Zum Inhalt springen
Stündlich aktualisiert

Sport · Doping in der Leichtathletik

EPO-Befund bei Peres Jepchirchir führt zu Sperre

Die kenianische Marathon-Weltmeisterin Peres Jepchirchir ist nach einem positiven EPO-Test vorläufig suspendiert. Die Probe wurde vor ihrem Sieg in Sydney genommen.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Eine Dopingkontrolle im Laufsport steht im Mittelpunkt des Falls um Marathonläuferin Peres Jepchirchir.
Symbolbild: Eine Dopingkontrolle im Laufsport steht im Mittelpunkt des Falls um Marathonläuferin Peres Jepchirchir. KI-generiert

Die kenianische Marathonläuferin Peres Jepchirchir ist wegen eines positiven Dopingbefunds vorläufig gesperrt worden. Die unabhängige Integritätseinheit AIU des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics teilte am Freitag mit, bei der 33-Jährigen sei EPO nachgewiesen worden. Die Probe wurde in Kenia außerhalb eines Wettkampfs genommen, bevor Jepchirchir am 30. August den Sydney-Marathon gewann.

Probe vor dem Sydney-Erfolg

Der Befund betrifft eine Trainingskontrolle in Kenia. Nach Angaben der AIU wurde in der Probe die verbotene Substanz EPO festgestellt. Das Hormon kann die Bildung zusätzlicher roter Blutkörperchen anregen und so den Sauerstofftransport im Körper verbessern. Im Ausdauersport gilt EPO deshalb als leistungssteigerndes Dopingmittel.

Die Suspendierung ist zunächst vorläufig. Damit ist Jepchirchir bis zur weiteren Klärung des Falls von Wettkämpfen ausgeschlossen. Die AIU untersucht Dopingfälle in der internationalen Leichtathletik im Auftrag von World Athletics und veröffentlicht Sanktionen sowie laufende Verfahren gegen Athletinnen und Athleten.

Jepchirchir hatte den Sydney-Marathon im August gewonnen. Der positive Befund bezieht sich auf eine Kontrolle vor diesem Rennen. Angaben zu möglichen Folgen für dieses Ergebnis wurden zunächst nicht bekannt.

Eine der erfolgreichsten Marathonläuferinnen

Jepchirchir zählt seit Jahren zu den prägenden Läuferinnen auf der Marathonstrecke. Bei den wegen der Corona-Pandemie erst 2021 ausgetragenen Olympischen Spielen von Tokio gewann sie Gold im Marathon. Später wurde sie Marathon-Weltmeisterin in Tokio. Zudem war sie früher Weltrekordhalterin im Halbmarathon.

Auch bei den großen Stadtmarathons feierte sie bedeutende Siege. Sie gewann 2021 in New York, 2022 in Boston und 2024 in London. Durch diese Erfolge gehört Jepchirchir zu den bekanntesten Langstreckenläuferinnen Kenias.

Barnabas Korir vom kenianischen Leichtathletik-Verband reagierte bestürzt auf den Fall. Er sagte, man sei „unter Schock“, gerade wegen Jepchirchirs sportlicher Bedeutung und ihrer bisherigen Laufbahn. Die Sperre trifft damit nicht nur eine einzelne Athletin, sondern auch das öffentliche Bild der kenianischen Langstreckenszene.

Kenia steht unter Druck

Der Fall reiht sich in eine Serie von Dopingverfahren gegen kenianische Läuferinnen und Läufer ein. Seit 2017 wurden mehr als 140 Athletinnen und Athleten aus Kenia wegen verbotener Substanzen gesperrt oder von Wettbewerben ausgeschlossen. Auch Ruth Chepngetich, die Weltrekordhalterin im Marathon, gehört zu den prominenten Namen in diesem Zusammenhang.

Kenia gilt sportlich seit Jahrzehnten als eine der führenden Nationen im Langstreckenlauf. Zugleich steht das Land wegen der Vielzahl an Dopingfällen international unter besonderer Beobachtung. Der Weltverband und die Welt-Anti-Doping-Agentur drängen seit längerem auf strengere Maßnahmen, mehr Prävention und glaubwürdige Kontrollen.

Der Zeitpunkt ist für Kenia besonders heikel. Das Land hat den Zuschlag für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2029 erhalten. Die Titelkämpfe sollen in Nairobi stattfinden und wären die ersten Leichtathletik-Weltmeisterschaften auf afrikanischem Boden.

World-Athletics-Präsident Sebastian Coe hatte zuletzt erklärt, die WM 2029 solle helfen, die kenianische Leichtathletik glaubwürdiger und sauberer aufzustellen. WADA-Präsident Witold Banka forderte bei einem Besuch in Kenia ebenfalls ein entschlosseneres Vorgehen gegen Doping. Er verwies darauf, dass Kenia seinen Ruf als „Heimat der Champions“ nur mit einer konsequent sauberen Leichtathletik bewahren könne.