Sport · Bundesliga am Sonntag
Frankfurt schlägt den HSV erneut mit 3:1
Eintracht Frankfurt hat den Hamburger SV innerhalb weniger Tage zum zweiten Mal mit 3:1 besiegt. Nach dem Erfolg im DFB-Pokal am Dienstag setzte sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter am Sonntagabend auch in der Bundesliga durch. Ein Eigentor von Warmed Omari brachte Frankfurt früh in Führung, Terem Moffi glich kurz darauf aus. Raphael Onyedika und Younes Ebnoutalib entschieden die Partie nach der Pause. Die Eintracht verbessert sich mit nun elf Punkten auf Rang acht, Hamburg bleibt Tabellenfünfzehnter.
Frühe Frankfurter Führung, schnelle Antwort des HSV
Vor 59.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in Frankfurt begann die Eintracht druckvoll. Die Gastgeber störten Hamburg früh im Aufbau und kamen schnell zu ersten Abschlüssen. Can Uzun verfehlte nach einer Eckballvariante knapp das Tor, wenig später scheiterte Younes Ebnoutalib freistehend an HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes.
In der zehnten Minute fiel das 1:0. Uzun und Farès Chaibi kombinierten sich durch die Hamburger Defensive. Omari kam im Strafraum noch an den Ball und lenkte ihn unter Bedrängnis ins eigene Tor. Der HSV, der schon im Pokalduell unter der Woche gegen Frankfurt verloren hatte, benötigte aber nur vier Minuten für die Antwort. Nach einer Hereingabe von Miro Muheim verteidigte Lilian Brassier unglücklich, der Ball kam zu Moffi, der aus kurzer Distanz zum 1:1 traf.
Danach verlor die Begegnung an Klarheit. Viele Aktionen spielten sich im Mittelfeld ab, beide Teams kamen bis zur Pause nur selten gefährlich vor das Tor. Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste Heuer Fernandes noch einen Kopfball von Robin Koch abwehren.
Onyedika trifft direkt nach der Pause
Frankfurt kam erneut entschlossen aus der Kabine. Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn brachte Onyedika die Eintracht wieder in Führung. Nach einer Ecke von Chaibi konnte Heuer Fernandes einen Kopfball von Brassier nicht festhalten. Onyedika reagierte am schnellsten und traf zum 2:1. Für den im Sommer aus Brügge gekommenen Mittelfeldspieler war es das erste Tor für Frankfurt.
Hamburg versuchte anschließend, wie in der ersten Hälfte rasch zurückzukommen. Die Eintracht verteidigte nun jedoch kompakter und ließ weniger Räume. Der HSV hatte zwar Ballbesitzphasen, blieb im Angriff aber meist zu ungenau. Trainer Merlin Polzin musste erneut auf mehrere Stammspieler verzichten; zusätzlich fehlte Abwehrchef Sebastiaan Bornauw.
Frankfurt blieb nach vorne gefährlicher. Ein Treffer von Chaibi wurde wegen einer Abseitsposition nicht anerkannt. Kurz darauf verhinderte Heuer Fernandes bei einem Schuss von Chaibi an die Latte einen höheren Rückstand.
Ebnoutalib entscheidet die Partie
In der 69. Minute sorgte Ebnoutalib für die Vorentscheidung. Uzun setzte sich im Mittelfeld durch und spielte den Ball in den Lauf des Angreifers. Ebnoutalib behauptete sich gegen seinen Gegenspieler und schloss mit links ins obere Eck ab. Es war sein sechster Saisontreffer in der Bundesliga.
Frankfurt kontrollierte danach weite Teile der Partie. Hamburg hatte in der Schlussphase noch einige Offensivaktionen, doch Torwart Noah Atubolu hielt die Frankfurter Führung fest. Die Gastgeber wirkten nach dem dritten Treffer stabiler und ließen dem HSV kaum noch klare Möglichkeiten.
Für die Eintracht war der zweite Sieg gegen denselben Gegner binnen einer Woche auch ein Schritt aus dem Tabellenkeller. Der Sprung auf Platz acht zeigt, wie eng die Liga in diesem Bereich beieinanderliegt. Der HSV hat trotz der Niederlage nur zwei Punkte weniger als Frankfurt, steckt als Fünfzehnter aber weiter im unteren Tabellendrittel.
16-jähriger Ilicevic debütiert
In der Nachspielzeit sorgte ein Wechsel für zusätzliche Aufmerksamkeit. Hütter brachte Niko Ilicevic in der 93. Minute. Der Offensivspieler war erst am Samstag 16 Jahre alt geworden und ist damit der jüngste Profi in der Geschichte der Frankfurter Eintracht. Zugleich stellte er den Bundesliga-Rekord als jüngster eingesetzter Spieler ein, den Youssoufa Moukoko seit seinem Debüt für Borussia Dortmund hält.
Ilicevic suchte sofort die Aktion, trieb den Ball durchs Mittelfeld und kam noch zu einem Abschluss, der knapp am Tor vorbeiging. Für Frankfurt geht es am nächsten Spieltag am Samstag beim SC Paderborn weiter. Der HSV empfängt bereits am Freitagabend Borussia Mönchengladbach.