Sport · Bundesliga
Füllkrug hält Bremen mit Torserie auf Kurs
Der SV Werder Bremen hat am Samstag im Weserstadion die TSG 1899 Hoffenheim mit 2:0 besiegt und seinen Aufschwung in der Bundesliga fortgesetzt. Niclas Füllkrug brachte die Bremer in der 57. Minute in Führung, Eren Dinkci entschied die Partie in der 82. Minute. Für Füllkrug war es bereits der neunte Treffer dieser Saison. Der Stürmer traf damit im siebten Ligaspiel nacheinander und erreichte eine Serie, die im Werder-Trikot zuletzt Rudi Völler in der Saison 1982/83 gelungen war.
Füllkrug entscheidet das Duell
Vor 39.807 Zuschauerinnen und Zuschauern entwickelte sich zunächst ein umkämpftes Spiel. Bremen startete energisch und kam früh zu einer guten Möglichkeit: Nach Zuspiel von Füllkrug hatte Ludovit Reis im Strafraum Platz, traf den Ball aber nicht sauber. Hoffenheim brauchte einige Minuten, gewann dann mehr Ballbesitz und verlagerte das Spiel häufiger in die Bremer Hälfte.
Werder blieb vor allem nach Umschaltmomenten gefährlich. Arthur kam auf der rechten Seite in eine aussichtsreiche Position, wurde aber noch gestoppt. Wenig später setzte Füllkrug einen Abschluss knapp neben das Tor, auch Marco Grüll verfehlte mit einem Kopfball nur knapp. Hoffenheim hatte kurz vor der Pause die beste Chance der ersten Hälfte: Adam Hlozek köpfte Richtung langes Eck, Amos Pieper rettete für Bremen nahe der Linie.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Werder den Druck. Füllkrug prüfte Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann zunächst mit einem flachen Schuss aus rund 20 Metern. Kurz darauf nutzte der Angreifer einen langen Ball in die Spitze. Er behauptete sich gegen zwei Gegenspieler und schloss kraftvoll unter die Latte ab. Hoffenheim suchte danach den Ausgleich, kam aber nicht entscheidend durch. In der Schlussphase nutzte Bremen eine ungeklärte Situation im Strafraum: Über Grüll gelangte der Ball zu Dinkci, der sich Platz verschaffte und zum 2:0 traf.
Bremen klettert nach oben
Mit dem Erfolg kommt Werder auf 15 Punkte und verbessert sich auf Rang vier. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune ist nun seit sieben Bundesligaspielen ohne Niederlage. Für Bremen war es zudem der erste Ligaerfolg gegen Hoffenheim seit 2014. Die vorherigen vier Heimspiele gegen die TSG hatte Werder jeweils verloren.
Hoffenheim bleibt bei neun Punkten und fällt auf Platz elf zurück. Für die Gäste war es nach dem Pokal-Aus bei Holstein Kiel der nächste Rückschlag innerhalb weniger Tage. Trainer Christian Ilzer hatte seine Startelf nach dem Pokalspiel auf mehreren Positionen verändert. Trotz einer längeren Phase mit mehr Spielanteilen fehlte seiner Mannschaft im letzten Drittel häufig die Genauigkeit. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich hatte Fisnik Asllani, der nach einer Hereingabe von Tim Lemperle nur das Außennetz traf.
Bremen musste schon früh wechseln. Mitchell Weiser, der nach langer Verletzungspause erst vor einigen Wochen zurückgekehrt war, verließ den Platz nach etwas mehr als einer Viertelstunde mit Problemen am Oberschenkel. Füllkrug stand nach seiner Pause im Pokal wieder in der Startelf und prägte das Bremer Offensivspiel über weite Strecken.
Serie wie einst Völler
Füllkrugs Torserie rückt ihn in die Nähe einer besonderen Werder-Marke. Sieben Trefferpartien in Folge hatte für Bremen zuletzt Rudi Völler geschafft. Füllkrug steht nach acht Spieltagen bereits bei neun Saisontoren. Damit hat er zu diesem Zeitpunkt mehr Treffer erzielt als jeder Bremer Spieler vor ihm nach acht Runden.
Die Form des 33-Jährigen fällt auch in eine Phase kurz vor der nächsten Kadernominierung der deutschen Nationalmannschaft. Bundestrainer Jürgen Klopp benennt sein Aufgebot für die anstehenden Nations-League-Spiele in den kommenden Tagen. Füllkrug sammelt mit seiner Trefferquote weitere Argumente, auch wenn Klopp sich zuletzt mit Blick auf das Alter des Angreifers zurückhaltend geäußert hatte.
Für Werder folgt am nächsten Spieltag das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Hoffenheim empfängt anschließend den FC Schalke 04. Bremens Entwicklung bleibt vorerst eng mit Füllkrugs Lauf verbunden: Seine Tore geben dem Team nicht nur Punkte, sondern auch Stabilität in einer Phase, in der der Klub überraschend Anschluss an die Spitzengruppe hält.