einen Strafstoß, nachdem Danny da Costa Marco Grüll zu Fall gebracht hatte. Wieder übernahm Füllkrug die Verantwortung, wieder blieb er sicher.
Der Stürmer hätte kurz darauf sogar den Hattrick erzielen können. Aus kurzer Distanz kam er zum Kopfball, setzte den Ball aber nicht ins Tor. Mainz fand danach besser in die Partie. Anthony Caci erzielte in der 33. Minute per Kopf den Anschluss. Noch vor der Pause hatten Phillip Tietz und Phillipp Mwene weitere Gelegenheiten, der Ausgleich fiel aber nicht.
Nach dem Seitenwechsel blieb Mainz gefährlich. Werder-Torwart Karl Hein wehrte zunächst eine Kopfballchance von Mwene ab. Kurz darauf erhöhte Bremen: Ludovit Reis schoss, der Ball wurde von Mwene abgefälscht und landete zum 3:1 im Tor. Nur zwei Minuten später brachte Jae-sung Lee die Gastgeber wieder heran. Caci hatte die Flanke geliefert. Die beste Mainzer Chance auf das 3:3 vergab Nadiem Amiri, der an Hein scheiterte.
Werder-Serie hält weiter
Für Bremen ist der Erfolg auch deshalb bemerkenswert, weil die Mannschaft zuletzt mehrfach Rückstände aufgeholt hatte. Gegen Augsburg gewann Werder nach einem 0:2 noch 3:2, in Dortmund und gegen Paderborn gab es nach demselben Rückstand jeweils ein 2:2. Eine solche Serie ohne Niederlage nach drei aufeinanderfolgenden 0:2-Rückständen hatte es in der Bundesliga zuvor nicht gegeben.
In Mainz musste Bremen diesmal keinem frühen Rückstand hinterherlaufen. Trainer Daniel Thioune hatte sich zuletzt eine Führung gewünscht, und Füllkrug erfüllte diesen Wunsch schnell. Nach dem Spiel lobte Thioune die Konsequenz seiner Mannschaft und sagte über seinen Torjäger: „Wohlfühloase. Er fühlt sich wohl.“ Füllkrug war allerdings sichtbar verärgert, als er rund zehn Minuten vor dem Ende ausgewechselt wurde.
Mit seinen Treffern sieben und acht führt Füllkrug die Torjägerliste an. In sieben Saisonspielen traf er bereits achtmal, in sechs Ligapartien nacheinander war er erfolgreich. Der Bremer Vereinsrekord liegt bei sieben Spielen mit Tor in Serie. Er wird von Rudi Völler gehalten.
DFB-Debatte nimmt Fahrt auf
Füllkrugs Formkurve rückt auch die Nationalmannschaft wieder in den Fokus. Bundestrainer Jürgen Klopp hatte unter der Woche darauf verwiesen, dass Füllkrug zwar regelmäßig treffe, aber 33 Jahre alt sei. Klopp sprach von Gegenwart, mittelfristiger und langfristiger Perspektive für sein Team.
Füllkrug reagierte gelassen. „Er hat Fakten aufgezählt, mehr nicht“, sagte der Bremer nach dem Spiel in Mainz. Er sei 33 und treffe regelmäßig, das habe ihn aber nicht zusätzlich angetrieben. Er spiele für Werder, nicht für eine Nominierung. Sein Alter sei für ihn nur eine Zahl.
Der Angreifer kommt bislang auf 24 Länderspiele und 14 Tore. Bei der Heim-EM 2024 traf er zweimal. Für die WM 2026 wurde er nicht nominiert, auch bei Klopps erstem Einsatz als Bundestrainer in der Nations League gehörte er nicht zum Kader. Füllkrug ordnete die Linie des Bundestrainers ein und sagte: „Wir wollen jung und dynamisch sein.“
Pokal vor dem nächsten Ligatest
Für beide Mannschaften geht es nun zunächst im DFB-Pokal weiter. Mainz tritt am Dienstag beim VfL Bochum an, Werder spielt bei Borussia Dortmund. In der Bundesliga folgt für Mainz am Freitagabend das Auswärtsspiel bei der SV Elversberg. Bremen empfängt am Samstag um 15.30 Uhr die TSG Hoffenheim.
Für Werder ist der Sieg in Mainz mehr als ein weiterer Erfolg im Herbst. Die Mannschaft stabilisiert sich in der oberen Tabellenhälfte, und Füllkrug liefert weiter die entscheidenden Tore. Damit bleibt er nicht nur für Bremen zentral, sondern auch ein Thema für die Debatte um die Nationalmannschaft.